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Jenseits der Grenzen und Klischees

article_6694_marcelle_2_150.jpg DJ Marcelle/Another Nice Mess beharrt des guten Klangs und der Tiefgründigkeit wegen auf Vinyl, kredenzt neben spektakulären DJ-Sets eklektische Internetradiosendungen sowie ihr drittes Album auf Klangbad, dessen Titel wiederum eine Würdigung von Dubschallplatten enthält.

Wurzelloser Kosmopolitrock

article_6701_marc_chagall_shtetl_150.jpg In »The Heebie-Jeebies at the CBGB's« hat Steven Lee Beeber erstmals darauf hingewiesen, dass die Entstehung von Punk in New York eigentlich eine jüdische Angelegenheit war (vgl. skug 78). Die Dickies, Richard Hell, Suicide, Teile der Ramones und wichtige Anregerfiguren wie Lou Reed oder Jonathan Richman waren Juden. Der Sammelband »We are ugly but we have the music« geht nun Fragen nach, die sich aus diesem Befund ergeben und untersucht das beso...

»Tempest«

article_6683_tempest_150.jpg Es ist praktisch unmöglich, über eine neue Dylan-CD zu schreiben, ohne zunächst zu einem Rundumschlag auszuholen. Bei keinem anderen Künstler in der Pophistorie fällt die Rezeption so besserwisserisch und selbstgefällig, zugleich so voreingenommen und betriebsblind aus wie bei Dylan. Beides bedingt vielleicht sogar einander. Dylan selbst hat das in seinen »Chronicles« ganz gut beschrieben - bis hin zu den Leuten, die in sein Haus bei Woodstock ei...

»Herz aus Gold«

article_6670_dieheiterkeit_150.jpg Egal ob Revolte oder seelischer Schmerz: Jungs scheinen immer schreien zu müssen, mit Haut und Haar und mit der Gitarre. Ob die nun früher einmal Tocotronic hießen oder heute 1000 Robota. Ganz anders die drei Frauen von die Heiterkeit. Hier regiert nämlich, anders als der Name es vermuten lässt, extreme Abgeklärtheit und Gelassenheit. Beispielhaft dafür und für das ganze Album ist gleich der erste Song, »Alles ist so neu und aufregend«. Der ...

»Shabbat Shalom, Motherfuckers!«

article_6700_caspar_battegay_150.jpg In seinem Essay-Band »Judentum und Popkultur« untersucht der in Basel am Institut für Jüdische Studien lehrende Caspar Battegay die Potentiale von Pop für das »Spiel mit Figuren des Jüdischen«. Dabei geht es anhand von Filmen (von Ernst Lubitsch und Mel Brooks bis hin zu Joel & Ethan Coen und Quentin Tarantino), TV-Serien (»South Park«, »Seinfeld«), Comedy-Stars (Oliver Polak) und Songtexten nicht nur um »jüdische Popkultur«, sondern auch um ...

»The Flaming Lips and Heady Fwends«

article_6684_the-flaming-lips_150.jpg Pling Plonk Pardauz! Ein Haus, ein kunterbuntes Haus des klang-orgiastischen ?berbordens, das, was da Wayne Coyne und seine Mannen nun fast drei Jahrzehnte durch das kosmische Pop-All schippern. Indie-Rock hat selten so lang so gut eine LSD-?berdosis ausgehalten. Und überlebte Gastauftritte bei der TV-Serie »Beverly Hills 90210« (1993 als Grunge en vogue war), vier parallel abzuspielende Platten (Zaireeka, 1997) und eine besoffen-absurde Komplett...

»DROKK - Music Inspired By Mega-City One«

  • Artist: Ben Salisbury, Geoff Barrow
  • Label: Invada
  • skug : 92
article_6681_a2514744750_16_150.jpg »DROKK« ist ein absolut unausweichliches Artefakt für alle Freunde der sonischen Dystopie. Der vielgerühmte Geoff Barrow (Portishead) begibt sich mit Mitmusiker Ben Salisbury und (u. a.) einem Oberheim 2 Synthesizer in Mega-City One, bekannt aus dem »Judge Dredd« Universum. Kaum verwunderlich - dieses Setting reicht aus, um das Duo Barrow/Salisbury in einem Warp-Schub neben die Godfather Carpenter und Moroder in den Sci-Fi-Score-Himmel zu elevier...

»Swing Lo Magellan«

article_6682_pro_150.jpg Afro-Pop-Gitarren, hysterische Chöre, clubbige Beats, Bongos, Handclaps, Streicher, Bläser, Rockausbrüche und Lagerfeuer-Momente, sogar Flöten und Saxophone: Bei so viel buntem Allerlei könnte leicht etwas durcheinander geraten. Dazu kommt es auf »Swing Lo Magellan« aber zu keiner Zeit. Dirty Projectors Mastermind David Longstreth erreicht durch Reduktion und Konzentration, dass die Songs an keiner Stelle zerfasern. Heraus kommen richtig starke P...

»Beams«

article_6680_beams_150.jpg Der aus Texas stammende, in New York lebende Produzent und DJ führt auf seinem nunmehr fünften Longplayer fort, was auch bereits am Vorgänger sehr überzeugend umgesetzt wurde: Schattierungen elektronischer Tanzmusik, mit der (Pop-)Song-Schablone gleichermaßen gezeichnet wie anhand eingängiger, unterlegter Rhythmik skizziert. War »Black City« noch eine düstere Hommage an Dears' damalige innerstädtische Wahlheimat (Brooklyner Hipster-Egomanie ...

»My Love For You ?? Probably Love«

  • Artist: o F F Love
  • Label: Kompakt, M=Maximal
  • skug : 92
article_6677_komp_150.jpg Pure Romantik im Hyperlink-Zeitalter? 404 File Not Fond. Hier ist alles brav als Zitat ausgewiesen, damit uns ja keiner mit dem Rotstift und der Titelaberkennung droht. Debiles Dauerzwinkern spart uns noch dazu jegliche Haftbarkeit für das, was wir da von uns geben ?? Willkommen in der neuen Hochblüte des Kitsch: »My Love For You ?? Probably Love«. Genau: Suspense ist das Zauberwort, wenn es um Liebe bei o F F Love geht. Paralysierte Beatrate und...

»Tucson: A Country Rock Opera«

  • Artist: Giant Giant Sand
  • Label: Cargo, Fire
  • skug : 92
article_6676_tuscon_150.png OK, yepp, es ist eine harte, ungerechte Welt. Sagt er und spuckt den Prim ungeniert in den Steppensand. Good Luck, Suckers, I am on my way! Der 56-jährige Howe Gelb ist der Indie-Rock-Cowboy wie er im Buche steht, ein kauzig selbstverliebter Ego-Crooner, der ständig um Anerkennung gockelt, dabei endlos cool sein will. Grotesk, dass mit Calexico um Joey Burns und John Convertino, die ehemaligen Mitmusiker während Giant Sands wichtigster Phase Ende...

»Postsexuell«

  • Artist: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen
  • Label: Broken Silence
  • skug : 92
article_6675_zahn_150.jpg Also ganz ehrlich, eine Truppe von nicht mehr ganz jungen Männern aus Kiel macht eine Art Punkrock/Wave/Electro/Indie-Album in deutscher Sprache. Das ist nicht gerade der Stoff dem ich mit ungebremster Vorfreude begegne. Mit Deutschland-Abneigung der kleinen Üsis hat das gar nichts zu tun. Doch die Band mit dem ganz schön langen Namen hat eine Chance verdient, lustig ist jedenfalls schon mal das Cover, eine comicartige Zeichnung. Man sieht e...

»Scheitern als Show«

article_6674_elef_150.jpg Schreibt man über eine erfolgreiche österreichische Band wie Kommando Elefant, dann kommt man aus der Recherche gar nicht mehr heraus. Erstens gibt es kaum ein Medium der Szene, welches sie noch nicht rezensiert oder zumindest versucht hat, ihre Texte zu interpretieren. Oft findet sich dann doch wieder irgendwo ein Stück O-Text, das so oder zumindest in ähnlicher Form schon mal wo zu lesen war. Vermutlich sind auch Kommando Elefant so: Irgendwo s...

Techno als Emotion

article_6689_houztekk1_150.jpg Wie Houztekk Records, Label für elektronische Musik, seine Visionen vom perfekten Klangbild aus dem Hausruckviertel in die weite Welt projiziert und sich am Brückenschlag zwischen Club und Hochkultur versucht - unterfüttert mit Aussagen vom Macher Max Meindl und Markus Weickinger aka MKID.

»Après«

article_6659_iggy_150.jpg Les chansons d'amour d'Iggy Pop. Wenn der Grandseigneur des Punk und erklärtes Vorbild der Neigungsgruppe zum »Erhalt von Figur & Körper im Alter« schmachtende Psalme der Liebe neu vertont, so wird der geneigte Rezensent vorsichtig wie hellhörig zugleich. Wo sein letztes, durchaus gelungenes Album »Préliminaires« nach eigenen Angaben noch das Vorspiel zur Romantik repräsentierte, so findet »Après« nun im Anschluss daran statt. Aha, das mag fr...

»Normalette Surprise«/»Geri Reig«

article_6662_derplan_150.jpeg Hallo, meine Freunde! Die »elektronischen Schlager«, mit denen Der Plan die Welt einst so treffsicher zwischen die Plattenrillen quetschte, verdienen wieder eure Aufmerksamkeit. Denn 2012 sind »Geri Reig« (1980) und »Normalette Surprise« (1981), die »Picassos« der deutschsprachigen Popmusik, endlich als Reissues zu haben (unglaubliche 32 bzw. 31 Jahre nach der Erstveröffentlichung auf Ata Tak). Mit Bonustracks und allerlei Klimbim. Aber vor allem...

»Bum Bum«

article_6663_bumbum_150.jpg Das wird schwierig, die Lobpreisungen des Pressetexts noch zu übertreffen, vor allem, da es wenig dagegen zu halten gibt. Mastermind des Andromeda Mega Express Orchestras ist der Berliner Daniel Glatzel, seineszeichens Komponist, Dirigent und ... Schnittmeister. Denn der »Witz« hier besteht darin, mit orchestraler Besetzung ein Kaleidoskop an Stücken, Fragmenten, Tonspuren einzuspielen, und diese dann im Studio nochmal gehörig durch den Fleischwo...

»Centipede HZ«

article_6669_ac_150.jpg Nachdem ihr Vorgängeralbum »Merriweather Post Pavilion« (2009) überraschend zum kommerziellen Erfolg geriet, wird nun, in überholter Indie-Tradition, das neunte Album der experimentellen Underground-Indie-Heroes mancherorts gebasht was das Zeug hält. Zu Recht feiert das zweifellos zur seriöseren Rezeption gehörige britische Magazin »Wire« Animal Collective hingegen als Signatur-Band der Ära ab und bescheinigt »Centipede HZ« Selbstbewusstsein...

»Election Special«

article_6558_rycoder_150.jpg Länger nicht mehr betont Ry Cooder gehört. Ihn und sein umfangreiches Schaffen irgendwann einfach außen vor gelassen, nur nebenbei wahrgenommen und gewusst: »We need to get smarter, fast«, wie er jetzt 2012 in der Info zur CD schreibt. Heimatgefühl stellt sich nun beim Hören der neuen Cooder-CD unvorhergesehen ein. Seine Songs haben bei mir mal wie selbstverständlich zum Alltag gehört. Wie ein Soundtrack oft, fällt mir ein, was ich beinahe v...

»Between The Ditches«

article_6657_peyton_150.jpg Der Botschafter des Blues und Verehrer von Charley Patton will es diesmal wirklich wissen. Nach Hunderten begeisternder Liveshows versucht er hier den Spagat zwischen solider Aufnahmequalität und der Energie der Auftritte zu schaffen. Und es funktioniert, weil sich der Reverend im Zweifel für die Energie entscheidet. Stützen des Repertoires wie »I Don't Know« oder »Move Along Mister« klingen frisch und die Big Damn Band mit Waschbrett und Schlagw...

»Every Day Is Like The First Day«

article_6656_malka_150.jpg Pures herzzerschepperndes Opium. Ein zärtlich raschelndes Treffen leiser Titanen. Ein Epos der träumerischen Sanftmut. Die polnisch-israelische Bassistin/Sängerin Malka Spigel der legendären 1980er Wave-Gitarren-Band Minimal Compact und ihr nicht minder legendärer Ehemann Colin Newman of »Wire«-Fame sind so ziemlich das süßeste und stimmigste Underground-Poppärchen, dass einem das Zeitalter der Ledermäntel und neonbestrahlten Sonnenbrillen h...

»Country Soul Sisters - Women in Country Music 1952-78«

article_6655_css_150.jpg Das Haus Soul Jazz, Garant für kompetente Sampler in mittlerweile fast allen Genres, wagt sich erstmals an eine Country-Compilation. Und um sich die Aufgabe nicht zu leicht zu machen, suchte man Songs zu finden, in denen Frauen die Rolle der Lyrikerin übernehmen und sich gegen das Primat der Männer auflehnen. Die Aufgabe wurde bravourös gemeistert. Die großen Frauen von Dolly Parton über Tammy Wynette bis Connie Smith haben alle ihre Auftrit...

»Only 4 U - Twenty Years Of House Classics On Cajual Records«

article_6650_strut100_cover_5_150.jpg Mit Cajmeres Cajual Records widmet sich das verdienstvolle Strut-Label einem der wichtigsten House-Flagschiffe der letzten 20 Jahre. Zwar gab es schon in den späten 1990ern mit dem zweiteiligen Sampler »The Future Sound of Chicago« etwas ähnliches (einmal mit Cajual-Stuff im Derrick Carter-Mix, einmal mit dem technoideren Output des Schwesterlabels Reflex im Cajmere & DJ Sneak-Mix), aber angesichts dessen, was momentan nicht nur in den USA al...

»The Laughing Stalk«

article_6649_wovenhand_150.jpg Nach einer Dekade und sechs Studioalben wird David Eugéne Edwards (16 Horsepower) einstiges Nebenprojekt einer Frischzellenkur unterzogen. Bassist David Pascal Humbert und Drummer Jean-Yves Tolà verließen die Band. Ersterer unterstützt, wohl aus finanziellen Gründen, fortan seinen Vater auf dem Weingut in der Nähe von Bordeaux. Andererseits wirkte das diesjährige »Live At Roepan« leider ja bereits recht uninspiriert (siehe CD-Rezension auf s...

»City Of Nets«

article_6641_remoteviewers_150.jpg Erfahrung formt, oder? Zum Guten oder zum Schlechten. Die Remote Viewers haben nun doch schon einige Jährchen und Tonträger am Buckel - und das hört man dem illustren Londoner Sextett auch an.Zwar deuten Besetzung und grundsätzliche Orientierung in Richtung Jazz, aber es sind die fein getunten Details, es ist das schrille Weggleiten sowohl bei der Instrumentierung, bei den Klangfarben, den Arrangements und den Improvisationen, die »City Of Nets« ...

Les Vagues

  • skug : 92
article_6651_vague-gustave-courbet_150.jpg Les Vagues ça va, ça vient, s'en retournent, puis repartent. C'est régulier, comme qui dirait: stable. J'aime beaucoup lesV agues.

»Toutefois, attention à ne pas se leurrer en pensant que quelque chose est supérieur uniquement parce que different.«

(Ted Greene: »Chord Chemistry«, 1971).

»Pool«

  • Artist: Schneeweiss und Rosenrot
  • Label: Enja
  • skug : 92
article_6640_schneeweiss_150.jpg Wenn ich von der skug-Redaktion eine CD bekomme, bei der mir harmonischer Wohlklang entgegen weht, frage ich mich meist: »Was denn, schon wieder Geburtstag?« Manchmal ist es auch Zufall oder bloß der erste Eindruck, der täuscht. Im Falle von »Pool« ist es irgendwie alles zusammen. Dass die Band mit vier Musikern aus Schweden, der Schweiz, Deutschland und Luxemburg heuer den Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen haben, ist kein Zufall, auch wenn...

»Slimezone«

  • Artist: Slugfield
  • Label: PNL Records
  • skug : 92
article_6639_slugfield~~_slimezone_101_150.jpg Eines Tages aber hatte der König des Lärms das einsame Lärmen satt und ging hinunter ins Tal, wo er Elektromaja und Knüppelnils traf. Hui, da freuten sich die Drei und der Lärmkönig rief: »Euch habe ich gesucht! Lasst uns patsch, patsch, bumm und rdlfnz machen!« Gesagt, getan ... und ein neuer Tonträger entstand. So ungefähr zumindest die Miniaturmärchenfassung zu diesem harmlos als »Slimezone« betitelten, in Wahrheit aber reichlich infernalische...

»Didymoi Dreams«

article_6638_sidsel-endresen-stian-wes_150.jpeg Der norwegische Gitarrist Westerhus hat erst kürzlich mit »The Matriarch And The Wrong Kind of Flowers« ein kleines Solomeisterwerk voller phantastischer, schroffer und vor allem unerwarteter Soundskulpturen abgeliefert. Die seit 1981 tätige Sängerin Sidsel Endresen wiederum, in ihrem Timbre ein wenig an die Mutter des skandinavischen Jazzgesangs, Karin Krog, erinnernd, wurde bereits zweimal mit dem norwegischen Grammy nominiert. Diese beiden Sch...

»Kunschtischgeng es risiko - Mani Matter a cappella«

  • Artist: Kammerton-Quartett
  • Label: Phonag Records, Zytglogge
  • skug : 92
article_6636_kammerton_150.jpg Bei uns unbekannt, in der Schweiz eine Art Chansonlegende: der 1972 verstorbene Mani Matter, dessen bloß zwölfjährige Schaffensphase durch einen Autounfall jäh beendet wurde. Matter war ein fast schon penibler Dialektkünstler, der Lied und Text als symbiotische Verbindung betrachtete und oft genug seine Songs aus der Wortmelodie entstehen ließ. »Unnachahmlich« lautete darum oft genug das Verdikt, das über diese Hinterlassenschaft wachte...

»Labor«

article_6637_cd_labor_150.jpg Hinter dem Kürzel ET verbergen sich die gebürtige Italienerin Elisabeth Flunger und der Peruaner Tomás Tello, die beide derzeit in Luxemburg tätig sind. Flunger sorgt mit Hilfe eines reichhaltigen Metallobjektefundus für die perkussiven Elemente, Tello für die Elektronik. Gemeinsam haben sie monatelang in einer Kellerküche an der CD »Labor«gebastelt. Wobei die Produktion einer CD ursprünglich nicht das Ziel war, viel mehr ging es darum, Objekte a...

»Neue Volksmusik«

article_6612_zeitkratzer_150.jpg Darf ich bitte kurz mal Recht haben wollen? Danke. Volksmusik ist also das Thema. Dieser gehe es nicht um »Konservierung« und »Erhaltung«, nein, sie »ist, was sie ist«, »weil sie sich ständig verändert«. Legitim sei darum die »anarchisch-musikethnologische« Überschreibung, die mitunter sogar fremdländisch klingende »Volksmusik-Bastards« erzeugt oder gar bis zum satirischen Klamauk geht, denn da »Referenz und Herkunft« stets hörbar wären, sei gera...

»The Matriarch And The Wrong Kind of Flowers«

article_6611_westerhus_150.jpg Und hier haben wir es, das böse Wort, das so vieles erklärt: »unakademisch«. Böse ist es, weil es gar so diskriminierend ist, als könnten »studierte« Musiker nicht genauso atemberaubend differente Soundwelten herbeizaubern, als bräuchte es immer den Querzugang, um wahrhaft frischen Wind zu erzeugen. Aber sehen wir uns doch den kleinen Stian Westerhus an, der im Fernsehen Jimi Hendrix sieht und King Crimson anhimmelt, während seine Mama Elvis und ...

Christoph Schlingensief - Meine Angst gehört mir

article_6642_schling_150.jpg Wohin führt es, Kunst zum Thema »Angst« zu machen? Christoph Schlingensief ging durch seine Furcht hindurch und erreichte Afrika. Über die Suche nach Schutzpersonen, Gottvater und Sohn, den Esel von Jesus und was das alles mit Kunst zu tun hat.

»In themouth - a hand«

article_6609_record-reviews-fire2_t_w4_150.jpg Die Kollaborationslisten der vier Musiker dieser CD lesen sich wie ein Who'swho? des zeitgenössischen Jazz (mit stark experimentellem Einschlag). Von Sonic Youth bis Merzbow, von Ken Vandermark bis Paal Nilssen-Love hat hier jeder schon mit fast jedem musiziert, insbesondere gilt das natürlich für den Saxophonisten, Mats Gustafsson. Dass sich der große »Gitarrenabstrahierer« Oren Ambarchi zu einem Stelldichein mit dieser skandinavischen »Sup...

»Whattookyou so long«

article_6608_espener_150.jpg Würde Bill Evans samt Trio heute noch leben, und würde er immer noch seinen melodiösen Flowerjazz spielen, wäre er überdies von heutigen Popmelodien ebenso beseelt, wie er es von damaligen Jazzstandards war, und wäre er schließlich noch heimlich Skandinavier, dann, ja dann wohl würde er genauso eine Musik machen wie das Espen Eriksen Trio. Vielleicht auch wäre es genau umgekehrt und wir erleben mit dem Espen Eriksen Trio eines der unzähligen...

»Untitled #284«

article_6607_lopez_150.jpg Und so wird's gemacht: Man trollt sich ins eigene Zimmer, zieht die Vorhänge zu, wirft ein oder zwei Halluzinogene ein, zur Not tut es auch eine dezente Dosis eines hochprozentigen Destillats oder eine Handvoll Schlafentzug. Dann rein mit »Untitled #284« in die Stereoanlage, aber nur in Zimmerlautstärke und die Fenster dürfen auch ruhig offen stehen. Kein Problem, wenn Spielplatzgeschrei oder ratternde Straßenbahnen dem Hörgenuss sich beimen...

»Retromania« or »Pop Revolution No.3«?

  • skug : 92
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On the German translation of the much-discussed tome by Simon Reynolds.


Translated into English by Friederike Kulcsar
»German version

»Ensemble X«

article_6594_r-3673505-1339830819-2769_150.jpeg Der deutsche Posaunist Carl Ludwig Hübsch ist ein sehr umtriebiger, kreativer Kopf in der modernen Improvisationsmusik. Auf »Ensemble X« hat er ein internationales Ensemble aus über 18 Musikern zusammengestellt, einige davon in den einschlägigen Kreisen bestens bekannt. Hübsch nennt diese Truppe ein Zentrum unerschöpflicher Beziehungen, aber im Grunde dürfte man auch sagen, dass das ganz einfach ein stattliches Orchesterensemble ist. Bloß, e...

»Cookbook«

article_6593_r-3674511-1339861447-7536_150.jpeg Die Zutaten zu diesem Gericht sind klar, das sind neben Trompeter Thomas Heberer der Klarinettist Joachim Badenhorst und der Bassist Pascal Niggenkemper. Spannend ist jedoch das Kochbuch, das laut seinem Verfasser Heberer eine neue graphische Notationsform präsentiert bzw. ist. Heberer selbst sieht sich als Komponist für Improvisatoren und probierte bereits mit dem Vorgängeralbum »Klippe« diese Notationsform aus. »Cookbook« ist gewissermaßen...

»Retromania« oder »Pop-Revolution No. 3«?

  • skug : 92
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Zur deutschen Ausgabe des viel diskutierten Wälzers von Simon Reynolds.

»English version

»Composition No. 6«

article_6579_pabsextet_150.jpg Eine ganz simple musikalische Idee, nehmen wir zum Beispiel »rhythmische Asymmetrie« ... ach so, »Sie können sich nichts darunter vorstellen?« Ein asymmetrischer Rhythmus, ja, das ist, na das kommt auf die Betrachtungsweise an. Aber nehmen wir eine andere simple Idee, das »Nebeneinander von Determiniertheit und Indeterminiertheit«. Also das ist, na ja, wir müssten natürlich erst klären, ob wir damit den Unterschied zwischen Komposition und Improv...

»Interrupt-Decay«

  • Artist: Jeff Carey
  • Label: Cwnil Records
  • skug : 92
article_6580_interrupt_200_150.gif »Großmutter, warum kracht und grammelt es da aus den Boxen?« - »Das ist Hardcore Electro Noise, mein Kind!« - »Aber Großmutter, warum geht das 40 Minuten lang dahin, ohne dass sich da sonst etwas tut?« - »Das ist so, um so richtig reinzukippen, mein Kind. Spürst du nicht, wie spätestens beim viel relaxteren »latch« die großen Ohren sich neu ausrichten und alles gut wird?« - »Ja, Großmutter, aber das geht mir trotzdem am Arsch ...

»Acid«

article_6578_230_cover_front_150.jpg Jazzrockrevival, das mittlerweile (gefühlte) siebzehnte Kapitel. Macht aber gar nichts, wenn die virtuose Klinge so einfallsreich und energisch geschwungen wird wie in diesem Fall. Manchmal ein wenig zu schrill und experimentell (aka noiselastig), um das Rockige daran in vollen Zügen zu genießen ... andererseits kann man das natürlich auch genau umgekehrt sehen. So gesehen also ein perfektes Gleichgewicht das uns John-Dennis Renken (Trompete...

»dto«

article_6535_the_closing_150.jpg Das Electronic-Trio theclosing, bestehend aus Alexander Hengl, Lukas Lehner und Daniela Auer, hat sich 2004 auf der Akademie der Bildenden Künste in Wien (wo u. a. auch Wolfram, Pomassl oder Soap&Skin tätig sind bzw. waren) kennengelernt und legt nun endlich sein selbstbetiteltes Debüt auf dem Portlander (!) Independent Label Circle Into Square (das Partnerlabel von Fake Four Inc.) vor. Wie bei diesem Background nicht anders zu erwarten wird ...

»Sternal Symphonic Society«

article_6545_sternal_150.jpg Der knapp 30-jährige Berliner Pianist und Komponist Sebastian Sternal wandert mit seinem symphonischen Projekt ein wenig auf den Spuren des ebenfalls aus Berlin stammenden Andromeda Mega Express Orchestras, ohne dabei allerdings gleichermaßen verschroben, ruppig, anarchistisch zu sein. Zurückhaltender, melodie- und anschlussverliebter ist dieser Spaziergang durch jazzigen Gemüsegarten, obwohl auch hier atonale auf harmonische Sequenzen folge...

»Subterreanact«

  • Artist: Subterreanact
  • Label: z6 records
  • skug : 92
article_6546_subter_150.jpg Hinter dieser subterrestrischen Tat stecken die beiden Niederländer Henk Bakker (Bassklarinette & Electronics) und Jelmer Cnossen (Drums & Zeugs). Die meisten Tracks auf »Subterreanact« wurden als elektroakustische Sessions eingespielt, dann erneut re-sampelt und rückgekoppelt. Das Ergebnis sind elektroakustische Soundwelten as usual, kompetent umgesetzt zwar, aber nur an manchen Stellen Lust auf mehr machend. Schade eigentlich bei einer ...

»s/t«

article_6551_staer_150.jpeg Also steigen wir ein in diesen Schülerbus, der uns direkt nach Noisecity bringt, in das Herz eines rifflastigen Orkans, entfacht von drei lärmgeilen Schulbankflüchtlingen aus Norwegen. Thore Warland (drums), Markus Hagen (bass) und Kristoffer Riis (guitar) heißen diese drei Hardrockwikinger, die sich irgendwo zwischen Experimental, Hardcore und Krawumm bewegen. Gerade diese Gemüsegartenverquerheit, dieser »saladcore« macht »Staer« attraktiv ...

»No Fiction Now!«

  • Artist: Fiium Shaarrk
  • Label: Not Applicable Recordings
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article_6557_sharrk_150.jpeg Da wären wir wieder einmal bei den unterseeisch gurrenden Sounds, wie sie in der zeitgenössischen Elektroakustik zu Dutzenden hergestellt werden, als gäbe es irgendwo ein Nest, eine massenproduktive Brutstätte. Aber in diesem Fall ist doch einiges anders. Der elektroakustische Teppich stammt von Sam Britton aka Isambard Khroustialiov, ist aber hier eher nur Hintergrundrauschen oder, wenn man es diplomatischer formulieren will, Ergänzung und Berei...

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