article_8310_sbi_115x135.jpg
Seite: 1 2
1 - 50/76

The Complete Jack Johnson Sessions (5 CDs)

article_2153_miles_davi_150.jpg In der Musik gibt es nur wenige Taufpaten, und einige von ihnen sind ihr ganzes Leben und ihre ganze Karriere lang auch Söhne geblieben. Vom Februar bis zum Juni 1970 veränderte Miles Davis in New York wieder einmal den Sound unserer Welt. Was dort im Studio passierte, damals noch mit dem Produzenten Teo Macero, hätten vermutlich nicht viele - wenn überhaupt - machen können. Miles hat den Jazz ganz einfach noch einmal erfunden, indem er dessen Es...

Winter Hymn Country Hymn Secret Hymn

Ja Ja, es wird langsam die Zeit des Jahres. Auch an Untergrundlern wandert die Christgeburt nicht vorbei. Vielleicht nicht als weihnachtliche Frömmelmette inszeniert, als sakralästhetisches Gesamterleben zweifellos. Das Fivepiece bis Septett Kammerimprovisation from Indierockhausen, Toronto trötet und swingt sich zum vierten mal durch eines der begnadetsten Stücke New Instrumentalism wie es den Globus seit zehn Jahren nicht wenig überdeckt. Das F...

Plectrist

  • Artist: Billy Bauer
  • Label: Verve Elite Edition
  • skug : 57
Billy Bauer ist einer der ersten modernen Jazzgitarristen, nur nimmt man kaum Notiz von ihm. Als Mitglied in den verschiedenen Combos von Lennie Tristano seit Mitte der 40er Jahre war er vermutlich einer der aller ersten Gitarristen, der sich abstraktem Swing und modernen Formen des Jazz zuwandte. Das mag etwas paradox erscheinen, denn wenn man Bauer hört, glaubt man eher, dass er von Django Reinhardt und Charlie Christian beeinflusst wurde. »Ple...

I've Been Gone - Letter One

  • Artist: Ai Phoenix
  • Label: Racing Junior
  • skug : 57
Hhmmm. Die neue von Ai Phoenix in voller Länge? Moment. Irgendetwas passt da nicht ins Bild und läuft aufs Entschlossenste gegen die Einbahnstraße Erwartungshaltung. Blick auf den Kalender, Handhaltung aus dem Fenster, gefrostetes Zurückziehen derselben - kühl und deutlich jahreszeitet es, der auf früheren Ai-Phoenix-Tonträgern versprühten Atmosphäre gemäß. Die Legung der internationalen Veröffentlichung in den Zeitraum mit abnehmende...

»Arborvitae« / »Split« (12")

  • Artist: Loren Connors & David Grubbs / David Grubbs/Avey Tare
  • Label: Häpna Records / FatCat
  • skug : 57
Ich hätte nie gedacht, dass diese Kombination möglich wäre, vielleicht weil ich angenommen habe, Connors und Grubbs hätten nicht die gleiche Wellenlänge. Sehr ruhig und mit einem starken räumlichen Empfinden, ohne Frage, schienen sie mir musikalisch doch weit auseinander zu liegen. Es ist somit eine wirklich schöne Überraschung, dieses Duo zu hören, zuerst Klavier und Gitarre, in der Mitte dann ein Wechsel zu zwei Gitarren. Genaugenommen ist...

Uncloseted

  • Artist: Aaron-Carl
  • Label: Wallshaker Music
  • skug : 57
Auf »Homoerotic«, einem der zentralen Stücke von »Uncloseted« und Fortsetzung des schroffen, und zugleich selbstvergessenen Booty-Something-Hits »Down« von 1999, entwirft Aaron Carl einen spermaquatisch-phantasmatischen Dark Room mit elektrifizierten (Männer-)Körpern und jeder Menge geheimer Hi-Tech-Schiebetüren. Auch wenn die äußerst expliziten Lyrics die Geschlechterverhältnisse mehr als klar machen, vermögen sie extratracktuell an einer ...

»The Tapes« / »Forbidden Beat«

Mit diesem beiden CDs hat Latons Russen-Affinität endlich seine praktische Erdungen gefunden. Benzo und F.R.U.I.T.S. sind die aktuellsten internationalen Zugänge bei Laton: Den Pathos des Rhythmus haben beide Releases in sich aufgesogen, einmal als heftige Körper-Deterritorialisierung durch Noise und einmal als psychoaktive Verinnerlichung. Besonders lobend, dass das Debüt »The Tapes« des außergewöhnlichen litauischen Musikers Benzo aka Ric...

Bul Bul (3)

Grunzpsychose einer Planierwalze. Nur das der Ösi-Dreier für den angewandeten Hirnstuben-Härtling nicht die Neurosen abschütteln, sondern schamlos nach außen kehren will. Extro-Therapie sozusagen. Damit die Essenz allen guten Rocks. Die Druckwelle des Eisenhüllen-Debuts, das immer schon eben nicht wie die Melvins klingen wollte, ist leider nach wie vor der Fitzelmechanik des Kellerjazzers gewichen. Die Querköpfigkeit ist dennoch dem Ge...

Middle Of The Road

  • Artist: Bus
  • Label: Scape
  • skug : 57
Eher ein gut durchgekochtes Stück Groove-Roadkill als die Angleichung an das Mittelmaß der Masse, das der Titel verheißt. Die Berliner Duo-Crew Daniel Meteo (Meteo Sound) und Tom Thiel (Sun Electric) hat sich popkompatibel um eine der genialst felinen Rap-Stimmchen der letzten Zeit erweitert, MC Soom T (Monkeytribe), die in ihrem Timbre zwischen rotzfrecher Nöhlgöre und Metro-Diva Philadelphia um Zinshäuser näher steht als ihrer Heima...

Guerra

Süditalien und der südliche Balkan haben mehr gemeinsam, als man denkt, obwohl da einiges Wasser dazwischen ist. Das merkt man beim Album-Opener »Oi Mare Má« von Peppe Barra, wo die besoffenen Bläser stark an Balkan Brass erinnern. Damit nicht genug: Der gesamte Fundus der Mittelmeerkultur von Antike bis jetzt spielt in dieser als neapolitanisch deklarierten Musik mit. Arabisches, Jüdisches, das spezielle Idiom der Stadt etc., Kombination von Ges...

Keep Going

  • Artist: Stephen Duffy & The Lilac Time
  • Label: Artful
  • skug : 57
Je älter man wird, um so mehr Narben trägt man sich herum, über manche lacht man und bei manchen überkommt einen auch noch nach Jahren ein beklemmendes Gefühl. Jahr für Jahr versucht man sich nur mehr an den wirklich wichtigen Dingen festzuhalten und den billigen Trödel abzustoßen und Oberflächlichkeiten so gut es geht zu meiden, denn die Endlichkeit des Lebens sitzt einem schon im Nacken. Stepfen Duffy hat in den 20 Jahren seiner Karriere ...

Volume 9-10: I See You Hearing Me/ I Heart Disco

  • Artist: Desert Sessions
  • Label: Ipecac
  • skug : 57
Es ist schon beängstigend, wie im Hause Queens of the Stone Age einfach alles nur mehr hinhaut. Hatten sie den Rock-Zwölfender letzten Jahres schon mit »Songs for the Deaf« abgeschossen, machen 2003 allein die Gelegenheitsjams, der Ausgleichskrawall, die kammermoshikalischen Gästepartys das Riffkraut fett. Zuerst das Turbonegro-nahe Krawallpaket durch Mondo Generator, jetzt die absolut brillanteste Desert Sessions-Edition seit Existenz dieses sam...

070796

  • Artist: Earth
  • Label: Autofact
  • skug : 57
article_2134_070796_150.jpg Dylan Carlson bezeichnet diesen hier konservierten Auftritt vom Wiener Hyperstrings-Festival als den besten seiner Band. Was muss der für Konzerte gespielt haben! Die Neunziger waren mein »verlorenes Jahrzehnt« (Hirn kaputt!), also bin ich für dieses Dokument sehr dankbar, denn es war und ist wirklich großartige Musik. Zwei Gitarren, unmöglich gestimmt, schön gemächlich dronend, versehen mit reichlich Feedback und Distortion reichen Earth a...

Wir Haben Die Orgeln Nur Von Unseren Kindern Geborgt

»Wie geht es, wie steht es? Frag mich noch etwas Blödes!« (»Wie Geht Es«) Gut, dann ein paar Fragen, oder besser gleich die Antworten: Das Erste Wiener Heimorgelorchester gibt es seit 1994, gespielt wird wirklich ausschließlich auf Heimorgeln (ja genau, diese kleinen Casio und Yamaha Dinger) - obwohl ein paar Effektgeräte mittlerweile erlaubt sind. Der vierstimmige Männerchor ist eine genuine Spezialität, und die Songs sind allesamt selbst ...

Life-Like

Das erste Solo-Album eines Faust-Gründungsmitglieds ever wälzt sich in seiner enigmatischen Kraft durch elektroakustische Schluchten, in denen sich der Faust-Keyboarder seit mehr als 30 Jahren heimisch fühlt. Irmlers Soundwälle mäandern dahin, schichten sich permanent neu, kartografieren gleichsam einen Evolutionszyklus, der höchst psychedelisch daherkommt und viel mit Fausts »Rien« zu tun hat oder mit Hafler Trio und Organum. Eine eigentümliche ...

Earth Is Not A Cold Dead Place

Ein Hosanna für Doppelgitarre. Ein Festmahl in Sachen Post-Rock. Ein Name, der sich als Fixstern in die Bibel der Rockgeschichte brennen wird. Dort, wo Mogwai aufgehört haben gut zu sein, nämlich unmittelbar nach ihrem Debütalbum »Young Team«, setzt sich dieses texanische Quartett aus dem Freundesumfeld von American Analog Set fort. Erleuchtete Chimes in Zirkelriffs. Zärtelnd militante Snare-Marschrhythmen als Antreiber vergeistigter Gitarrensch...

Herzscheiße

Was ist mit Funny van Dannen los? Dem Schöpfer solch unvergleichlicher Hymnen wie »Ingo«, »Fruchtfliegen« oder »Schade -Scheiße« ist bei diesen neuen Songs der vordergründige Humor abhanden gekommen. Klarerweise treibt er sich im Hintergrund fleißig herum, aber Ausgelassenheit verbreitet hier keiner der Songs mehr. Ob das an der deutschen Befindlichkeit, der persönlichen Lebenslage oder einfach an der Unlust lustig zu sein liegt? Wo f...

Revoir un Printemps

  • Artist: IAM
  • Label: Delabel
  • skug : 57
Die europäische Gruppe der Superlative vom Planeten Mars (Marseilles) ist nach sechs Jahren mit ihrem neuen Meilenstein zurück, um dem französischen HipHop einen neuen Frühling zu bescheren. Nach »De la Planete Mars« (1991), »Ombre et Lumiere« (1993) und »L'Ecole du Micro d'argent« (1997) schlossen sich Shurik'n, Akhenaton, Freeman, Imhotep, Kephren und DJ Kheops in ihrem Landhaus ein, produzierten und wählten nach demokratischem Prinzip letztend...
Reviews | Kamp | 04/2004 mehr lesen

O.A.G.

Avantgarde-Rock mit Eiern. Eine seltene Pracht, krawallierenden Gitarrenkrawumm auch mal für den seelischen Brillenträger zu formulieren. Etwas, was musikgeschichtlich abseits rarer Namen wie Don Caballero, Gastr Del Sol und Blind Idiot God kaum zu ertrüffeln ist, erst recht nicht hierzulande. Tumido spielen genau diesen intellektualisiert verernsteten Instrumentalrock mit beachtlicher Finesse - ohne die arrivierten Gesten, mit denen ihre vielen ...

Boyz Revenge

Besser in Deckung gehen, liebe Mädchen, denn das andere Geschlecht holt nun zum fulminanten Rückschlag aus. Nachdem die Burschen auf der im letzten Jahr erschienen, bezaubernd erfrischenden »Toxic Girls«-Compilation eine ordentliche Dögelei über sich ergehen lassen mussten, ist es nun an ihnen zu zeigen, dass auch Jungs Spaß haben wollen, wie dDamage und Tekilatex mit einer modifizierten Cindy-Lauper-Coverversion emphatisch belegen. Musikal...

Rose de Shiraz

Ulrich Troyer wohnt in der Nähe des Brunnenmarkts, dem wahrscheinlich größten türkischen Markt von Wien. Auch sein Herz gehört dem arabischen Raum und mit (Süd-)Tirol kennt er sich auch gut aus. Warum das alles wichtig ist? Als Gitarrist und Soundforscher unterwegs, war Troyers letzte CD auf Mego rausgekommen, daraufhin folgte eine tiefgreifende Neuorientierung. Mittlerweile tritt er mit einem Live-Trio-Ensemble auf. »Rose de Shiraz« ist ei...

Amusement Park

Was am Anfang wie die musikalische Untermalung einer Autofahrt zu sechst an die Ostsee klingt, stellt sich überraschend als ein 1.Klasse Flug heraus - mit dem Heißluftballon, aber immerhin. Wir bleiben über den Dächern trostloser Plattenbauten und entdecken eine zentrierte Ansammlung wilder Entschlossenheit, das seelenvolle Gitarrenspiel mit dem Schlagzeug und den harmonisch interessanten Lyrics in Einklang zu bringen. Obwohl es vier Jahre ...

Duplex

Sascha Ring, Co-Chef von Shitkatapult, hat nun unter dem gleichsam irreführend wie martialischen Namen »Apparat« sein drittes Album vorgelegt. Ein opus magnum im wahrsten Sinne des Wortes, das wohl auch seine beiden Vorgänger in einem neuen Licht erscheinen lässt. Wer glaubte, Shitkatapult stehe seit jeher nur für Frickeln und Knarzen, wurde schon bei einem wunderbaren Release von Sami Koivikko letztes Jahr eines Besseren belehrt. Unwörter wie Kn...

Echo Parcours

Nürnberg ist bisher nicht besonders bekannt als funkige Sound-Metropole. Trotzdem hat diese Stadt einen fetten Eintrag auf der musikalischen Landkarte. Und der heißt Trio Electrico. Zwei Typen, die schon von anderen Projekten einen Namen haben (darunter Boozoo Bajou) und einer, der sich jetzt einen macht. So reiten die drei los und lassen lässig die Fersen der Tresensteher swingen. Nun sollte man meinen relaxter Dubgroove wäre ein Feld das ...

Politronics

Vorliegende Zusammenstellung diverser, mehrheitlich bundesdeutscher, elektronischer Musik diskutiert die Bedeutung und Problematik der Formulierung politischer Inhalte im Spannungsfeld von Pop, Ökonomie und natürlich Politik. Der einleitende programmatische Text verwehrt sich gegen explizite inhaltliche und stilistische Manifestationen von Politik im Pop. Die politsche Botschaft möge stattdessen durch Ironie, Humor und Understatement verschl...

Korsika Kollektion

Da entfleucht doch glatt ein »Selbstverständlich!« als Kommentar - zur Orientierung sei vorangestellt: Mit der aus dem Mittelmeer ragenden Insel hat vorliegende Ansammlung meist scheppernder Liedentwürfe variabler Länge und unterschiedlicher Lautstärke rein gar nichts zu tun; schon mehr mit Deutschland, den Niederlanden und Russland. Aus diesen Ecken stammen die 19 Interpreten der 24 Stücke des ersten auf dem Kölner hundertzwei*-Label erschienene...

Kish Kash

  • Artist: Basement Jaxx
  • Label: XL
  • skug : 57
»Kish Kash«ist der dritte Longplayer von Basement Jaxx, der in genüsslicher Weise sämtliche Stil- und Ausdruckskonventionen über Bord wirft und dafür Passagen hat, wo nur der Kopf groovt. Was nach ihrem umwerfenden Erfolg nach dem letzten Album »Rooty« schon mal was heißt. Eine Reihe an Gastsängern tritt vors Micro, die von der 18-jährigen Soulerin Millie bis zu Punk-/ Wave-Röhre Siouxsie Sioux reichen. Siouxs »Cish Cash« könnte man ohne Pr...

»Exodus« / »Action Music«

Über die Jahre hat Tüür einen Personalstil entwickelt, der einerseits an estnisches Komponieren (nordeuropäischer Klang, flirrende Streicher) anknüpft, andererseits wilde, aufrüttelnde Klangprozesse in die Konzertsäle wuchtet. Besonders deutlich wird Tüürs Obsession, ekstatische Klangwellen aufzubauschen, auf vorliegender Einspielung mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Paavo Järvi. Isabelle von Keulen spielt im »Concerto For ...

E??A??D??G??B??E | 12K

Nach Elektronik und Laptop-Musik widmet sich diese Compilation dem Gitarrensound oder einfach den Saiten, womit auch die Reminiszenz an einen Mythos, bestimmte Emotionen und eine Entwicklung verbunden sind. Hier erinnern sich vier internationale Künstler und eine Künstlerin: das Duo Fonica aus Japan, Keith Fullerton Whitman und Christopher Willits aus den USA und Sébastien Roux aus Frankreich. Vermutlich aufgrund des ziemlich romantischen, minima...

Deliverance

»Deliverance« - ein Titel, der nichts Gutes verspricht. Immerhin bezieht sich nun (nach Mick Harris/Scorn) auch Timbalands Antwort auf Eminem auf John Boormans legendären 1972er Film, in dem ein paar Großstädter (unter ihnen Burt Reynolds) eine vergnügliche Flussfahrt unternehmen wollen (im Sinne der 1970er »Back To Nature/Fit For Fun«-Ideologie) und währenddessen u.a. Ned Beatty von zwei Hillbillies dazu aufgefordert wird, die Hosen runter...

Transatlanic Love Machine

Wenn man wissen könnte aus welchem Material diese Musik gemacht ist, oder sie zumindest anhand eines Materials beschreiben könnte. Wenn man sie mit der glänzenden Oberfläche einer Motorhaube vergleichen könnte, die nach einem Regenguss noch unbegrenzter schimmern kann: Es wäre eine Wahrnehmung, die dem Kopf etwas vermittelt, aber das Gemüt nicht anspricht. So ist doch die Suche nach einem Material der richtige Ansatz, der Wunsch nach einer Beschr...

Bimbo Wizard

  • Artist: Thee Ultra Bimboos
  • Label: www.theultrabimboos.com
  • skug : 57
Die finnische Girlband mischt den Rock'n Roll durch rohe und wilde Songs wie »You better treat me nice or you'll be sorry for the rest of your life ...« neu auf. Elektrogitarren mit einer gehörigen Dosis Punk-Gegröle gleiten über in melodische Lovesongs mit swingenden Sixties-Sounds. Nachdem Thee Ultra Bimboos ihr letztes Album noch mit beißender Selbstironie als »Four Fans Can't Be Wrong« betitelten, ist ihnen mit »Bimboo Wizard« ein Album ...

Nerrrddd Kids To »Perzonall!« Robotz

Vielleicht gar ein wenig zu viel Urban-Credibility im Titel dieser Compilation, diese Kritik lasse ich gelten. Aber ansonsten fällt mir wirklich nicht ein, weshalb man hier keine eindeutige Empfehlung aussprechen sollte. Wiederum gilt: So heterogen das Labelprogramm, so heterogen die jeweilige Compilation. Von Electro-Mods der Marke Ladomat über experimentelles Low-Tech-Soundscaping bis hin zu filigranen Minimal-Dub-Tracks ist alles dabei. In die...

Room On Fire

The Strokes machen auf ihrem zweiten Album nichts Neues. Das soll nicht heißen, dass die Senkrechtstarter aus der New Yorker Underground-Szene die Chance nicht genutzt hätten, sich von der etwas schalen Retro-Rock-Welle der letzten Jahre zu lösen. Das soll lediglich heißen, dass »Room On Fire« nahezu genauso klingt wie ihr famoses Debüt »This Is It«, sprich: rotzig, lässig und larmoyant, mit fernen Stooges- und Velvet Underground-Anle...

A Touch Of Class Sucks!

Wer braucht noch Electro-Clash? Blöde Frage, wenn es sich um genau jene Mischung aus Punk-Attitude, queerer No/New-Wave-Ästhetik, Disco-Junk und Glamour-Trash handelt, wie sie hier im Geiste einer gerade zu Camps'schen Pop-Trashologie vorgetragen wird. Oder wenn ich mir darauf so einen Reim machen kann. Denn was sich die Fashion-Victims des A Touch Of Class-Labels so alles in Sachen 1980er-Zombie-Wiederbelebungen leisten, ist schon ultra-st...

14 - 09 - 01

  • Artist: Village Of Savoonga
  • Label: Hausmusik
  • skug : 57
Village Of Savoonga, das ist: ganz klar Weilheimer Urgestein. Um den aus Markus Acher, Christoph Merk und Wolfgang Petters (Fred Is Dead) bestehenden Kern der Band haben sich im Laufe der Zeit noch Bruder Micha Acher sowie Chrisoph Brandner und Markus Gretschmann (beide Console) geschart. Anlässlich des Hausmusik-Festivals im Jahre Zehn nach der Gründung von Village Of Savoonga (und des Hausmusik-Labels selbst) fand man sich zu einem mehr oder we...

Everything Without All Inclusive

»What happened to my Casioromantik?«, möchte man etwas besorgt nach Lektüre des Presseinfos fragen, das neuerdings verstärkt »Ernsthaftigkeit und Zweifel« in Jo Zimmermanns Musik verortet. Doch keine Angst, sein Fabel für krude, endlose Songtitel (was zur Hölle meint »Prä-digitaler Volksstuhlhänger«?) und wild flirrende Popminiaturen in bester Krauttradition sind auf »Everything without all inclusive« noch immer in Hülle und Fülle vorhanden. Ein ...

Memories of Enemies

  • Artist: Whyte Seeds
  • Label: Stockholm Records
  • skug : 57
Eine schwedische Boy Band und englischer Rock. Nach zu vielen Parodien, mit denen ich mich heute morgen auseinandersetzen musste, bin ich zumindest froh, so etwas zu hören. In gewisser Weise ist es ein weiterer Remix, nur dass alles von dieser Band ist. The Beatles und eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft mit Angus Young, Can, Jeff Beck oder Peter Frampton treffen auf die Stooges, also hundert Prozent 60er-Rock-Charts, wobei aber große...

s/t

  • Artist: Villalog
  • Label: Pararecordings
  • skug : 57
Das Warten hat ein Ende, und was für eins: Die Wiener-/ Pariser Elektronik-Krautrock-Dub-Tanz-Psychedelikband Villalog (Michi Duscher, g.; Marc Muncke, elec.s) haben ihre erste Fulltime-CD vorgelegt, vollgespickt mit Musik, wie sie eigentlich nicht von dieser Welt sein könnte. Nach zwei vielbeachteten Maxis und dem Überflieger »Detroit« haben sie sich Zeit genommen, zusätzliche Tracks produziert und die Bandbreite in unvorhersehbare Dimensio...

Mint

2001 debütierte Alexkid mit seinem Album »Bienvenida« auf F-Communications, Frankreichs führendem Label in Sachen Mainstream-Electronics. »Bienvenida« wurde von »Konsumenten« wie Kritik wohlwollend bis enthusiastisch aufgenommen. Und Alexkid alias Alexis Mauri hat sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Nach einigen 12"-Releases und Remixes, unter anderem für King Britt und Llorca, veröffentlicht Alexkid sein zweites Album »Mint«. Die zehn Tit...

Get Born

If you steal, you better do it right! Wenn man den Strokes lebenslänglich hinter Komplettverschalung wünscht, kassieren Jet mit dem wohl heftigsten wie gerissensten Zitatensammelsurium in der Historia de la Glamstomp and Garage-Romp den Kasino-Exitus ab. Chartsingle »Are You Gonna Be My Girl« dampft gleich 1:1 wie Iggy's »Lust for Life« vom Stapel um dann im Wechselduell mit The Who, den Seeds und den Small Faces den Erzfeind und braven Doppelgän...

Champion Sound

  • Artist: Jaylib
  • Label: Stones Throw
  • skug : 57
Alles begann damit, dass Madlib von DJ J-Rocc (Beatjunkies) eine CD mit Beats von Dilla zugesteckt bekam und sofort ein komplettes Album darüber aufnahm, welches aber vorerst nur für seine eigenen Ohren bestimmt war. Das fertige Teil beschriftete er dann (aus Ideenmangel?) mit »Jaylib«. Peanut Butter Wolf presste einen Track davon als White Label und kurz darauf meldete sich ein begeisterter Jay Dee von Detroit aus. So kam es zur Zusammenarbeit d...
Reviews | Kamp | 03/2004 mehr lesen

I Can't Stop

Nach achtjähriger Abstinenz ging Soullegende und Prediger Al Green wieder einmal ins Studio. Auf irgendwelche zeitgemäße Klänge wurde gleich von Anfang an verzichtet, denn als Co-Autor und Produzent holte sich Al Green seinen Mentor und Produzenten seiner Erfolgsjahre, den legendären Willie Mitchell. Und aufgenommen wurde natürlich in den Heimatstudios in Memphis. Solche Reunions können ganz leicht in die Hose gehen, da man eine lang vergan...

Being Ridden / Being Ridden Instrumentals

Cex Selbstdarstellend: »Half man, half human« Und selbsterklärend: »Being Ridden is full of ghosts - spirit. Ridden with beings!« Funky-Chill-Out-Hip-Rock-Hop-Electronica, das Sound-Püree zwischen düster digital und aufregend analog, das fünfte und gleichzeitig Erste Doppel-Album des 22-jährigen Musikers aus Baltimore. Hier wird einfach LP 1 mit gewitzter Wortkraft beschmückt und »Being Ridden Instrumentals« ihren Rohfassungen überlassen, mit all...

Sheath

  • Artist: LFO
  • Label: Warp
  • skug : 57
1991 schrieben Mark Bell und Gez Varley Musikgeschichte. Als dritte Albumveröffentlichung von Warp Records erschien damals die stilprägende LP »Frequencies« unter dem Pseudonym LFO. Es gab dann zwar noch ein Nachfolgealbum, das aber qualitativ nicht mehr an dem vorgegebenen Niveau anschließen konnte. LFO besteht heute nur mehr aus Mark Bell, der inzwischen keinesfalls untätig war und als Produzent für Depeche Mode und Björk fungierte. Nun i...

Some Of My Best Friends Are DJs

Da ist er wieder! Der geniale Kanadier meldet sich mit seinem zweiten Longplayer zurück und das fühlt sich sehr, sehr gut an in Zeiten in denen sich alle gegenseitig in die Clubs prügeln und Synthies vergewaltigen, als hätten die Trendscouts recht gehabt und die 80er wären wirklich wieder »back for (no) good«. Nach seinem unglaublichen 2000er Debüt »Carpal Tunnel Syndrome« und der grandiosen Mitarbeit an »Deltron 3030« sowie einem 300 Seiten star...
Reviews | Kamp | 03/2004 mehr lesen

1:2

Die Mini-CD gehört zu meinen liebsten Formaten (neben der 10-Inch und den Scheiben aus dem frühen letzten Jahrhundert). Die Länge der Spielzeit und somit der Musik ist einfach ideal. Die Hülle der vorliegenden Mini-CD zeigt noch dazu, wie's geht: leichte Verpackung, zwei Farben und ein sehr kurzer Text, den ich gerne wiedergeben möchte, da er in seiner Präzision jede Frage beantwortet, die Sie vielleicht noch haben könnten. »Sachiko M, one empty ...

Remembered

Nach längerer Abstinenz (garantiert nicht vom Alkohol) kommt die dritte Solo-LP des völlig ungeläuterten aber ergrauten Berserkers (remember Mule?). Der Bart ist grau geworden, die Musik dafür wieder frischer und heftiger als bei der heavy orgelunterstützten »Push Me Again«. Die Sehnsucht nach Katharsis wohnt den Musikergenen P.W. Longs inne, er kann einfach nicht weniger als alles geben. Da ich ihn als seltsam moralfreien Menschen betrachte, fra...

Fear Death by Water

Am Anfang ist Skepsis angesagt: Kann Franz Koglmann Opern-Erstling, der bei seiner Premiere im März 2003 im Wiener Museumsquartier nicht zuletzt durch die großartige Inszenierung Michael Scheidls überzeugen konnte, auf CD funktionieren? Obwohl man nunmehr nicht wie in einem surrealen Film durch verspiegelte Schlafzimmertüren die Ort des Geschehens betreten kann, wo man strandigen Sand unter seinen Schuhen rieseln spürt, und sich - so merkt ...

»Boban I Marko - Balkan Brass Fest« / »Electric Gypsyland« / »Colors Music - Cumbia«

  • Artist: Boban Markovic Orkestar / Various Artists / Various Artists
  • Label: Piranha / Crammed / www.irmagroup.com
  • skug : 57
Zunächst purer Stoff, Pfeffer im Arsch! Boban Markovic, illustriert von Fotos des Balkan Brass Woodstocks in Guca. Einfach großartig, Bastard-Weltmusikpop! Elektronikmusikproduzenten haben Gypsy Sounds vom Balkan intus und vermengen/verschneiden zwei bis drei Musikstile. »L'Orient est Rouge« von Lightning Head bzw. »... Roots« von Bigga Bush vs. Kocani Orkestar verschmilzt Afromusic, Jamaican Style und Balkan Brass auf fabelhaft smoothe und...

skug partner

TQW_Skug_LIQUID_LOFT.GIF

 HR_180x180_skug_loop.gif

 jeu_abos2016_17_skug180x180_RGB_2_web.jpg


skug empfiehlt


Fri 10.03.2017 : [~2.4.] valeska gert – gesicht - körper - bewegung | filmarchiv austria kino kultur haus | wien

Tue 14.03.2017 20:00: [~29.4.] frotzler-fragmente | schauspielhaus | vienna

Fri 31.03.2017 22:00: the godfathers | chelsea | vienna

Sat 01.04.2017 20:30: foxing | chelsea | vienna

Sun 02.04.2017 20:30: steve coleman reflex trio | porgy&bess | vienna


» alle termine
 

skug friends



logo_emap.gif

fresh_Logo_black_red180.jpg

bytefm_logo.gif

logo_norient_NEU_2011.jpg

orange94.png

ute_bock_logo.gif

» skug @ facebook