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skug #44

  • skug : 44
article_2878_vol_44_150.jpg Ted Milton/Loopspool, 10 Jahre skug, Miles Davis & John Coltrane, Radiohead, The Go-Betweens, Magnetic Fields, Ryoji Ikeda, Zend Avesta, Ostrava, Plunderphonics, Feridun Zaimoglu, Artfile, Schneider TM, Wien Modern, Konfrontationen Nickeldsorf, Jimi Hendrix, ESG, 2 Step, Planet Reggae, Luaka Bop, Base Records
Backissues | | 03/2001 mehr lesen

Kompakt Total 2

Die zweite CD-Zusammenstellung gleichermaßen behaglicher wie spannungsgeladener Tracks aus der Kölner Qualitätsfabrikation Kompakt fühlt sich erneut zu gleichen Teilen den Faktoren Hedonismus, Tiefe und Eleganz verpflichtet. Dies hat eine im positiven Sinne schicke Angelegenheit zur Folge, die sich in jedem Ausgehtäschchen gut macht - als Wohnzimmerinterieur natürlich sowieso. Jedenfalls bewegen sich die 13 hier versammelten Tracks von Rein...

Der Base-Rec.Sampler, getaktet für das tägliche »nine to five«

article_2550_9to5_150.jpg Acht Stunden Musik auf einer CD: Wenn sich da den Majors mal nicht die Nackenhaare aufstellen. Oder wäre das was, dem Konsumenten eine CD um den achtfachen Preis andrehen zu wollen? Könnte schwierig werden. Für all das und einiges mehr gibt es »Nine>Five«.

s/t

Genau wie bei Stanley Kubrick ist auch bei Tom Watson von der ersten Sekunde an klar, dass nur das Allerfeinste serviert wird. Schon der Opener »Future History« ist ein elegantes semantisches Spiel zur eigenen Geschichte, das mit nostalgischen Anflügen aufräumt und dennoch das Sentiment von »Country« als probates Mittel zur Reflexion heranzieht. »In this present nostalgia / it?s hard just being away from what keeps us apart« heißt es etwa i...

The Rise And Fall Of Silvercity Bob

Dining Sounds for the advanced Lounge Cannibal. Klein, Ösi-Startuplabel, das durch die überschätzten Sofa Surfers, dem trotz dem Gähnen nach Kruder + Dorfmeister wichtigsten Export-Impact heimischer Tanzflur, durch die wirklich grandiosen MUM, durch diverseste andere kleinfeine Acts, über das fähigste Grundkapital verfügt, expandiert nun jenseits der Grenzen. Beat Solér, Schweizmeister spinnerter Drum?n?Bass-Gerüste, hatte bereits einige Pla...

Silence Is Sexy

Die Neubauten feiern mit »Silence Is Sexy« ihr 20-jähriges Bestehen und dabei ist der Name schon programmatisch. Wenn man jahrelang mit Forderungen à la »make some f**kin' noise« konfrontiert ist und dessen müde (oder zu arriviert geworden) ist, ist eine Revision erforderlich. So nach der Art: Lärm ist kathartisch, Silence is sexy. Auch wenn einige Stolperfallen für erhellende Momente sorgen, die eingeschlagene Richtung zeichnete sich schon mit »...

Hot We Dub

Auch eine Wiederveröffentlichung einer zuvor nur auf Cassette erhältlichen R.O.I.R.-Menschheitsbeglückung. Obwohl es im vorliegenden Fall jede Menge Probleme gibt. Ich weiß ja auch nicht, aus welchen lustigen Kräutertee-Mischungen sich Style Scott und seine Roots Radics damals (wir sprechen von 1989) ihre Inspirationen geholt haben. Aber offenbar haben sie bei dieser Dub-Version der RAS-LP »Hot We Hot« irgend so ein gepantschtes Zeug mitinh...

Quality Control

In die »Quality-Control«-Spalte des familienfreundlichen und partytauglichen zweiten Albums der HipHop-Shooting-Stars des Jahres 1998 muss natürlich ein fettes, rotes »OKAY« mit drei Rufzeichen gesetzt werden, denn an der handwerklichen Qualität dieser Platte gibt es wahrlich nichts zu bemäkeln. Den Old-School-Zauber ihres Debüts vermögen die DJs/Producer Cut Chemist und Nu-Mark und ihre vier der höchstmöglichen Homogenität verpflichteten MCs all...

Wir

Hamburg tanzt in Schmuddelclubs. Ganz Hamburg? Nein, vorwiegend die spexuelle In-Crowd, wo Ökopullover im Housewind wiegen, die DJ-Überdosis mal aus Bier statt Koks besteht und alles nur eine überbewußte Phase jugendlichen Hedonismus ist. Die linkisch studentische Attitude meets alternatives Deutschtum gone PopRocky brachte vor allem L?Age d?Or als Wegbereiterlabel ins Volk. Das war erfolgreich weil?s glaubhaft war, nicht immer gu...

Unsung Heroine

Vier traurige Norweger auf dem Weg die Herzen (und Tränendrüsen) der Gleichgesinnten zu erobern. Da Seelenverwandte wie die Tindersticks pausieren, stoßen Midnight Choir mit ihrem dritten Werk in das weite Panorama des gepflegten Leidens vor. Unterstützt vom Kern der Walkabouts Carla Togerson und Chris Eckman enststand ein toll produziertes Album, das auch Freundinnen und Freunde der wehleidigen Melodie erfreut. Und wehleidig sind wir alle,...

Vertonung

  • Artist: Alles Wie Gross
  • Label: Hausmusik/Kollaps
  • skug : 44
Alles Wie Gross, die sporadisch agierende Band um Markus Acher und Michael Heilrath, hat 1996 anlässlich einer größeren »Hamlet«-Veranstaltung in Mainz die Stummfilm-Interpretation des »Hamlet« von Sven Gade aus dem Jahr 1920 vertont. Mit einiger Verspätung liefern Hausmusik und Kollaps die im Rahmen dieses Projekts entstandenen Instrumental-Stücke (im Vinylformat inkl. Klappcover) als Tonträger nach. Dem historischen Stoff entsprechend geh...

Select Cuts From Blood & Fire

Gute Ideen müssen nicht immer neu sein. Es genügt schon dem Anlass zu entsprechen und dann können eigentlich nur noch die damit Beauftragten Mist bauen. Die Idee: Der in den Archiven gelagerte Backkatalog des verdienstvollen Reggae/Dub-Reissue-Labels Blood & Fire (u.a. Ultrakapazündlerisches wie Horace Andy, Yabby You, King Tubby, U Roy, The Congos, Impact All Stars) wird zur Weiterverarbeitung freigegeben. Teilgenommen haben an diesem Tag der of...

Pointy Stunt

  • Artist: Kaffe Matthews & Hayley Newman
  • Label: Audioview
  • skug : 44
Drei konträre Samplingvorgaben, in Realzeit umtransformiert von Kaffe Matthews. Im Wiener Rhiz war ich Zeuge, wie der Sound, den die Performancetänzerin Hayley Newman mittels 14 eingenähter Mikrophone fabrizierte, von Kaffe Matthews gesamplet und mittels rascher Improvisation in eine andere Form gebracht wurde. Der Rhiz-Mitschnitt vom 24. 10. 1998 ist dabei bezüglich Sound noch der »clubkompatibelste«. Nach »Suit« folgt das mit insistierendem Mas...

Blauer Samt

  • Artist: Torch
  • Label: V2
  • skug : 44
Mit seiner Crew Advanced Chemistry wurde er Anfang der 90er zum Pionier der heutigen Cash-Cow »deutschsprachiger HipHop«; ein unglaublich ereignisreiches Jahrzehnt später meldet er sich mit seinem introspektiven, abgeklärt-gelassenen und äußerst soliden Solo-Debüt zurück. Aufgenommen mit seinem alten Weggefährten Boulevard Bou, präsentiert sich der Zulu-Nation-Führer in einer Ernsthaftigkeit, der es nicht um den Effekt plakativer Flashes ge...

Museum Of Imaginary Animals

Nach der letztjährigen Compilation »Telemetric Melodies« kredenzen die sieben BirminghamerInnen mit dem opulenten, aber stets dezent eingesetzten Instrumentarium (unter anderem sind Theremin, Trompete, Klarinette und Akkordeon Fixbestandteile Pram'scher Klangerzeugung) wieder ein neues Epos. Unaufgeregt und stilsicher wie eh und je bewegt man sich angenehm selbstvergessen an den schattigen Rändern eines Feldes, das die Geistesverwandten von Stere...

Outer Canal Street Mixes

  • Artist: Solar Moon System
  • Label: Rainhorse
  • skug : 44
Kölns Sofa Surfers: Auch das Downbeat-Kollektiv Solar Moon System entstammt einer Rockband und hat mit »Outer Canal« einen sich in den Gehirnwindungen festsetzenden Dancefloor-Song geschrieben. Elektronik-Pionier Klaus Schulze startet mit gleich vier Versionen des Songs sein neues Label Rainhorse. Sein eigener Remix verbreitet angenehme Schläfrigkeit im positiven Sinn, da Moog-Melodien implantiert werden. Ähnliche Moods verbreiten die Nu-Jaz...

It

article_182_it_150.jpeg Der in Tokio beheimatete Pole Karkowski legt mit »It« eine 17-minütige Ein-Track-Nummer vor, wie sie zur Drone-Gemütlichkeit innerhalb noise-lastiger Klang- und Installationskomplexe nicht besser passen könnte. Zwar ist vermerkt, dass sich das Original-Material an »algorythmic clarinet sound«-Software bediene; nachvollziehbar bleibt das aber nicht. In langen, beinahe sphärischen Phasen, wo sonores Rauschen und hochgepitchtes Feedback aufeinander ...

Since Then

Die tanzte wohl hoffentlich nur einen Sommer, die Hype-schlampe. Sind in England etwa karibisch-südamerikanische Musiktraditionalismen seit eh und je integriertes Standardangebot und war die elektronische Erweiterung der natural vibes durch Elektronik im Reggae der 70er schon Ausgangsmaterial, feiert der urlaubsträchtige deutschsprachige Konsumentenraum plötzlich via Buena Vista und Cubanismo den Electrolatino-Boom. Geschmacksfronten zwischen Ric...

Primitive

Da Package is da Message. Primitiv ist er, der naive Malerei-Style des Coverartworks, sub-tribal Amsel aus der Asche. Primitiv war das Schlüsselrezept der grandiosen letzten Sepultura-Platte »Roots«, wo sich zivilisationsmüde Zurück-zur-Natur-Message mit archaischer Befreiungsgewalt gone Metal paarte. Tollwutschnaubende Themrocs und Bravehearts mit Grindgrooves & Schlammdreads against Society. Max Cavalera vertschüsste sich im Privatkrieg und des...

News From Santa Cruz

Subkultureller Prince aus der austriakischen Provinz. Schwer ambitioniert spielte der in Heiligenkreuz werkende Al Fonz alle Instrumente selber auf einer Kassette ein. Ja solche Tonträger gibt es immer noch, nur kaum jemanden, der verschrobene Einzelgänger-Musik auch im Radio spielen würde. Dabei geht die songschreibende One Man Band durchaus funky zur Sache: Flott marschiert der Drumcomputer, der Synthie macht auch mal ein bissl auf orchestral, ...

Selma Songs

article_155_bjork-selm_150.jpg Regenschweres Europa. Das Projektionsgerät rattert im Hintergrund. Kritiker waren sich unter der Schreiberhand einig. Die Kinos waren öd beim Festivalspurt von Cannes. Öde Einheitssauce aus endlosem Genrehaschée und mit Anspruch wie lästigem Kaugummi als verunziertem Buch zum Film. Dass die einzigen Sensationen aus dem asiatischem Raum kamen war schon vorher keine Neuigkeit. Ebenso dass der Abräumer Lars von Trier?s »Dancer in the Dark« wur...

Punik

GOEM haben sich diesmal den »Student Simulator« vorgenommen, eine alte Hospitalseinrichtung für Pulsmessung, um permutiv aus dem Rhythmus einen Sound entstehen zu lassen. Hisses, clicks und drones, wo immer man auch hinhört. Nach einigen Releases und diversen Mixen für Ultra Milkmaids und Pomassl warten GOEM einmal mehr mit einer elektro-akustischen Bearbeitung auf, deren oberstes Anliegen zu sein scheint, einen durchgehenden Beat als Klammer zu ...

Patience Is The Key

Ambient mal als richtiges Ambiente. Die in der Korm-Serie veröffentlichten Scheiben zeichnen sich dadurch aus, richtiggehende Concrète-Ansätze mit dem Eno'schen Ambient zu verknüpfen, und das meist mit analogem Instrumentarium. Ruhige Soundwälle, ein bisschen nebelgeschwängerter Chill-Out. Der für Metamatics und Nacht Plank elaborierende Lee Anthony Norris hat sich mit den Brüdern Ichiro und Kenji Taniguchi (als D'n'B-Duo Reflection) zusammengeta...

Green Bullet

Trotz Namensänderung (Audio statt Money) und Aufstockung zum Trio bleibt eigentlich alles beim Alten. Bei einer Band, deren Zeitrechnung in etwa beim ersten Auftreten der Beatles enden dürfte auch nicht weiter verwunderlich. Zur Gretschgitarre und zum Slingerland-Drum-Kit ist jetzt David Passow mit einer Box voll Mundharmonikas gestossen, und das bekommt dem angepunkten Blues ganz vortrefflich. Das Tempo ist durchwegs angezogen, obgleich sich auc...

My Life With Jesus

Frömmelndes Technostampfen? Nein. E-Soundbastler Uwe Schmidt entdeckt Jesus ohne Mönchsgong und Räucherstäbchen. Bewußstseinsumkehr des überstressten Deutschen gibt?s auch im neuen Wohnort Santiago de Chile keineswegs. Mit G?n`G, sogenanntem Minimal oder Click-House, entdeckt der als Atom Heart und zuletzt Senor Coconut bekannte Uwe die Erleuchtung des Gospel im karg absurdistischen Beatgewand von Mr. Oizo. Televangelistisches Jauchzen und ...

Nobody Sees The Monster In The Light Of Day

Nach einem guten Dutzend Singles und zwei CD-Veröffentlichungen bringt Delphium (Jonathan/ Kiyha) in ihrem siebten Jahr nun »Nobody« auf den Markt, bei der es sich um eine Compilation der letzten sechs Jahre handelt. Nach der Split-CD »Lucius« mit Mimetic Kino ist es die zweite Scheibe für Moloko+. Abgesehen davon, dass die Produktionen qualitativ immer besser werden, ist zu vermerken, dass Delphiums atmosphärisch dichte Musik einmal mehr in den ...

Pet Project

  • Artist: Karen Mantler
  • Label: Virgin Classics
  • skug : 44
Fast ein Dezennium ist vergangen, seit Familienkater Arnold das Zeitliche gesegnet hat. Für Karen Mantler kein Grund, das treue Tier endlich in Frieden ruhen zu lassen und die Trauerzeit zu beenden. Auch das jüngste »Pet Project« ist erfüllt vom Wehklagen um den Verlust des geliebten Haustieres. Was grundsätzlich vorerst einmal ziemlich nervt. Sieht man von dieser Abschiedsschwere ab, die im Prinzip sämtliche Alben seit anno dazumal durchzieht, s...

The Seed-At-Zero

Auf dem Gebiet der Incredible String Band-Forschung (unlängst wieder einmal wiedervereinigt) bin ich nicht unbedingt firm. Jedenfalls ist »The Seed-At-Zero« ungefähr das 32. Soloalbum der englisch/walisischen Folklegende und diesmal widmet er sich, neben vier neuen Songs, solo vor allem seinen Lieblingsgedichten von Dylan Thomas und einigen Volksliedern. Wenn Gedichte zu Songs umfunktioniert werden, kann das tragisch langweilig enden, aber alte G...

Ocean Blues. From Africa to Hawai

  • Artist: Djeli Moussa Diawara & Bob Brozman
  • Label: Melodie
  • skug : 44
Die rhetorische Frage bezüglich Henne und Ei? - Die musikalische Wechselwirkung zwischen der Neuen Welt und Afrika ist spätestens seit den 40ern so mannigfaltig und effektiv, dass diese Frage reiner Sophismus geworden ist. Tatsache ist, dass in den 90ern einige Alben dem Versuch, den Blues in Westafrika, Mali zumeist, neu zu beleben, gewidmet wurden - eine Frischzellenkur sozusagen. Und mit »Ocean Blues« haben wir also noch so ein Album. Eines, d...

Belong

  • Artist: Losoul
  • Label: playhouse
  • skug : 44
Definitiv feine House-Sache diese Platte. Herr Peter Kremeier aka Losoul agiert dabei eigenwillig minimalistisch. Rund um Grooves, die sich kaum verändern werden genre- untypische Klänge eingebaut. Zu erwarten ist hier eher das irritierende Knarz anstatt einem Disco-Zitat. Statisch aber doch erhebend (uplifting?). Macht Lust Hüften schwingen zu lassen. Aber nichts ist ärgerlicher, als nach dem Durchhören der Promo-CD gleich zum örtlichen Dealer l...

Live At The Roxy

Wenn man Brian Wilson in den letzten 15 oder 20 Jahren gesehen hat, verspürte man angesichts der verwirrten Statements oft mehr Mitleid als Ehrfurcht. Als dann die Ankündigung einer Solotour durch die Gazetten ging, glaubte niemand so recht an die Umsetzung. Bis die Jubelmeldungen aus Japan eintrafen und bis diese Konzerte im Roxy folgten. Brian Wilson hat den Beach Boys Sound im Kopf und es ist gut, daß niemand das ändern kann. Hier spielt...

»Blattl-Lieder«

article_198_blattllieder_150.jpg »Max Nagl & Friends with The Seinehonsingers« Die Hinterlassenschaft des Tiroler Dichterkomponisten Christian Blattl (1805-1865) legt beredt Zeugnis ab über die sozialen Umstände seiner Zeit. Um so höher ist das Verdienst Max Nagls einzuschätzen, der für das Festival »Zeitmaschine« von MusikKulturSt. Johann ein zentrales Blattl-Lied in die Jetztzeit transkribiert hat. Des Wilderers Jagdlust war stärker als beginnende Unterleibsschmerzen...

Alptraum

Ich persönlich bedauere den Weg der Luttenbachers in die gnadenlosen Gefielde der Improvisation. Gerade der riffgravitierende Free-Rock mit der Falzone/Pisarri-Achse brachte doch sowohl musikalisch wie dramaturgisch stets nur das Allerschärfste. Man muss es der nie versiegenden Ambition Weasel Walters zuschreiben, dass der Versuch im freien Impro-Terrain jetzt noch nicht halbherzig abgebrochen werden kann, wo noch kein finales Statement vorliegt....

mn8

  • Artist: Tom Flair
  • Label: Craft
  • skug : 44
»Synthie-Pop ohne Genierer« war mein Kommentar zum »Electro Juice, Vol. 2«-Beitrag von Nott & Schwabeneder (»The Glide«, auch hier vertreten). Besagter Schwabeneder debütiert nun als Tom Flair nach der Split-Single »Tidal Wave« als neonpinker Alleinunterhalter in schwarzen Karottenhosen mit weissem, schmalen Plastikgürtel. Jedenfalls ist das der erste Anschein. Dass das Bild nicht auch noch zu asymetrisch geschnittenen T-Shirts, dünnen, schwarzen...

In Europe. Do Or Die - Diary 1982

  • Artist: Nico
  • Label: Roir
  • skug : 44
Die Aufnahmen dieser Ende 1982 als Tape erschienenen Mitschnitte diverser Europa-Konzerte entstanden kurz nach der Veröffentlichung von Nicos 81er-Album »Drama of Exile«; ins Live-Set fanden davon aber scheinbar nur die beiden Coverversionen dieser nicht wirklich überzeugenden Platte Eingang. David Bowies sehr eigenwillig interpretieres »Heroes« und Lou Reeds »I'm Waiting For The Man«. Abwechselnd von The Blue Orchids und Samarkand begleitet, gib...

Do Things

Die werden immer cooler. Analogiegemäß vollzieht sich hier die definitive Transformation vom Hard-Bop der Girls Against Boys hin zum Cool-Jazz. Das hat vermutlich viel mit New York zum tun, das bekanntlich eine gute Stadt für Saxophone ist (so erklärte es uns vor geraumer Zeit ein kleiner Punk-Treppenwitz). Vor Inkorporation ausufernder Samplingbanken und im Titelstück gar Streicher kennen New Wet Kojak keinen Genierer und sprengen so die G...

Three

Gerade richtig für einen weiteren tödlichen Herbst in dieser Stadt (Wien) kommt die dritte LP der stets im Trauermodus daherkommenden Jungs aus San Diego. File under: Gothic Americana. Kammermusikalisch orchestrierte Düsternis steht ja gerade hoch im Kurs und so sollten die tränendurchweichten Balladen nun auch endlich die potentiellen Fans des Genres erreichen. An ihrer visuellen und musikalischen Identität haben sie jedenfalls nur Nuancen geänd...

El Rocker?s

Dem 1999 verstorbenen Augustus Pablo verdankt bekanntlich das »Kinderinstrument« Melodica seine Existenz in allem möglichen, irgendwie von Dub/Reggae beeinflussten Musiken. Wobei eines der großen Verdienste von Augustus Pablo wohl auch darin zu suchen ist, dass er die Melodica in seiner Musik nie im Sinne eines »Kinderinstruments« eingesetzt hat. Was aber noch wichtiger ist, seine Variationen/Improvisationen über Dubs und Versions von eigen...

Smart Dust

Bonanza to the Beat! Clinton war schon immer der meistrecyclte Arschwackelahnherr. Dass der Trend zum puristischen Clinton-Revival genauso wie zur »echten« live Big Band in Köln, Eiland der phlegmatischen Kastenknarzer called Electronica, zuschlägt, war nicht zu erwarten. Air Liquide-Hälfte Dr. Walker trunk Detroit Beatster Freddy Fresh mit Kölnisch Bier (soll Alk-kennern hier kein schlechtes Omen sein) hintern Tresen und gründete diese wahnwitzi...

Stone

  • Artist: Fibreforms
  • Label: Room Tone Rec
  • skug : 44
Die 5-Track-EP »Stone« ist ein Re-Issue von der 1998 nur in den USA erschienenen, gleichnamigen Scheibe der aus Michigan stammenden Band Fibreforms. Für Nummern wie »Kohinoor«, »Untitled« und besonders »Knest« werden lang anhaltende, im Raum stehende Elektronik- und Gitarrentöne bemüht, um verflüssigte, melancholisch-organische Stimmungen zu evozieren, die stellenweise von mantrisch-repetiven Rhythmuseinheiten aufgebrochen werden. Auf zwei Nummer...

Alle Welt soll es erfahren...

Sakrales LiedermacherInnentum und christliche Rockmusik sind wahrscheinlich vielen skug-LeserInnen Begriff und Feindbild, die in der bedrückenden Enge dörflicher bzw. kleinstädtischer Zusammenhänge aufwuchsen, in welcher der Pfarrsaal einen nicht unwesentlichen Bestandteil des (jugend-)kulturellen Lebens darstellt. Kaum bekannt ist hingegen, dass es eine gut organisierte und weitverzweigte Subkultur sakralen Liedguts gibt. Eine aggressiv regressi...

»Rien«

article_146_noel_rien_150.jpg Konzeptuelle Freuden: Der französische E-Gitarrist Noël Akchoté preist »Rien« als Roadmovie wie auch als Soundtrack an. Mit Erik Minkkinen (computer) und Andrew Sharpley (sampler, turntable) entfernt er sich weit von Jazzkonventionen. Einmal mehr entsteht an der Schnittstelle zwischen elektronischer und analoger Musik Zukunftsträchtiges. Und tatsächlich funktioniert »Rien« als imaginärer Klangtrip bestens. Wobei die sonor schwebenden Elementartei...

Our Aim Is To Satisfy Red Snapper

Nahezu drei Jahre nach dem zuletzt erschienen Album »Making Bones« haben David Ayers, Richard Thair und Ali Friend nun ihr aktuelles Album veröffentlicht. Sich selbst wollen sie mit diesem Album vor allem zufrieden stellen, so ihr im Titel ausgewiesenes Ziel. Ob sie es wirklich geschafft haben? Der eigenartige Sound, der auf den Vorgängeralben »Prince Blimey« und »Making Bones« durch die Vermengung von Jazz mit nicht synthetischen Break Beats und...

Sout El Leil

  • Artist: Fifth Sun
  • Label: M.E.L.T. 2000
  • skug : 44
Ägypten: ein Land, das hierzulande, abgesehen vom nubischen Süden (Ali Hassan Kuban) scheinbar von geringerer musikalischer Relevanz ist. Scheinbar, denn letztlich wird die Musik des Nahen Ostens und des Maghreb noch immer zu einem gutenTeil in der Metropole Kairo gemacht und verkauft. Mango/Island bemühte sich vor genau einem Jahrzehnt mit der Kompilation »Yalla«, die modernen Genres - nach der so genannten klassischen Phase populärer ägypt...

Add Insult To Injury

article_145_add_n_to_x_150.jpg Elektromorphe Orgiastik, here we go! Phat abgewatscht hatte sie die ver-wire-te Brit-Szene aus Delay-tuckeranten und selbsternannten Labtopgenies im Anfangsstadium: Pressegeile Poserhipster. Rich Kids, die ihre Taschenpennies in gleichermassen sündteure Antiquariat- wie State of the Art-Soundmaschinerien steckten, um dann nur mit halbinspiriert gespielten Megaequipment abzuprotzen. Jetzt watschen Add N to (X) zurück. Erlangte der 99er Zweitling »...

Afternoon Tea

  • Artist: Ambarchi/Fennesz/Pimmon/Rehberg/Rowe
  • Label: Ritornell/Mille Plateaux
  • skug : 44
Recorded 08/02/00 at Jesus Burger Sydney. Den australischen, britischen und österreichischen Apple-Olympioniken ging?s down under keineswegs um ein schneller, höher, weiter. Vielmehr um eine feine Ausbalancierung dessen, was Notebooks hergeben. Und wirklich: Die fünf Herren demonstrieren Ausgewogenheit. »01« bringt einen weit ausholenden Spannungsbogen, in dem eher glückselig machende, denn böse G3-4-Sounds überwiegen. Freunde des Knarzens, Knist...

International DeeJay Gigolos CD Four

»Es gibt kein geregeltes Leben« singen Milch unter der Co-Produzentenschaft von Harold Faltermeyer (ja, genau der!) und das wäre auch ein ganz schönes Motto für die nunmehr schon vierte Werkschau in Sachen internationalem Gigolo/Gigolettatum. Denn um geregeltes Arbeiten/Leben in Technohausen und Electronien geht es hier bekanntlich schon lange nicht mehr. Weshalb es diesmal auch zwei CDs braucht, um die aktuellen (und bei weitem noch lange nicht ...

The Teaches Of Peaches

Die vor kurzem in Berlin gelandete Kanadierin Merrill Nisker aka Peaches besitzt eine Roland MC505 Groovebox. Sie nennt sie liebevoll »MC 5« und hat ihr beigebracht, härter und gnadenloser zu rocken als ein gesamter Jahrgang pickelgesichtiger US-College-Punks. Außerdem hatte Frau Nisker eine Idee. Diese Idee ist nicht ganz neu, aber kaum ist sie je so konsequent ausformuliert worden wie hier: Die Figur Peaches ist die Personifikation aggres...

64 Squares

Chicago Giants: Sam Dellaria streckt die elektronische Impro-Komposition ins beinahe Unendliche. Ihm gegenüber sitzt Adam Sonderberg, wohlbekannt in der Chicagoer Improvisationsszene und Longbox Recordings-Eigner. Er bedient eine tabletop guitar, manipuliert diese mit diversem Junk und doch ist sein Klangbeitrag ein äußerst karger. Opening Area: Minutenlang erfreut ein statischer Sinuston, dem dann ein regelmäßig klopfendes Pochen unt...

Fleisch - Eine Hinrichtung

  • Artist: Peter Androsch/Silke Dörner
  • Label: Atemmusik Records
  • skug : 44
In brachialer Gleichzeitigkeit waltet die Primitivität in diesem in Grein/Donau aufgeführten Auftragswerk für das Festival der Regionen 1999. Wenn sich eine Frau gegen ihren gewalttätigen Mann nur noch mit totbringender Gegengewalt zu helfen weiß- gemeinsam mit ihrem Sohn zerstückelt sie ihn, kocht ihn und verfüttert ihn an Hunde - ist plötzlich die dumpfe, gefühlskalte Mühlviertler Welt aus dem Jahre 1921 wieder präsent. Zur gleichen Zeit ...

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