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Charlemagne Palestine ~ Eskapaden und Exerzitien

article_7802_philippe_gerlach_150.jpg Charlemagne Palestine ist als Multimediakünstler und Musiker mindestens so exzentrisch wie sein Name klingt. Dass er auch ein charmanter und charismatischer Geschichtenerzähler ist, durfte skug bei einem Gespräch anlässlich seines Eröffnungskonzerts des Berliner Club Transmediale Festivals miterleben.

»Early Electronic and Tape Music«

article_7778_sr361cd_cu_grande_150.jpg Das belgische Label Subrosa, u. a. spezialisiert auf die Dokumentation historischer Geräuschmusik (siehe deren »a-chronology«-Compilations), hat mit vorliegender CD aus der »Early Electronic Series« die für die Soundart maßgeblichen Werke Cages zusammengefasst, als da wären »Fontana Mix« (1958), »Imaginary Landscape Nr. 5« (1952) oder »Variations I« (1960). Dagegen ist »WBAI« (1960) zum ersten Mal auf CD zu haben. Das vom Londoner Komponisten/Rad...

»King Of Hearts«

article_6731_sr358_150.jpg Die Vorgeschichte ist so bemerkenswert wie das Album selbst. Bei den Gugginger Irritationen treffen sich der jüngste Sohn von Charlie Chaplin, Christopher, und Hans-Joachim Roedelius, ein Mann, der als Berufsbezeichnung »Krankenschwester, Physiotherapeut, Masseur, Sterbebegleiter, Komponist« angibt. Aber klar kennt man Roedelius von Kooperationen mit Eno, Baumann, Fisher, Czukay und vielen mehr. Offensichtlich verstand man sich auf Anhieb bestens...

»No One Is An Island«

  • Artist: Bérangère Maximin
  • Label: Sub Rosa
  • skug : 93
article_6635_no-one-is-an-island_150.jpg »Niemand ist eine Insel« ist ein kecker Titel für eine auf 500 Stück limitierte CD, die sich bei erster Annäherung als behäbig anschwellender Sea of Sound präsentiert, die also offenkundig wieder mal nur für eine eingeweihte Jüngerschaft produziert wurde. Stimmt nicht ganz, denn in den filigranen Soundteppichen der Französin Bérangère Maximin tauchen (selten aber doch) dahingewehte Gesangsfragmente auf, die dem ambientartigen Meereslärm eine durc...

»Filters, Oscillators & Envelopes 1967-82«

article_6426_donpreston_150.jpg »We have to train ourselves. So that we can improvise on anything: a bird, a sock, a fuming beaker. This is, this too can be music. Anything can be music.« - so ein Auszug aus den Linernotes zu »Uncle Meat« (1969). Don Preston war Keyboarder und Schlüsselfigur in der nach Alben-Outputs wohl kreativsten Phase (1966 bis 1974) von Frank Zappas The Mothers of Invention. Und er wirkte auch bei einigen tollen Alben von Captain Beefheart mit. Neben dies...

»Xenofonia«

article_6420_mikhail_150.jpg Xenofonia ist wie eine akustische Anekdote aus der Griechischen Mythologie, vorgetragen von der männlichen Inkarnation Björks. Wer der Isländerin nicht zuhören will, der sollte Mikhail Karikis gleich abschreiben - über weite Strecken dieses Albums zelebriert der Grieche vollkommen ungeniert die Imitation aller Guðmundsdóttir-Gesangskapriolen. Manchmal ist es kaum zu glauben, wie unsittlich nahe er seiner »Inspirationsquelle« dabei kommt. Gerade d...

»El Resplandor: The Shining in Dubai«

article_6057_nettle_150.jpg In letzter Zeit sind mir die Kollaborationen von Jace Clayton aka DJ/rupture und Andy Moor (The Ex) immer wieder sehr positiv aufgefallen. Dub war da genauso dabei wie Klangkunst. Mit Nettle, einem Projekt, das DJ/rupture mit dem marokkanischen Violinisten Abdelhak Rahal ins Leben gerufen hat und bei dem Moor auch wieder mit von der Partie ist, sind die Zeichen auf Improvisation und - wenn man so will - neo-klassische Ansätze eingestellt. Das fün...

»as/if/when«

article_5728_zev_150.jpg Die perfekte Platte für Geschichtskittung: Stefan Weisser aka Z'EV zählt neben TG oder Boyd Rice zu einem der dienstältesten Krachmacher. Seit beinahe 40 Jahren beschäftigt sich Z'EV mit akustischer Kabbalistik, Gamelan und eigenartigen Perkussionsexperimenten. Praktisch keiner ist so tief in die Metaphysik des Klangs eingetaucht wie er. »as/if/when« kompiliert auf durchsichtigem Vinyl Live-Konzerte in Los Angeles (1978) und San Francisco (1982)....

»a-chronology. An Anthology of Noise & Electronic Music. 1957-2010«

article_5717_anthology_150.jpg Seit Anfang der 2000er sind mit dieser Veröffentlichungsserie des belgischen Labels Sub Rosa sechs DCDs erschienen, die sich mit historischer und musikalischer Grundlagenforschung zu Noise, Musique Concrète, Radiokunst und Experimentalelektronik auseinandersetzen. Die Palette reicht von Russolo bis Zappa, von Autechre bis Sonic Youth. »a-chonology« sind essentielle Compilations; Punkt. In loser Abfolge versammelt der sechste Teil nun besonders Tr...

The Cloud Doctrine

Voices from the Abyss. Obwohl Prototyp des Hippie-Travellers im südasiatischen Raum, obskure Drogen und Klanggeräte um den Leib gezurrt, wirre Sprüche auf den Lippen, haben seine Tape-Sphären, Audio-Collagen und Trommel-Freakouts immer mehr Lovecraft'schen Seelenabgrund als mystisches Weltumarmen zelebriert. Dass die Bad Trips (zumindest auf Platte) die besten sind, wissen wir ja. Das diesbezüglich nicht arme Lebenswerk des Erstdrummers der Velve...

The Voices of the Dead

  • Artist: Konstantin Raudive
  • Label: Sub Rosa
  • skug : 53
Yet at Night, God's Air is free. Raudive. 1904 - 1974. Für viele war er ein skurriles litauisches Professorchen, der ein wenig zu viel in zu oft gehörte elektromagnetische Aufnahmen hinein interpretierte. In jedem Fall war er der erste der zu Tape-Loops halluzinierende Wissenschaft betrieb. Denn gemäß seines Lehrmeisters C.G.Jung bestand die Welt aus ineinander verschachtelten Mandalas, verzweigten Mysterienwelten, die ihre Äste durcha...

April Remixes

  • Artist: Yoshihiro Hanno
  • Label: Sub Rosa
  • skug : 49
Herr Hanno war bislang als Japan-Größe in Sachen Fusion Progtronica bekannt, Kind langjähriger Avantgarde-Jazz-Tätigkeit, die sich später mit Hip Hop-Beats und Labtop-Knuspern auffrischen sollte. Wer jetzt einen komplex rhythmischen Flauscheteppich a la DJ Krush erwartet, sitzt am falschen Dampfer. Hanno hatte zwar bereits (als Multiphonic Ensemble und unter dem Normalnamen) Verehrer von Sakamoto bis O?Rourke gefunden, zwei chinesische Soun...

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