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»Fragments of a Rainy Season«

article_8515_0887830010719_150.jpg Die Füchse von Domino Records: Pitchen im Oktober im Promo-Blatt zum Re-Release des 1992er-Live-Albums von John Cale die Geschichte, wie die zu dieser Zeit entstandene feinfühlige Piano-Version von »Hallelujah« über Umwege beim jungen, unbekannten Jeff Buckley landete, der schließlich bei einem seiner frühen Kneipen-Konzerte im East Village mehr oder weniger diese Cale-Version coverte, nicht das Original von Leonard Cohen, und damit das Herz eine...

»Painting With«

article_8393_animal_collective_paintin_150.jpg In Zeiten, in denen Meetingräume nach alten Computerspielklassikern benannt werden (wobei ›alt‹ auch meint, dass die Generation Praktikum nichts damit anfangen kann: Wo sind wir um 14:00 Uhr? – In Donkey Kong –Was ist das?) und alles Kunst ist, was sich aus den in Wochenendhochglanzbeilagen diverser Qualitätsmedien gepriesenen Nerd-Gadgets und Gattengeldtäschchen selber basteln lässt, darf man sich über nichts mehr wundern. Man muss vielleicht ei...

»Have You In My Wilderness«

article_8271_julia_holter_150.jpg Etwas länger im Geschäft ist die geheimnisvolle Kalifornierin Julia Holter. Mit ihren bisherigen drei Alben war sie für ein großes Publikum zu sperrig, das könnte sich mit »Have You In My Wilderness« aber ändern. Bezugnahmen auf AutorInnen wie Frank O'Hara, Colette oder Virginia Woolf gibt es keine mehr, man rückt ihr also auch textlich näher. Der Aufnahmeprozess soll sehr langwierig und aufreibend gewesen sein, gelohnt hat es sich auf jeden Fall...

›Im Himmel sein‹ heißt ›Liebe‹: Ducktails

article_8248_ducktails_2015-album_anno_150.jpg Disney und Drones bilden die Eckpfeiler der musikalischen Welt des Matt Mondanile. Hört man den Pop-Entwürfen seines neuen Albums unter dem Moniker Ducktails gar nicht an! skug traf den Gitarristen in Berlin zum Gespräch über Katholizismus, Eskapismus, Experimente und Julia Holter. ...

Der Tod steht ihm gut: Panda Bear

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Auf seinem neuen Album trifft Noah Lennox aka Panda Bear auf Gevatter Tod – ein Grund mehr, noch einmal auf die Spurensuche zu gehen nach den letzten Dingen im Werk seiner Hauptband, dem Animal Collective, und den aktuellen Soloaktivitäten.

Original in skug #101, 1-3/2015

»Deep Fantasy«

  • Artist: White Lung
  • Label: Domino
article_7756_white-lung-deep-fantasy_150.jpg Allright, Leute, this gonna be short: Weil »Deep Fantasy« ja auch kurz ist: 22:05 Minuten, um genau zu sein. Und sowohl Platte als auch Kritik sind kurz, weil Offenbarungseide gar nicht länger sein dürfen, sonst werden sie pathetisch. Das 3. Album der Punk-Combo um Sängerin Mish Way ist hochmelodisches wie -energetisches Geballer close to perfection, obwohl es nichts, nichts, nichts anders oder meta oder neu macht als Inyourfacepunk halt schon im...

Anrufung des großen Rezensenten

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Als Opfergänge noch geholfen haben, die Verkaufszahlen hochzuschrauben. Eine durchgeknallte Sammelreview mit CDs von EMA, Wye Oak, Sebastien Teller, Yann Tiersen, The Little Band from Gingerland, Owen Pallett und Sylvan Esso.

»Atlas«

article_7669_real_estate_-_atlas_150.jpg Pophistorisch betrachtet ist es mehr als seltsam, dass fluffiger College und Alternative Rock mit Wattebausch auch 2014 noch zieht. Schließlich haben bereits vor gut 30 Jahren Bands wie Teenage Fanclub dafür den Grundstein gelegt, und seitdem hat das Genre erfolgreich Abstand von Begriffen wie Weiterentwicklung, Querdenken etc. gehalten, was zur zunehmenden Verwechselbarkeit der Repräsentanten führte. Das liegt natürlich auch daran, dass der dies...

»Wig Out at Jagbags«

  • Artist: Stephen Malkmus & The Jicks
  • Label: Domino
article_7668_stephen_malkmus_and_the_j_150.jpg Im Gegensatz zu manch anderem gealterten Alternativrocker hat sich Stephen Malkmus den Status als, nun ja, Legende nicht durch sein eigenes Zutun kaputt gemacht. Seine Platten sind stets unterhaltsam, sympathisch und unprätentiös. Dies gilt auch für »Wig Out at Jagbags«, das mittlerweile sechste Album seiner auch nicht mehr so neuen Band The Jicks. Gleich der Opener »Planetary Motion« lädt mit den Twin-Feedback-Gitarren und der schelmischen Lakon...

Paperlapop oder Vom Lob des ewig Gleichen

article_7572_kevindrew_400300_150.jpg Alles wie gehabt am Planeten Pop - und das ist gut so. Neuerscheinungen von Kevin Drew, Midlake, Maximo Park, Broken Bells & Wild Beasts

»Mole City«

article_7468_quasi_-_mole_city_150.jpg Quasi machen nun schon 20 Jahre und acht Alben lang höchst unterhaltsame Musik, leider immer noch unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Zwar findet eigentlich jeder, der die Band kennt, diese auch gut, aber Quasis Mischung aus Noise, Indie, tongue-in-cheek Rock und bis zur Parodie hochgejubeltem Eklektizismus ist dann doch zu krude, als dass sie einen veritablen Hit abwerfen würde. Zumindest in den letzten 20 Jahren. An kleinen Genies...

Death of Impro

article_7417_mars_williams_150.jpg Eine kurze Rundreise durch Neuerscheinungen aus der Impro-Music, natürlich ohne Regeln und ohne Gewähr. Mit CDs von Paranoiz, Ingrid Schmoliner, Christoph Erb, Barrel, Mars Williams, Ingebrigt Håker-Flaten, dem Ftarr-Label und der About Group

»Defend Yourself«

article_7352_sebadoh_-_defend_yourself_150.jpg Sieht man von der im letzten Jahr erschienenen »Secret«-EP ab, so ist »Defend Yourself« die erste Sebadoh-CD seit vierzehn Jahren. Fanportale werden jetzt vermutlich schreiben dass die Band »nie wirklich weg war«, aber das ist Blödsinn. Zwar gab es im Lou Barlow'schen Kosmos seit 1999 eine Abschiedsplatte mit The Folk Implosion, zwei Soloalben und freilich auch die Reunion mit Dinosaur Jr., doch an Sebadoh wollte eigentlich niemand mehr glauben. ...

Ein verträumter Trip durch Los Angeles - Julia Holter, 5. 8. 2013, WUK/Wien

article_7257_72_press_1_(c)julia_holte_150.jpg Julia Holter, die Komposition studierte, dürfte sich gerade in einer äußerst produktiven künstlerischen Phase befinden, »Loud City Song« ist das bereits dritte Album in drei Jahren. »Tragedy« (2011) und »Ekstasis« (2012), waren ein Geheimtipp, bis »Ekstasis« prompt unter den Top 50-Alben der Hipsterwebsite pitchfork landete. Mittlerweile hat Holter eine vierköpfige Band, mit der sie ältere Songs wieder neu arrangiert. Im Rahmen ihrer Sommer-Tour ...

»What The Brothers Sang«

article_7146_dawnbonnie_150.jpg Wenn das eigene Songwriting auf hohem Niveau stagniert und das Spiel mit ständig wechselnden Identitäten und Mitstreitern keinen Mehrwert mehr abwirft, dann ist es Zeit für einen ausgedehnten Urlaub oder für Songs aus fremdem Federn. Will Oldham entschied sich für die zweite Variante, macht gleichzeitig einen Bogen um die Songs von kanonisierten Kollegen wie Dylan und Waits und widmet sich ausschließlich den Songs der Everly Bothers, den Helden s...

»Olympia«

article_7135_olympia_150.jpg Katie Stelmanis ist klassisch ausgebildete Sängerin die gerne die Opernbühnen dieser Welt bereisen möchte. Nun ist das nichts Schlechtes, eher etwas Besonderes im Popalltag und richtig eingesetzt mitnichten unschön. Insofern war Austras Erstling »Feel It Break« ein erfrischend spannendes Album voll süßer Düsterkeit. Nun ist der Nachfolger da. Oder um üble Phrasendrescherei zu betreiben: Das schwierige zweite Album. Die Kanadier scheinen grobe Sch...

»We The Common«

article_6911_thao___the_get_down_stay__150.jpg Outkast, A Tribe Called Quest, Black Sheep, aber auch Paul Simon, Kinks, Neutral Milk Hotel und die Byrds. Das sind einige der Namen, die Thao Nguyen mit ihrem Produzenten John Congleton als Referenz für »We The Common« im Gespräch hatte. Klingt nach wildem Pop-Sammelsurium? Ist es auch. Wenn Platten aus der Domino-Spielhölle im Postkasten landen, dann rechnet man eh immer schon mit Farbreichtum, aber so bunt wie Thao & The Get Down Stay Down...

»Swing Lo Magellan«

article_6682_pro_150.jpg Afro-Pop-Gitarren, hysterische Chöre, clubbige Beats, Bongos, Handclaps, Streicher, Bläser, Rockausbrüche und Lagerfeuer-Momente, sogar Flöten und Saxophone: Bei so viel buntem Allerlei könnte leicht etwas durcheinander geraten. Dazu kommt es auf »Swing Lo Magellan« aber zu keiner Zeit. Dirty Projectors Mastermind David Longstreth erreicht durch Reduktion und Konzentration, dass die Songs an keiner Stelle zerfasern. Heraus kommen richtig starke P...

»Mr Impossible«

article_6567_mrimpossible_150.jpg Seit den späten Neunzigern zählt das ?berdrüber-Outfit aus Brooklyn zum Favoritenkreis des schrägen avanced Pop, und somit natürlich auch zu den Favoriten des Animal Collective. Ihr nahezu unklassifizierbarer Mix aus Experimental, Noise, Psychedelic, Drones und Electronic birgt durchwegs ?berraschungen. In »Mr Impossible« warten Black Dice jedoch erstmals mit Electro-Pop-Spielereien auf, die etwas beliebig klingen und gewöhnungsbedürftig sind. Ma...

»Shifty Adventures In Nooky Wood«

article_6522_cale_150.jpg Der frischgebackene 70er lässt auch nach der sehr durchwachsenen EP »Extra Playful« aus dem letzten Jahr nicht locker. »Nookie Wood ist ein Ort der Fantasie, in dem sich Leute verstecken können«, meint Cale. Die Frage ist, ob man sich dort auch verstecken will, denn Cales Keyboardsounds haben sich im letzten Jahrzehnt kaum geändert und die Welt fühlt sich kahl und kalt an. Bei aller Wertschätzung seines Werkes, ist den Songs das Bemühen und das K...

»Invitation To The Voyage«

article_6388_eugene2_150.jpg Wäre Eugene McGuinness? neues Album eine Diplomarbeit, sie würde wohl »Formen der Popularmusik« oder so ähnlich heißen. Der 26-jährige Londoner, der seit dem Erscheinen seines Debütalbums »Eugene McGuinness« vor vier Jahren die Herzen der Inselbewohner und auch so manche Radiostation des Festlands erobert hat, will mit seinem aktuellen Album »Invitation To The Voyage« wohl den Plattenlädenbetreibern die Kategorisierung erschweren. Da wäre et...

»Electric Cables«

  • Artist: Lightships
  • Label: Domino
  • skug : 91
article_6369_lightship_150.jpg Künstler haben es ja nicht so gerne, wenn man ihnen Facetten ihres Schaffens als unveränderliche Wesenszüge zuschreibt. Savoy Grand sind nicht immer traurig, Slayer sind nicht immer böse und auch Gerard Love, der Mann hinter Lightships, wird nicht immer als strahlendes Liebesbündel herumlaufen. »Electric Cables« macht es dem/der HörerIn allerdings ziemlich schwer, etwas Gegenteiliges zu erwarten. Friede, Freude, Sonnenschein und jede Menge Milch ...

»In Our Heads«

article_6352_hot-chip-cover-hr-e133476_150.jpg In Mark Greifs »Hipster«-Buch kommt ja überraschend wenig Musik vor. Und wenn, dann nicht unbedingt jene, mit der ich zum Beispiel die Nullerjahre verbracht habe. Ausnahmen: LCD Soundsystem und Hot Chip. Vielleicht weil beide näher am Dancefloor als am Kaffeehaustisch gebaut sind. Vielleicht weil beide auch in Sachen »Retromanie« immer schon andere Wege gegangen sind, wobei es Hot Chip dabei immer mehr um ein Songwriting aus dem Geist von Tanzmus...

»Nootropics«

article_6364_lower_dens_-_nootropics_150.jpg Wenn dir zu einer neuen Band 20 vergleichbare Gruppen im Kopf herumschwirren, dir aber diese eine, die du eigentlich suchst, nicht und nicht einfallen will, dann macht besagte Band irgendetwas richtig. Shoegazing, Psychedelic und Krautrock sind Kategorien, die Lower Dens sicher nicht als Beleidigung empfinden würden. Die Leichtigkeit jedoch, mit der sich das Quintett aus Baltimore auf seinem neuen, zweiten Album »Nootropics« zwischen diesen Stile...

»Moving Up Country«

article_6340_yorkstone_150.jpg Popmusik wie wir sie kennen, wäre nicht Popmusik wie wir sie kennen, würde sie nicht auf einem großen Berg sitzen, der sich Vergangenheit nennt. Als Begleitmelodie ihres Schwanengesangs versucht die Plattenindustrie sich diesen Umstand zum Vorteil zu machen, indem sie einen Re-Release nach dem anderen herauswirft, in der Hoffnung, dass dem gealterten (und finanziell abgesicherten) Fan der Schnickschnack aufwändiger Box-Sets dreistellige Euro...

»Peaking Lights«

article_5916_peak_150.jpg Mitunter ist es ganz angenehm, wenn man erst ein paar Tracks bei einer CD braucht, um herauszufinden, was man da jetzt überhaupt hört. Schubladen, ja, eine Geißel. Hier ist eine: »Peaking Lights« ist das »West Coast Dub-Pop-Duo Aaron Coyes und Indra Dunis«. Ja, richtig, den Dub hört man ein bisschen. Aber so genau nehmen es Coyes und Dunis nicht damit. Vor allem schummeln sich da immer wieder artfremde, eher im Psychedelic-Bluesrock heimelig...

»Coastal Grooves«

article_5825_bloodorange_150.jpg The perfect soundtrack to some Thaï Massage obscure after hour location on any Ring or Gürtel in the world (preferably not in your own town). Karaoke tips returned into original album production (amazing 8 bars guitar solos, straight from the desk). A bit of Falco, some Furio, a touch of 1980's one hit and never again, hairy fluo bands long forgotten, buried somewhere since, or recycled in local fitness centers. It's so rare today to get records ...

»For The Ghosts Within«

article_5727_was_150.jpg Der weiße Schwan ist zurück. Mit zerrauften, müden Federn gleitet er über das gleichmütige Wasser. Die Augen sind trüb. Doch jeder Federschlag, jedes leise Quäken mundet wie ein Gedicht, das man nie zuvor zu hören glaubte. Alternde Romanzen im Chanson- und Jazz-Takt, das bewegt und durchfließt auf kongeniale Weise den mürben Giganten Robert Wyatt, der sich hier in das große Kammerorchester gewagt hat. Der Exil-Israeli und klezmernd...

»Becoming A Jackal«

  • Artist: Villagers
  • Label: Domino
  • skug : 84
article_5725_becomingajackal3_150.jpg »I was a dreamer - Staring out windows, Out onto the main street, ?Cos that's where the dream goes«. Conor J O'Brien ist anno 2010 wahrlich kein Träumer mehr. Auf diesem Villagers-Debüt - die Band existiert eigentlich nicht, Conor hat bis auf die Streicher sämtliche Musik selbst eingespielt - ist er vielmehr auf der Suche nach Wahrheit und Ehrlichkeit. Er entlarvt Versprechungen der Jugend als haltlos, wie etwa in »Ship of Promises« oder dem Tite...

»Mixed Race«

article_5705_tricky_150.jpg Domino-Records passt auf, dass sich da ja keiner illegal den neuen Stoff besorgt. Das Rezensions-Exemplar enthält ein digitales Wasserzeichen, um potenzielle ?beltäter in Filesharing-Plattformen ausmachen zu können. Uff, gerade noch rechtzeitig bemerkt! Tricky hat die letzten zehn Jahre mit seinen Releases durchwegs enttäuscht, irgendwie war da die Luft raus, die Konzentration und Roughness von »Pre-Millennium-Tension« (1996) und »Angels With Dir...

»Today«|»On Fire«|»This Is Our Music«

article_5629_500_150.jpg Engelsspiel der historischen Indie-Szene. Rechtzeitig zu den neuen Erleidern, der fallsüchtigen Generation Y rundum Arcade Fire, Black Heart Procession und unbekannteren Perlen wie Dark Dark Dark, wird königliches wieder entdeckt: Das Boston-Trio Galaxie 500 rundum Gitarrist Dean Wareham, Bassist Naomi Yang und Drummer Damon Krukowski, bildete die spartanisch-knurrige Speerspitze der romantischen US-Introvertierten Ende der 80er, die die Kleinlau...

»Smother«

article_5516_wild-beasts-smother-album_150.jpg Nach »Limbo, Panto« und »Two Dancers« legen die Briten den nächsten Longplayer in ihrer noch jungen Bandgeschichte vor. »Smother« ist um einiges nachdenklicher und zurückgezogener als die beiden Vorgänger, musikalisch reduzierter und auf ein leicht verstärktes, elektronisches Fundament gebaut. Hayden Thorpes anfangs fast verstörender Falsettgesang wirkt mittlerweile angenehm vertraut in seiner Ergänzung mit Bariton-Counterpart Tom Flemming. Tiefe...

»The Only Thing I Ever Wanted«

Beim ersten Durchgang enttäuscht dieses Album, das zweite von Psapp übrigens, zunächst mal durch ziemliche Unoriginalität, ein paar Chancen sollte man ihm dennoch geben. Mindestens. Was man hier vorgesetzt bekommt, ist eine verhaltene Mischung aus Twee-Pop, Folk und einigen wenigen digitalen Spinnereien, die sich gottlob nicht um affektierten Schrägheitscharakter bemühen. Die Stücke springen niemandem ins Gesicht, vielmehr driften sie träge...

»From A Basement On The Hill«

  • Artist: Elliott Smith
  • Label: Domino
  • skug : 61
Wenn-Zustände sind die grausigsten überhaupt. Und eine posthume Platte ist stets ein kritisch beäugtes Abschiedsgeschenk der Hinterbliebenen. Ein Abschiedsgeschenk bei dem eine inhaltliche Diskussion über die dargebotene Musik aus Respektgründen nicht mehr zulässig ist. Was will ich schließlich kritisieren an einem Werk, das für mich betrübterweise den endgültigen Punkt zeichnen lässt im Kapitel »Elliott Smith«? Ich kann höchstens ...

»Everything Ecstatic«

Folktronica ade! Kieran Hebdan macht Schluss mit gefälliger Gemütlichkeit und zeigt uns seinen Plattenschrank. War Four Tets Vorgänger-Album »Rounds«noch eine nette, kleine Platte im Spannungsfeld zwischen brutzelnder Elektronik und zart gezupfter Gitarre, der Schönheit wie Beliebigkeit nur schwer abzusprechen waren, so macht »Everything Ecstatic«, das nunmehr vierte Four Tet-Album, nicht den zu erwartenden Schritt weiter in Richtung Pop u...

Rounds

Kieran Hebden, der ausgeschlafene Jungspund mit Wuschelkopf, bearbeitet nun schon seit gut zehn Jahren das weite Feld zwischen Rockmusik und Elektronik. Begonnen hat er zunächst mal mit der dem instrumentalen Postrock zugewandten Band Fridge, die trotz beachtlichem Output und Erfolg ihrem Mastermind noch die Zeit ließ, ein elektronisches Solo-Projekt, eben Four Tet, aus dem Boden zu stampfen, das mittlerweile mit »Rounds« bei seiner dritte...

The Mess We Made

  • Artist: Matt Elliott
  • Label: Domino
Achtung! Jedesmal wenn Sie diese Platte spielen, ertrinkt ein betrunkener Matrose! Matt Elliott, der im wirklichen Leben bekanntlich Third Eye Foundation heißt, hat nun endgültig jeden Bezug zum Diesseits verloren und geistert fürderhin als Fliegender Engländer über die Weltmeere. So lässt er hier gespenstische Shanties und Kinderlieder als Stimmen verlorener Seelen aus den Tiefen des Ozeans auftauchen; sich zugleich vor- und rückwärts absp...

Dark Island

Schlurf's up! Oder. Die beste Stereolab-Platte, die seit »Emperor Tomato Ketchup« nie mehr passieren sollte. Pram war ja bislang eine eher schwachmatische Angelegenheit: Wie der Zwangsbesuch in einer christlichen Vorortsjungschar von Birmingham, wo man in nostalgisch gefärbten Tesco-Wollsocken ins selbstgebaute Theremin schlägt, um ein paar klassische Chansons und DooWops falschhals zu verhunzen. Der rundum cocoonten Too-Pure-Gemeinde war es natü...

Weird War

Weird War sind Jessica Espeleta, Ian Svenonius, Neil Michael Hagerty, Michelle Mae und Steve McCarty. Und Hagerty steht nicht umsonst im Zentrum dieser Auflistung, denn Weird War entpuppen sich eindeutig als ein von ihm erdachtes Band-Hybrid. Seit dieser Ausnahmekönner keine Drogen mehr einpfeift, befindet er sich ja bekanntermaßen auf einem Dauer-Power-Produktionstrip. Mit Mae und Svenonius verbindet ihn nicht nur die von ihm produzierte M...

Whatever Mortal

  • Artist: Papa M
  • Label: Domino
  • skug : 50
Lange Jahre war David Pajo trotz Dauerpräsenz eher eine Schattenfigur in den unzähligen Bands, bei denen er dabei war oder als Gast mitgewirkt hat. Die Liste ist lang und erlesen: King Kong, Tortoise, Royal Trux, Gastr Del Sol, Bonnie »Prince« Billy seien exemplarisch angeführt. Unter dem Namen Arial M versackte er leicht in der Postrock-Sauce, die ja wirklich ein meist schwach gewürzter Brei war. Als Papa M hat er jetzt auch auf Solopfaden zurüc...

Bright Flight

David Berman zerkaut seine misanthropischen Betrachtungen genüsslich schleppend auf dem mittlerweile vierten Album seiner Silver Jews. Sein sonores Organ, das bei richtigen Singversuchen immer grandios scheitert, wartet wieder mit unschlagbar treffenden Betrachtungen auf: »Punkrock died when the first kids said punx not dead« heißt es etwa in »Tennessee«. Ähnlich pfiffig gestaltet sich der Aufbau des Albums, das nach gemächlichen Begin...

Insignificance

  • Artist: Jim O'Rourke
  • Label: Domino
  • skug : 49
article_819_orourk_150.jpg Seine Tage als avantgardistischer Schwerenöter hat Jim O?Rourke etwa seit seinem Einstieg bei Gastr Del Sol beendet. Deren letztes Album »Camoufleur« stand schon voll im Zeichen üppig arrangierter aber doch kompakter werdender Songs. Eine Linie, die sich zu O?Rourkes erstem Songalbum »Eureka« weiterzog. Eine komplette Ausfransung der orchestral-besetzten Songmodelle konnte also durchaus erwartet werden; »Insignificance« ist jedoch eindeutig die P...

All This Sounds Gas

  • Artist: Preston School of Industry
  • Label: Domino
  • skug : 48
Hier handelt es sich nicht um die Werbe-CD-Rom einer Fachschule für Maschinenbau oder etwas in der Art. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem bizarren Namen Preston School of Industry die neue Band von Scott Kannberg. Der ist auch bekannt unter seinem Nom de Guerre Spiral Stairs. Richtig, das ist der eine von Pavement. Und nach Stephen Malkmus nun der zweite Nachlassverwalter der spinnerten Slacker-Gruppe. Auch Kannberg geht es eher unaufgeregt an...

Rain On Lens

Bill Callahan hat ebenso fehlerlos seine verregneten Linsen mit einem Superstar-Ensemble aufgemotzt und einen Fokus auf Rhythmus gelegt. Trotzdem nichts für Disco DJ's, denn es regiert ein Art-Tripp-Beat (ca. ?72er Beefheart), der leider noch immer dancefloorlos bislang nur Herzen zum Tanzen bringt. Umgesetzt hat diesen Beat Pat Samson, der vom High-Concept-Artrock-Drumming bei U.S. Maple eine verdiente Pause genommen hat, und sich mal anders pr...

s/t

  • Artist: Neil Michael Hagerty
  • Label: Domino
  • skug : 46
Dass eine Platte von Neil Hagerty nicht von Royal Trux ist, hat ein Schreiber des »Spex« scharfsinnig erkannt. Das Fass läuft allerdings über, wenn der Rezensent den Auslassungen in Bezug auf den Sound der Band nachtrauert. Mittlerweile hat es sogar das konservative »The Wire« geschnallt, dass diese Band von stetig wechselnden Elementen lebt, die sie in Anlehnung an »harmolodische« Prinzipien Ornette Colemans oder andererseits Supertramp durchsp...

s/t

  • Artist: Stephen Malkmus
  • Label: Domino
  • skug : 46
So schnell kann das gehen, und die Trauer um die Auflösung von Pavement schlägt beinahe ins Gegenteil um. Da sich Gitarrenspiel, Songwriting und Stimme nicht über Nacht verändert haben ist Malkmus mit seiner neuen Rhythmusgruppe The Jicks nämlich wenig überraschend Pavement unter anderem Namen. Und eigentlich mehr als das, denn die zwölf Stücke schwingen sich zu einer unbeschwerten Größe auf, die man in dieser geballten Form zuletzt in den ...

Monochrome Plural

  • Artist: Fizzarum
  • Label: Domino
  • skug : 45
Russische Autechre Lite, nicht als Untergriff des Plagiats, sondern als Orientierung für eins der beeindruckendsten Stückchen Electronic Listenings since days of yore. Über eine Internet-Site für elektronische Musik aneinander gedocktes Trio aus Sankt Petersburg, das charmant durch eine kühl friedfertige Digitalkulisse (mit Dünen voller Old School Synths) schlurft. Wo die Briten Booth und Brown ihre Beats saftig durch trillernde Bleep-Wolken...

Museum Of Imaginary Animals

Nach der letztjährigen Compilation »Telemetric Melodies« kredenzen die sieben BirminghamerInnen mit dem opulenten, aber stets dezent eingesetzten Instrumentarium (unter anderem sind Theremin, Trompete, Klarinette und Akkordeon Fixbestandteile Pram'scher Klangerzeugung) wieder ein neues Epos. Unaufgeregt und stilsicher wie eh und je bewegt man sich angenehm selbstvergessen an den schattigen Rändern eines Feldes, das die Geistesverwandten von Stere...

Internal Wrangler

Man könnte wahrscheinlich ein ganzes Heft mit Verweisen füllen, wo diese jungen Männer aus Liverpool überall herklauen. Vielleicht erklärt die Angst, bei ihren vielen Raubzügen ertappt zu werden, diesen ständigen Eindruck von Hektik, Atemlosigkeit in den kurzen, von Percussion, Keyboards und manchmal auch Bläsern interessant eingefärbten Power-Pop-Stücken. Charme hat dieses frech-fröhliche anything-goes-Ungestüm natürlich weiß Gott mehr als...

The Cycle of Days and Seasons

Dezent im Hintergrund gehaltene Radiosamples finden hier genauso Platz wie ein spirituell angehauchtes Gong-Geklöppel. Über das beizeiten knochentrockene Schlagzeug legen sich nette Gitarrenmelodien, Bläser- und Orgelsätze. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig. Tracks wie »In Iron Light« bilden eine feine Brücke zwischen gerade nicht ins Selbstverliebt-Kitschige abdriftend und verhaltener Elektronik, bei der gegen Schluss beinahe eine Art Psyc...

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Fri 10.03.2017 : [~2.4.] valeska gert – gesicht - körper - bewegung | filmarchiv austria kino kultur haus | wien

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Sat 01.04.2017 20:30: foxing | chelsea | vienna

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