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»Presents: The Trail«

  • Artist: Mars
  • Label: :Ikonen:Media
  • skug : 103
article_8188_mars_150.jpg Heftig erodierte Cowboystiefel schleppen sich durch den nuklearen Winter. Die Klapperschlangen zirpen, elektrisiert von beißender Kälte. Die Kollegen Smith und Wesson sind bereit für die kommende Runde Runen-Remmidemmi. Mainz als das schwarze Herz des Karnevals wirkte ja immer schon so als hätte es Armageddon längst hinter sich. Wenn es aber etwas gibt, vor dem man sich noch mehr fürchten muss als deutscher Humor, so sind es schwadronierende Deut...

»AirEffect«

  • Artist: OZmotic & Fennesz
  • Label: Folk Wisdom, SObject
  • skug : 103
article_8172_aireffect_150.jpg Ein Fingerkratzen im Erdenrund. Neugier des Hominiden, in Luftwabbern, Erdfurchen, Wasserspalten gegossen. In Folge: Sehr, sehr schön. »AirEffect« ist ein Konzeptalbum im an Konzeptalben nicht gerade armen Gefilde der Elektroakustik und der experimentellen, zum Jazz überlappenden Elektronica. Und verbreitet doch, wenn schon nicht immer Sinn, dann jede Menge Verve und Freude. Was es einem vermitteln will, ist Klangarchitektonik aus einer futuristi...

»Pay Attention!«

article_8167_mothmen-2400-resize_150.jpg Snuffin‘ in a Babylon. Remastered und ausgeweitet, ein obskures wie umwerfendes Essenz-Stückchen aus der britischen Umbruchzeit von Punk zu New Wave. Troy Bowers und Bob Harding waren mit Bass und Gitarre 1978 das Manchester-Herzstück des headbangenden Vaudeville-Acts Alberto Y Los Trios Paranoias, der gängige Punk-Combos von den Clash bis zu den Damned parodierte. Nach dem Leukämie-Tod von Sänger Les Prior wanderte man vom Label Stiff zu den ger...

»Master Mix: Red Hot + Arthur Russell«

article_8116_master_mix_-_red_hot_arth_150.jpg Did you see that white boy dancing? Arthur Russell starb 1992 mit gerade mal 40, halb-bekannt, verzweifelt und pleite, den AIDS-Tod. Erst viele Jahre später würdigten die Nerds, Spezialisten und Sammler den Primär-Effekt, mit dem Russell schon im Mitt-70er New York, in den Tagen, als die Paradise Garage erst mal begonnen hatte, ihre geschichtsträchtigen Wheels of Steel anzuwerfen, Avantgarde mit Disco verschmolz und ganze Genres von Avant-Dance, ...

»Sous l’Arbre de Science«

  • Artist: Josef Dvorak
  • Label: WKN
  • skug : 101
article_8112_0003477233_10_150.jpg Josef Dvorak feat. Fuckhead & Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand: Invocation of a geriatric Satansbraten. Josef Dvorak, der Mann mit schwarzer Kute und weißem Bart, ist über 80, führender Satanologe des deutschsprachigen Raumes, Experte in Sachen Aleister Crowley, OTO und AAO, also allen Dingen mit Hörnern, nackten Sauereien und kratzhumoriger Subversion. In erster Linie aber ist er der Ersthofierer des Wiener Aktionis...

»Syro«

article_7905_aphex_twin_syro_150.jpg Paisley-Tech, die Wundertüten-Packung. Gottchen, wie wurde die gülden gekrönte Wiederkehr des großen Richard D. James in den letzten Wochen hochgehimmelt und beshitstürmt wie sonst nur der verdiente U2-Ober-Gau bei iTunes. Und tatsächlich, der alte Knabe hat das Zauseln, die Scheidung, die Papa-Pflichten, die eine Stil-Ikone dann doch auf den Boden des Menschlichen zurückholen, gut überstanden. Ganze sechs Platten sollen in den 13 Jahren seit dem...

»Goodnight, Civilzation«

  • Artist: Zu
  • Label: La Tempesta Dischi, Trost
  • skug : 99
article_7818_a0703460004_2_150.jpg Hola, die Schlacht-Fee! Die Schmuddelkinder von Peter Brötzmann sind back in town. Und verehren das Wiener Trost-Label mit einer knackig knallharten EP-Gabe, die nahtlos an ihr letztes vierzehntes und bislang bestes Release »Carboniferous« anschließt. Die präsionsballernde Crust-Freude des Post-Hardcore trifft auf Math Rock, Free Jazz und eben das Brötzmann-bekannte Sax-Bariton, das eher wie Streitkolben und Morgenstern durch den Klangkrieg-Dicki...

»Celestite«

  • Artist: Wolves In The Throne Room
  • Label: Artemisia, Cargo
  • skug : 99
article_7810_a2087214102_10_150.jpg Badeurlaub in Sphärisch Hall. Im Black Metal-Bereich gelten sie mittlerweile nicht umsonst als die Hippie-Schwuchteln des Genres, die daddeligen Birkenstock-Trottel am Fuße der Welteiche. Von wegen Ragnarök, dem Trio aus der Riot Girl-Weltstadt Olympia in Washington traut die Schwarzkuttengemeinde gerade mal Fünf Uhr-Tee mit vollveganen Ingwerkeksen zu. Dabei wurde das Konzept Band als düstere Wald- und Wiesenkommune bereits in den späten 1980ern...

»City: Works of Fiction«

article_7805_51169_150.jpg Space is not the only place. Fourth World titulierte Avantgarde-Trompeter Jon Hessell, Jahrgang 1937, from Memphis, Tennessee, seinen elektrifizierten Fusion-Ethno-Beat-Crossover und sein Synth-moduliertes, mit Echo-Effekten barock überladenes Blaswerkzeug, das die ersten Jazz-Schritte in die Richtung, Miles Davis, Sun Ra, Herbie Hancock, in die richtige Richtung Sci-Fi Funk weiter entführte. Als Avantgarde-Schüler von Stockhausen, La Monte Young...

»Der Osten ist rot«

article_7795_holger_czukay_-_der_osten_150.jpeg Die Transformationsgeschichte eines Sound-Flaneurs. Dresden-born Holger Schüring alias Czukay war nicht nur das essentielle Bass-Tier der deutschen Velvet Underground, des Think Rock-Urgesteins Can, er bleibt der einzige, der sich, wie lange mit der Kölner-Techno-Legende Air Liquide, konstant um popkulturelle Neuerfindung bemühte anstatt wie Band-Gründer Irmin Schmidt um die eigene Akademisierung zu betteln. 1984 respektive 1987, als die lange st...

Daptone Soul Revue, Pet Shop Boys, Dr. John

article_7697_paul_poet_empfiehlt_jazz__150.jpg Das Jazz Fest Wien (26.06 bis 8.07.2014) fasst den Begriff Jazz einmal mehr hoch wie weit und präsentiert Highlights in der Staatsoper und dem Arkadenhof des Rathauses.   Paul Poet, skug's Fachmensch für Rahmensprengendes, hat drei Abende essentielle Kost aus dem Programm zur persönlichen Empfehlung handverlesen. ...

»Wishbone«

  • Artist: Oh Land
  • Label: ADA, Federal Prism, Warner
  • skug : 97
article_7653_ohland_wishbone_150.jpg »I can be an engine buzzing like a bee, I'm a real independent. Doing the laundry and planning for the future.« Es ist ein gut gehütetes öffentliches Geheimnis, dass die Nationalsozialisten zu den ersten großen Stützern und Verwirklichern der weiblichen Emanzipation zählten. War ja auch praktisch: Mehr gesellschaftlicher, wirtschaftlicher wie sexueller Einsatz, Generalverzweckung, im Tausch für ein bisschen Ent-Katholisierung und theoretischen Se...

»The Cosmic Trigger«

  • Artist: Der Blutharsch & The Infinite Church Of The Leading Hand
  • Label: Soulfood, WKR
article_7459_blutharsch-cosmictrigger_150.jpg The Pfui Gack Lonesome Heart's Club Band. Der Klub-Kultur des Industrial, des einsamen Wolfgrimms in Leder und Swastika-Unterflack, stets freudig mit Dolferl, Heil und Strangelove-Arm hoch bis zur Decke auf Speed und Schnaps am Thekenpöbeln, gibt es kein größeres Kompliment als eine vor Wutschaum irrlichternde Antifa, Spätnachtprügeleien, Polizeikontrollen und erboste Bürgerpampen. So funktioniert subkulturelle Provokation noch und ist kein pseud...

»DDNOS«

article_7420_cardiochaos_150.jpg Wake me up in the disco and see if you love me again. Über zwei Dekaden FM4, des etablierten Alternative Mainstream-Radio, haben einen gewissen Kahlschlag im österreichischen Musikschaffen erzeugt. Kopf-Gentrifizierung it is called! Jeder will den perfekten Popsong und den schnellen Globalstart. Und hockt in weiterer Folge klassisch angefressen im Eck, wenn der Rubel und das Weltstartum über diese Airwaves hinaus nicht sofort anrollt. Eh auch ein...

»R Plus Seven«

article_7408_oneohtrix_point_never_150.jpg Chillwave. Hypnagogic Pop. Hippietronica. Egal, welchen Hipster-Namen man dranklebt, Synthesizer und Laptop mutieren und mäandern zunehmend in progressive Sound-Zwirbel, wie man sie seit den Mid-70's nicht mehr gehört hat, exakt before Punk Rock broke. Die Zwangserweiterung des Rock zum Gesamtkunst-Erlebnis, auf post-musikhistorisches E übersetzt. Das Label Warp kauft dazu den globalen Löwenanteil auf, von nahezu unbekannten Perlen wie Nice Nice ...

»Licht«

article_7281_201306062047-tna08-shampo_150.jpg Die Gnade der Altersmilde. Oder: Auch die fiesesten Wölfe lutschen mal Kreide, wenn Mordlust und Zerfetzsucht zu anstrengend werden. Und auch öde. Das bald 20 Jahre währende Mego-Label rundum Radikalelektroniker Peter »Pita« Rehberg stand seit Anbeginn für glaziale Extrempositionen in Sachen Fiepen, Knurpseln und Dröhnen. Drones dominieren auch Shampoo Boy, das Handwerker-»Rock«-Projekt im Sauna-Dreier mit Christina »Chra« Nemec und Christian Sch...

»American Twilight«

article_7112_crime_cover_150.jpg Don't you know what you mean to me? Pathos und Schnaps Deluxe. Jede Underground-Meile jeder Weltstadt hat ihn, den alten Indianer, der immer die härteste, steilste Geschichte aus dem großen Land des Weilands über hat, als sich vor fünf Jahrzehnten Genosse Rock mit Kompagnon Roll den Schädel wechselseitig einschlug, der schon vor den seligen 1980erndas beste selbst gezogene Gras und ab und zu ein paar Pillen verklopfte und immer die besten Goth-We...

»Otherworldly«

article_7097_thepyramids-otherworldly-_150.jpg When Afrobeat met with Kosmischer Jazz! Angeregt von den psychedelischen Spirenzchen von Größen wie Pharaoh Sanders und Alice Coltrane Ende der 1960er und adäquat parallel inspiriert von den weißeuropäischen Illuminatoren des Kraut Rock und Space Rock, taten sich in der ersten Hälfte der 1970er etliche Big Bands auf, die BeBop und Ensemble-Funk ins LSD-Zeitalter transzendierten. Sun Ra und sein Arkestra oder das Art Ensemble of Chicago waren die ...

»Tales of a Grass Widow«

article_7073_tales+of+a+grass+widow+ta_150.png Mystische Elegie ist auch eine Antwort. Eine Dekade ist vergangen, seitdem die exzentrischen Songwriter-Schwestern mit »Maison de mon Reve« nach langsamem Start zu Kult, Klassiker und Meilenstein der Nuller-Jahre mutierten. Das neue Leise, Freak Folk und Indietronica fanden in ihren weltmunter verhaltensgestörten Anti-Songs den stil-animierenden Common Denominator. Björk für die Generation Cyber-Hippie, den Wollmützen-Laptop in der Hand. Heute is...

»The Flaming Lips and Heady Fwends«

article_6684_the-flaming-lips_150.jpg Pling Plonk Pardauz! Ein Haus, ein kunterbuntes Haus des klang-orgiastischen ?berbordens, das, was da Wayne Coyne und seine Mannen nun fast drei Jahrzehnte durch das kosmische Pop-All schippern. Indie-Rock hat selten so lang so gut eine LSD-?berdosis ausgehalten. Und überlebte Gastauftritte bei der TV-Serie »Beverly Hills 90210« (1993 als Grunge en vogue war), vier parallel abzuspielende Platten (Zaireeka, 1997) und eine besoffen-absurde Komplett...

»Tucson: A Country Rock Opera«

  • Artist: Giant Giant Sand
  • Label: Cargo, Fire
  • skug : 92
article_6676_tuscon_150.png OK, yepp, es ist eine harte, ungerechte Welt. Sagt er und spuckt den Prim ungeniert in den Steppensand. Good Luck, Suckers, I am on my way! Der 56-jährige Howe Gelb ist der Indie-Rock-Cowboy wie er im Buche steht, ein kauzig selbstverliebter Ego-Crooner, der ständig um Anerkennung gockelt, dabei endlos cool sein will. Grotesk, dass mit Calexico um Joey Burns und John Convertino, die ehemaligen Mitmusiker während Giant Sands wichtigster Phase Ende...

»Every Day Is Like The First Day«

article_6656_malka_150.jpg Pures herzzerschepperndes Opium. Ein zärtlich raschelndes Treffen leiser Titanen. Ein Epos der träumerischen Sanftmut. Die polnisch-israelische Bassistin/Sängerin Malka Spigel der legendären 1980er Wave-Gitarren-Band Minimal Compact und ihr nicht minder legendärer Ehemann Colin Newman of »Wire«-Fame sind so ziemlich das süßeste und stimmigste Underground-Poppärchen, dass einem das Zeitalter der Ledermäntel und neonbestrahlten Sonnenbrillen h...

»Tonight«//»The Sound Of Sehnsucht«

article_6423_flor_150.jpg Nach der Revolution ist vor der Revolution. Üsterreich war schon immer ein Land der Traditionspflege. Das macht keineswegs vorm Alternative Pop halt. Der steirisch-wienerische und mittlerweile weltberühmte Wave Electro-Schmacht'n?Shmoove von Bunny Lake, von bösen Geistern auch als Tussen-Tamagotchi-Pop denunziert, tut sich auch auf Platte Vier nicht leicht mit der Major-Wiedergeburt: Der Mainstream-Druck, das hektische Planungsgezeter von Sp...

»Spirituals«

article_6413_gmoebius_150.jpg Stotter-Splutzer-Splatter-Ratz-Fatz-Funk in heiligster Dissonanz. Und Gospel obendrein, Gott bewahre! Rumms Au Cologne steht bei Herrn Möbius jetzt massiver am Zepter als zuvor lowes Berliner Groove-Strecken oder Hamburger Zippel-Zappel. Sie meinen, die Lautbeschreibungen wären albern. Dann hören Sie doch diese Platte! Wie Mouse on Mars hat man den Prince gefressen und zetert im Wohnzimmer-Eigenbau Soul durch das Spaghetti-Sieb über ein Kammer-En...

»Singing & Playing«

  • Artist: Exene Cervenka, John Doe
  • Label: Cargo, Moonlight
  • skug : 91
article_6412_doe_150.jpg Vintage Widerstand Adios! Heute: Emo-Kids schlagen sich die Ebay-Köpfe um Hardcore T-Shirts ein, wo die konterfeiten Bands in ihrer Lebenszeit weniger Umsatz gemacht haben als ein Style-Fetzen mit Copy&Paste-Print aus einem alten Punk-Magazin. Heute: Die Rotzlöffel aus der ersten 77er-Revoluzzer-Reihe bis hin zum Grunge-Upstart der 1990er sind heute alles allergraute Retro-Bastarde (bis hin zum Granden John Lydon), die den Aufmüpfling als alt...

»All But Bored, Weak And Old« | »ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ«

article_6225_mitterkil2_150.jpg Hach, Germanien, Heimland der possierlich popo-poppenden Bubi-Windbeutel! Berliner Schule Now klingt auch tatsächlich schwer nach Hamburg Anno Dazu: Feuilleton-Schlager trifft Post-Indie-Hemdsärmel-Gerocke und das Pudel-Baden im House-delischen Elektronik-Zuber. Ich will keinen Mindestlohn, ich will nur Mindest-Liebe. Die aus dem Münsterland zugereisten Türen harken den kopfschwer gewitzten Teutonen-Soul aus der Direkt-Gefolgschaft von Blumfeld b...

»Kinshasa One Two« | »Appia Kwa Bridge«

article_6237_drc_150.jpg Die dritte Welt ist eine synthetische Konstruktion. Die Globalisierung ist zur Wurzelfräse mutiert und der digitale Pürierstab simuliert die Weltenverschmelzung. Nach der Post-Manu -hao-Matrix einer neuen World Music Ende der 1990er wächst der Friendly Takeover afrikanischer, südamerikanischer und asiatischer Rythmen zunehmend in die Mitte des West-Verständnisses von der glamourösen, allpräsenten Ware. Anders: Was gestern noch aus dem Ghetto-Schr...

»Toward The Low Sun«

article_6236_dirtythree_150.jpg Der purste herzbebende Sonnenschein. Nie zuvor funkelte und perlte das australische Instrumental-Trio so vollmundig, positiv, lebensfreudig. Natürlich: Die porösen Klangwelten aus Violine, verwaschener Gitarre und zarter Frickel-Drums sind nach wie vor bewährt wortlose Indie-Rock-Avantgarde. Aber gerade die mitunter brachialen Workout-Ausritte von Warren Ellis Richtung Nick Cave inklusive Bad Seeds, Grinderman und sensationeller Film-Scores und d...

»Ssss«

article_6235_vcmg_ssss_150.jpg Hab ich was versäumt oder gibt es die Schublade »Industrial House« noch gar nicht? Das thermonukleare Weißarsch-Feuerwerk, dass die beiden Alt-Synth-Pop-Eminenzen Vince Clarke von Erasure sowie Yazoo und Martin Gore von Depeche Mode hier abballern, sucht in seinem Techno-Furioso seinesgleichen. Nicht nur, dass es easy die letzte Schaffensdekade beider Beteiligten überschattet, inmitten aller Minimal-Debilisierung hat der hart shuffelnde Danc...

»Give« | »Wait For Me«

article_6234_bbb1_150.jpg Also mal vorweg: Paul Simon kann mich am Arsch lecken. Was er 1986 mit dem fragwürdigen Meilenstein »Graceland« aufführte, war nichts als die politisch korrekt versteckte Süßholz-Exploitation: Die Zergatschung südafrikanischer Mbaqanga-Rhythmen zu Apartheid-Zeiten in Post-Folk-Bambi-Mantren war erfolgreichst, wegbereitend und in seinem dunklen Herzen zum Kotzen. Der ewige Student am dritten Kolonialisierungsweg mit Wanderklampfe und Retterin...

»Always«

article_6233_xiualways_150.jpg Kabinenparty im Taxi zum Klo. Mit zehn Platten in zehn Jahren sind Xiu Xiu zur Chef-Persönlichkeit des Weltschmerz-Pop gewachsen. Wie schon der Vorgänger mit dem lauschigen Titel »Dear God, I Hate Myself« sind die von Teenage Angst durchsetzt gegreinten Synth-Pop-Gassenhauer von fett tanzbarer Königsklasse. Nur die Tendenz zur Selbstverstümmelung in Texten und psychopathologischer Weltwahrnehmung betreibt Band-Köpfchen Jamie Stewart mit einer nie...

»Dinky Diamond« | »s/t«

  • Artist: Gottfried Distl & Andrea Dee, Modell Doo
  • Label: Klanggalerie
  • skug : 90
article_6232_modelldoo_150.jpg Ich bin der letzte Rebell von Mariazell: Ein Lobgesang der Aufmüpfigen. Es war schon ein ulkiges Pflaster, das Wien der 1980er. Ego-gestört saturierter und kreuzverkokster New Wave kam als Esprit der Zeit dem innerlich zerrissenen Stadt-Stolz mehr als zugute. Aber die unter dem Laub erst zart erblühenden Mären des Punk, von Gruft und Mod-tum, von Synth-Pop-Avantgarde und Knusper-Lederjacken paarten sich noch linkisch mit aufgeblasener Weltoffenhe...

»Poetic Terrorism«

article_6229_cardio_150.jpg Friss die Farben der wirklichen Welt! Schwindsucht-Romantik am Trümmerspielplatz des Daseins. Als ob all die vielgerühmten Indie-Fritzchen, die ihre Spielzeugenten, ausrangierten Matratzen, Kuckucksuhren und sonstigen Geräuschverursacher für einen Kessel quer verschrägten Daddel-Pops missbrauchen, plötzlich den Stadion-Rock entdeckt hätten und das Lederjackerl überwerfen, um kräftig auf den Bühnenboden zu stampfen. Ja, wie U2 als Synth-Freak-Pop ...

»Lulu«

  • Artist: Lou Reed & Metallica
  • Label: Mercury, Universal
  • skug : 89
article_6112_metallica-lou-reed-lulu-a_150.jpg Jedermanns Jahres-Lieblingsplatte, um sie erbarmungslos in die Fresse zu treten und das besser wissende Geschlechtsteil der Kritik die headbangende Pensionistenkehle runter zu jagen. Warum eigentlich? Sorgt die ?beralterung des Handmacher-Rocks für Phantastereien von öffentlicher Euthanasie? Hat die kapitalistische Verschmelzung und Dauerhybridisierung des Pop in Kommerzduetten, Kommerztripletten, Kommerz-Supergroups ihren Overloadszenit erreicht...

»One Pig«

article_5783_onepig_150.jpg Structure over substance? Bei Matthew Herberts komplett in den Thesenirrsinn abdriftenden Elektronik-Found Sound-Collagen kommt man sich langsam vor wie in gegenwärtigem Arthaus-Kino, wo Einfallslosigkeit durch bewusst karge und »aus dem Leben gegriffene« Momentaufnahmen mit dem erhobenen Zeigefinger im Hintergrund kompensiert wird. Michael Haneke gone Gurgel-Electronica? Durchaus! Durchaus! Hatte der einst für die K&D-nahen Flauschesound so ...

»Hot Sauce Committee Part Two«

article_5763_hot_sauce_committee_part__150.png Totenchor der Knochenmänner? Say what? Rocks off! Merkwürdig (oder auch nicht), das im Zeitalter der digitalen Austauschbarkeit zigfach die Platten von mindestens drei Jahrzehnten alten Bands die Bewegendsten sind. Scheint doch mit dem Zugeständnis eines Reifeprozesses zu tun zu haben. Auch wenn all die Dinge der Beastie Boys wunderbar, Punque, B-Boy, Electro-Funk, 1981 doch frischer geschmeckt haben. Die neue heiße Sause ist dabei auch Doku...

»Is This Hyperreal?«

article_5762_atr_-_is_this_hyperreal_150.jpg Virilio statt Baudrillard oder Deleuze. Faust in die Fresse statt analogen Matrix- Schwaden. Die Postmoderne der Cyber-Ära und die kampf- wie beutelsüchtige Rock- Haptik waren immer schon grundsätzliche Widersprüche. Alec Empire fungiert da nach wie vor ausschließlich via Ausrufezeichen: Activate! Black Flags! Codebreaker! Seine um wenige Wochen zu 9/11, dem größten öffentlichen Vernichtungsspektakels der Mediengeschichte, versetzt...

»For The Ghosts Within«

article_5727_was_150.jpg Der weiße Schwan ist zurück. Mit zerrauften, müden Federn gleitet er über das gleichmütige Wasser. Die Augen sind trüb. Doch jeder Federschlag, jedes leise Quäken mundet wie ein Gedicht, das man nie zuvor zu hören glaubte. Alternde Romanzen im Chanson- und Jazz-Takt, das bewegt und durchfließt auf kongeniale Weise den mürben Giganten Robert Wyatt, der sich hier in das große Kammerorchester gewagt hat. Der Exil-Israeli und klezmernd...

»s/t« | »House With A Curse«

article_5715_tweak_150.jpg Alas, Kraft und Schönheit des jugendlichen Rabatzdrangs. Ungewachsen. Stolz und aufmerksamkeitsbegehrend, auch wenn man in ausgetretenen Pfaden geht als wäre man der erste Mensch am Mond. Zwei Mal krachrockende US-Landeier, die erst durch ihre immense Energie und ihr Haudraufpotenzial originell werden. Tweak Bird, Brüder-Duo aus Carbondale, Illinois, sind eine rudimentär krachfuzzende Nerd-Biker-Gewaltmaschinerie, als wären MGMT Mitglieder der He...

»Cheese«

article_5700_stromae_150.jpg Eurodance goes Arthouse. Den Gipfel der Groteske erreichte der Hype, als der belgisch-ruandische Producer Paul van Haver alias der verdrehte Maestro des Projektnamens, in David Byrneschem Nerd-Outfit beim großen Ballermann-Privat TV-Contest-Fest in Ibiza hochgeschlossen und schüchtern die Patschhand von Jürgen Drews und Hansi Hinterseer abklatschen durfte um dezent im Hintergrund des bikini-bewehrten Ski-Lehrer-Dreckspacks zu verschwinden. K...

»Flush«

article_5677_flush_150.jpg Outsmarting the Melvins at their own game! Das Brooklyner Haudrauf-Quartett aus dem Freundschaftsumfeld von Jimmy Bower der legendären Florida-Wüstlinge Crowbar spielt alle Karten richtig. Kunstfertiger Sludge fistet sich mit Crust-Psychedelik und hypnotischen Chor-Gesängen Aus dem Bauch der Nacht werden Hyänen und das drohende große Schwarze besungen. Und viel urwüchsiger, knarzkratzend knackiger als ihr in die Beliebigkeit alterndes Vorbil...

»Maximum Minisex« (2CD)

article_5663_maimum_minisex_150.jpg Regen am Neonasphalt. Herzschmerz im Eismeer.  Zu kühle Gefühle. Trenchcoats und Spione. Und das Casio-Display plärrt unentwegt Tamagotchi-Rhythmen. Positiv urban paranoide ?berdrehtheit im stolpergefälligen Wortgeflecht: Dies Prinzip des gelebten Wahnsinns charakterisiert das Grundstereotyp der Neuen Deutschen Welle wohl am besten. Koksbeseelt über die Autobahn wie durch ein Videospiel fetzen, quietschbunte Zisch-Frisch-Farben ballern durch...

»Fields«

article_5642_junip_photo_gal_945_photo_150.jpg Breitwand-Säuselseelen-Songwriter sind immer ein gefährliches Schwert. Die Kippe zum selbstverliebten Thor, der in der Mainstreamsuppe absäuft ist eine schnelle Stolperstelle. Umso exzellenter, wenn mal eine klassikanisch sanfte Weichbrut und Softie-Baggage das Segel richtig setzt. Das Gothenburg-Trio um Klampfenrehauge José Gonzalez schlägt da noch gelungener in die Kerbe des verständnisvollen Mannes als die schwedischen Landsgenossen Peter, Bjo...

»Grinderman 2«

article_5635_grinderman_150.jpg Well, I was lying there with just my brother. We could hear someone rattling the locks.  I was lying there with just my brother.  He said do you think that might be the cops? And we sucked her and we sucked her and we sucked her dry?? I was Mickey Mouse! He was the big bad wolf! Ultra-sexualisiertes Bump and Grind als Rotzchor der Viagra-Knochen. Who's got the Boner in the House of Blues? Nick Caves Bad Seeds-Parallel-Projekt platzt vor...

»Today«|»On Fire«|»This Is Our Music«

article_5629_500_150.jpg Engelsspiel der historischen Indie-Szene. Rechtzeitig zu den neuen Erleidern, der fallsüchtigen Generation Y rundum Arcade Fire, Black Heart Procession und unbekannteren Perlen wie Dark Dark Dark, wird königliches wieder entdeckt: Das Boston-Trio Galaxie 500 rundum Gitarrist Dean Wareham, Bassist Naomi Yang und Drummer Damon Krukowski, bildete die spartanisch-knurrige Speerspitze der romantischen US-Introvertierten Ende der 80er, die die Kleinlau...

»Grey Oceans«

article_5602_coco_150.jpg Rettungswinkel Schneckenhaus. Freak Folk ist mittlerweile als Genre die Wassermarke der neuen Ernsthaftigkeit, des weltoffenen Rückzugs in die eigene, offensiv zur Schau getragenen Spinnertheit. Während Ex-Boyfriend und Weggefährte Devendra Banhart sich zur alternativen Boygroup flachklopft, ziehen die Casady-Schwestern vorwärts in die Innenwelt. Nach sieben Jahren konstant steigernden Hypes, der ihre wolligen Croons aus Kinderspielzeug-Samples, ...

»s/t«

article_5595_blockwerk_150.jpg Ein österreichisches Schicksal: Die linkischen Kinder von Sülz-Radioformat Ü3 durch FM4's Mainstream der Minderheiten wieder geboren. Stil-Vielfalt als geschmackliche Verlorenheit. Holperklopfender 80s Synth-Pop mit LoFi-Ragga und hoppertatschigem Baile-Funk links, Tom Petty-Riffs, Paul Hardcastle-Programming und Simple Minds-mäßig weltverbesserndem Hymnenpathos rechts. Nur wo schlägt das Herz? Grad am nicht hochpolierten Wurzelwuchs, g...

»Brothers«

article_5590_black_keys_150.jpg That's me, that's me, the Boy with the Broken Halo! Der Blues des weißen Mannes zählt nach wie vor zu einem der musikalischen Großverbrechen, das so glaubwürdig wirkt wie ein regentanzender Wall Street Broker in Navajo-Kriegsbemalung. Hier entsprechend ein Baseballschläger von links an Post-Cream- Eric Clapton und von rechts mit ein wenig Nachdruck an Rattle & Hum-posierende U2. Und doch: Es gab Jon Spencer, Edwyn Collins, sogar die...

»The Suburbs«

article_5570_arcade_150.jpg Gib Gas, ich will Spaß! Während die ganze Kampf-Girlie-Mischpoche von Lady Gaga bis Britney Spears verzweifelt den Summer of 1985 rekonstruiert, wo alles musikalische scheinbar noch wie ne Jungfrau flutschte, bauen die kanadischen Tragiker ihr Moonboots- Disneyland wesentlich geschickter. Die Songtitel (Suburban War, City with No Children) schreien Urban Unrest der gerade wieder en vogue werdenden Hardcore-Szene. Die Lieder selbst durchforst...

»Angels of Darkness, Demons of Light I« | »A Bureaucratic Desire for Extra-Capsular Extraction«

article_5558_earth_150.jpg Alpha und Omega des Magma. Slowcore, Drone, Heavy Metal-Abstraktionen sind durch SunnO))), Boris und Konsorten ja mehr den je salonfähig. Band-Alleinmann Dylan Carson galt ja ursprünglich als einer der Oberjunkies des Grunge, der mit ständig wechselnden Seitenmenschen wie dem späteren Melvins-Basser Joe Preston oder Gottgnaden Kurt Cobain himself das wortlose Schwergewicht des Donnerrocks praktizierte. Zum Ambient-Kunstwerk des Zermalmens hochgez...

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Fri 10.03.2017 : [~2.4.] valeska gert – gesicht - körper - bewegung | filmarchiv austria kino kultur haus | wien

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