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Dr. John

»The Musical Mojo of Dr. John: A Celebration of Mac & His Music« - Concord Records//Universal

Text: Hans Grausgruber | 30.01.2017

Dr. John, geboren 1940 als Malcolm John Rebennack Jr. in New Orleans, führt seinen Bühnennamen auf einen afroamerikanischen Voodoo-Priester des frühen 19. Jahrhunderts zurück, der in derselben Stadt praktizierte und schon zu Lebzeiten eine Legende war. Auch Mac J. Rebennack wurde relativ jung zu einer New-Orleans-Legende, mit seinen ersten Alben, insbesondere »Cris-Cris« (1968) und »Remedies« (1970), kreierte er einen speziellen, aus allen gängigen, vor allem karibisch inspirierten Stilen der Stadt bestehenden Sound, der gelegentlich, etwas unglücklich, als Voodoo-Rock bezeichnet wird. Wenn nun zu Ehren des heute 76-Jährigen ein sogenanntes »Celebration-Album« erscheint, auf dem ganz große (Bruce Springsteen) und kleinere Sterne der Rock- und R&B-Szene die Musik des ehrwürdigen Doktors zelebrieren, erstaunt einen das vorerst einmal nicht, gehen doch einige seiner Songs schon als Traditionals durch. Nicht weiter verwunderlich ist allerdings auch die Tatsache, dass nicht jede Interpretation der zumeist altbekannten und -bewährten Songs, zumal die hauruckmäßig heruntergeklopften Gassenhauer, das persönliche Songbook des Fans unbedingt bereichern können. So nett es ist, den sympathischen John Fogerty oder George Porter & Zigaboo Modeliste von den legendären Meters zu hören bzw. on-stage (auf DVD) zu erleben, frägt man sich doch, was außer dem Namen hier Nennenswertes beigetragen wird. Wenn dann obendrein ein Großteil der gefeaturten Songs gar nicht aus dem selbst komponierten Repertoire des verehrten Doktors stammt, beginnt man den ganzen Aufwand in Frage zu stellen. So sympathisch es sein mag, den gealterten Stars des Hotspots New Orleans, wie Irma Thomas oder Allen Toussaint, die Referenz zu erweisen – und sie präsentieren ihr Material routiniert und, das muss gesagt werden, ohne Fehl und Tadel – bleibt doch der bittere Beigeschmack, dass es von jedem der Songs zweifelsohne bessere Versionen gibt, von den Originalen einmal völlig absehen. Dr. John selbst spielt im Übrigen auch nur auf ganzen fünf der insgesamt 21 Songs mit, und er trägt mit seiner konzentrierten und zugleich entspannten Persönlichkeit an den Tasteninstrumenten dazu bei, dass dies die besseren Interpretationen sind – zum Beispiel die jazzigen Arrangements mit Terence Blanchard und Sarah Morrow, vor allem aber der bewegende Moment, als er »Send Me Someone to Love« mit den Neville-Brüdern Art und Aaron spielt. Insgesamt muss man auch hier feststellen, dass All-Star-Line-ups kaum einmal den großen Einsatz lohnen, so sei zum Schluss noch Jim Millers Kritik des Abschiedskonzerts der Band, »The Last Waltz«, auszugsweise zitiert: »Der Abschied von The Band schien nur dazu bestimmt, eine momentane Sehnsucht nach Nostalgie zu stillen, um dann im Regal abgelegt zu werden, ungehört und vergessen (…) Es werden keine neuen Standards gesetzt, alte Standards werden kaum erreicht, und zukünftige Herausforderungen werden nie angesprochen. Was wir hier haben, ist ein glitzerndes, aber leeres Ritual des Vergangenen«, schrieb er im »Rolling Stone«. Na, so schlimm ist nun aber auch wieder nicht.

Text: Hans Grausgruber | 30.01.2017

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