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HI5

»Fünf« - Session Work Records

Text: Alfred Pranzl | 25.10.2016

Immanente Zahlenspiele. Die Zahl »5« markiert, dass dies bereits das fünfte Album des Tiroler Quartetts, das seit 2012 immerhin bereits fünf Musikpreise – darunter den European Young Artists Jazz Award Burghausen 2015 – abgeräumt hat, ist. Es zieht seine postrock-jazzige Musik aus fünf Instrumenten. Als da wären: Synts/Electronics, Vibraphon, E-Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. Wobei Chris Norz, Philipp Ossanna, Matthias Legner und Clemens Rofner ihren Instrumentalsound folgendermaßen umschreiben: Es sei Minimal Jazz Chamber Music. Und irgendwie gehen die Einflüsse und der Wille zum Werk doch diese Liaison ein. Hinzufügen möchte ich allerdings, dass bei diesem Stilbeschreibungsversuch die Komponente Postrock vergessen wurde. Zu verstehen ist, dass dieser Vierer nicht unter dieser Genrebezeichnung etikettiert werden will, doch ist die Combo partout keine songschreibende Band. Weshalb sich unwillkürlich das unsägliche Wort Postrock einschleicht. Zur Beruhigung sei allerdings konstatiert: Die neun Instrumentals auf Album Nummer 5 haben durchwegs verführerische Wirkung. »Free In Four« öffnet den Raum für Improvisation, verklingt aber für meinen Geschmack zu früh. »Mars« pulsiert sodann durchaus intergalaktisch, wenngleich vertrackt ums Eck. Gleich darauf entzückt eine Surfgitarre, doch biegt das Stück ganz woanders hin ab – wiederum in eher postrockige Gefilde, denkt zunächst der Rezensent, was am Vibraphon-Gebrauch liegen mag –, doch schon wieder schlägt die Band einen Haken und lässt gar kurz die Gedanken an megalomanischen Dinausaurier à la Genesis abschweifen. Eine Irrfahrt? Doch da ist »GNMS370« schon zu Ende und das vertraute Vibraphon hat einen wieder und die Band beschwört im ruhigen Fahrwasser schon wieder die Gehirnzellen in Richtung Eh-schon-Wissen. Die Band ist schlau und hat einen Titel wie »Grad Filzwinkel« im Programm. Eine gelungene Übung in Sachen jazziger Verspieltheit, die den Schwadroneur in mir kalt lässt. Dann aber wirdʼs wieder wohlklangig erhaben bzw. hebt HI5 ab wie ein Schmetterling. Summa summarum handelt es sich um Instrumentalmusik für Gourmets, die durchaus damit leben können, dass nicht Vergleiche zu klassischen Postrockbands (Namen bleiben außen vor) gezogen werden müssen.


Text: Alfred Pranzl | 25.10.2016

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