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Die Nerven - »Unsere Musik ist politisch … und gleichzeitig auch wieder nicht«

Text: Jannik Eder | 09.03.2016
Die Nerven sind eine dreiköpfige Band aus Stuttgart und veröffentlichten im Oktober vergangenen Jahres mit »Out« (erschienen bei Glitterhouse Records) ihr drittes Album. Zusammen mit Bands wie Trümmer, Human Abfall oder Messer repräsentieren sie eine Generation junger, deutschsprachiger Bands, die auf DIY-Noise-Rock statt auf Wohlfühlpop setzen.
Zum Auftakt der Tour 2016 spielten Max (Gesang, Gitarre), Julian (Gesang, Bass) und Kevin (Drums) im Container 25 in Wolfsberg. Dort sprach skug-Autor Jannik Eder mit ihnen über musikalische Hypes, das intensive Touren, das Phänomen Austropop und das Politische in ihrer Musik.

skug: Mit der Veröffentlichung eures dritten Albums »Out« ist der Hype um euch weiter angestiegen. Wie geht ihr mit der all der Aufmerksamkeit um und schlägt sich der Hype in eurem musikalischem Schaffen nieder?

Julian:
Ich finde es auf jeden Fall gut, dass wir seit einigen Jahren immer wieder der heißeste Scheiß sind (lacht). Ich hatte lange das Gefühl, dass wir jedes Jahr auf‘s Neue als Newcomer durchgehen (lacht). Für uns ist es natürlich eine angenehme Situation, dass die Kurve stetig nach oben zeigt. Schwieriger wird es, wenn es mal nach unten geht. Bei »Fun« war es mit dem Hype aber viel krasser. Da kam alles aus dem Nichts und wir mussten es irgendwie schaffen, damit umgehen. Bei »Out« konnten wir uns darauf einstellen, weil wir schon ein wenig wussten, was kommt. Schade ist natürlich, dass manche Sachen dann nicht mehr so arg flashen wie früher.

Könnt ihr so einen Hype auch produktiv nutzen? Habt ihr dann beim Musikmachen im Hinterkopf, dass ihr euch gerade auf einer guten Welle befindet und eure Ideen bei den Leuten ankommen?

Max:
Das hilft auf jeden Fall!

J: Das hilft, das wird aber auch immer wieder gebrochen. Der härteste Kontrast war auf der letzten Tour im Herbst und Winter: An einem Abend haben wir vor 600 Leuten in Berlin gespielt und am nächsten Tag vor 20 in Kopenhagen. Das zeigt es ganz gut. Wenn man vor 20 Leuten spielt, bringt es einem auch nichts mehr, wenn man am Tag davor vor 600 gespielt hat und dort alles richtig geil war, wo man teilweise überfordert war von so vielen Leuten, die ausflippen.

M: Wir sehen uns jetzt eigentlich das erste Mal seit dem Ende der letzten Tour wieder. Zwischendurch war ich einfach zuhause und dort krieg‘ ich von all dem nichts mit. Man muss sich einfach ein wenig distanzieren können, aber natürlich ist es gut im Hinterkopf zu haben, dass da was geht!

J: Aber man vergisst es auch schnell wieder. Wenn du daheim bist, wo nichts los ist, bekommst du trotzdem das Gefühl, dass sich niemand für dich interessiert. Aber dann hält man sich vor Augen, was da eigentlich abgeht. Das kann ganz schön verwirren.

Ihr wart bereits im November und Dezember sehr ausgiebig auf Tour. Eure Live-Performances sind sehr intensiv und leidenschaftlich. Wie haltet ihr so eine Intensität durch?

Kevin:
Das geht eigentlich ganz gut. Irgendwann kommt man in so eine Art Wachtraum, wo ich persönlich mich nicht mehr an die Konzerte erinnern kann, weil wir so im Flow gewesen sind. Bei den 27 Shows, die wir zuletzt gespielt haben, setzt das irgendwann ein. Das ist eigentlich ein guter Zustand, den man ja auch erreichen möchte.

J: Das letzte Jahr hat uns Sicherheit gegeben. Wir konnten uns einfach sicher sein, dass es gut ist, was wir da auf die Bühne kriegen.

Manche Songs arten in teils epische Wall-of-Sound-Nummern aus. Entsteht so etwas eigentlich spontan?

M:
Naja, in unserem Set ist mittlerweile jede Mikrosekunde durchgeplant (lacht). Nein, ehrlich gesagt weiß ich es gar nicht so.

J: Also, wir sprechen natürlich schon ziemlich viel über unsere Musik. Aber erstmal passiert‘s und dann sprechen wir darüber. Wir tauschen uns sehr viel aus. Wir sagen ›Hey, in dem Set hast du da und da einen Fehler gemacht‹ und spielen es anschließend anders. Bei »Angst« war das zum Beispiel so. Am ersten Demo gab es noch einen Half-Tempo-Teil, dann hat Kevin bei einem Konzert einmal falsch gespielt und wir fanden es so eigentlich viel geiler.

Die ersten beiden Orte auf eurer Tour sind nun Wolfsberg und Steyr – damit seid ihr offensichtlich eher in der österreichischen Provinz gelandet. Was sind eure bisherigen Eindrücke?

M: Ich mag‘s sehr. Ich hab gar nicht so weit weg von Wolfsberg Ski fahren gelernt und Österreich damals zum ersten Mal kennen gelernt. Generell mag ich ja auch die Provinz recht gern.

J: Wir alle mögen Österreich gern. Ich hab das Gefühl, dass es ein Publikum gibt, das sehr offen ist für die Musik, die wir machen. Ein Publikum, das offen ist für ungewöhnliche Musik. Es ist immer ein gutes Pflaster hier.

Ihr habt mittlerweile auch außerhalb des deutschsprachigen Raums viele Erfahrungen gesammelt. Zum Beispiel in der slowenischen Punk- und Noise-Hochburg Ljubljana oder bei verschiedenen Konzerten in Israel. Wie ist es dazu gekommen, dass ihr in Israel aufgetreten seid und wie ist es euch dort ergangen? Hatte eure deutsche Herkunft irgendeine Bedeutung?

J: Die deutsche Herkunft hatte auf jeden Fall keine negative Bedeutung. Wir hatten vorher schon Bedenken dahingehend, wie wir uns mit einer Schuldfrage auseinandersetzen sollen. Aber dort war es überhaupt kein Thema. Letztendlich sind wir auf viele junge Israelis getroffen, die sich einfach gefreut haben, dass wir da waren und die erzählt haben, wie geil sie Berlin finden.

M: Die Leute waren grundsätzlich sehr offen. Als wir mit ihnen zusammen saßen, haben sie angefangen, Holocaust-Witze zu reißen ... Es war in dem Moment aber okay.

Ihr seid damit locker umgegangen?

K: Das waren gewissermaßen auch nur junge Leute.

J: Die Leute waren halt mehr damit beschäftigt, dass Krieg herrscht und sie Wehrdienst leisten müssen. Sie wirkten deshalb eigentlich viel erwachsener als wir, obwohl sie jünger waren. Die Musik ist für sie wirklich etwas Überlebenswichtiges. Die Bands bekommen teilweise kein Geld, spielen aber trotzdem fünf Mal die Woche. Man merkt, wie wichtig Musik sein kann und wie gut es uns selbst geht.

K: Die Konzertkultur dort ist der Hammer. In manchen Läden sind an sechs Tagen die Woche Konzerte, sogar am Sabbat. Es gibt meistens zwei oder drei Acts, die fix eingeplant sind, aber es tauchen trotzdem alle möglichen Leute auf, die dort spielen wollen. Es ist alles sehr offen. Wir haben da auch einige spontane Konzerte gespielt.

n2.jpgMax: Es gibt immer überall Schlagzeug und Verstärker. Du musst eigentlich nur noch eine Gitarre mitbringen und kannst dann spielen.

Kevin: Die Szene dort ist sehr vernetzt und deshalb ist auch immer was los. Das Bier kostet zwar umgerechnet acht Euro, aber der Eintritt für das Konzert nur zwei Euro ...

Max: Bier ist schon sehr teuer, zum Glück gab es auf unserem Zimmer billigeres Bier. Dosenbier ...

Julian: ... Von dem konnte man zehn oder so trinken. Es hat nicht zwar gewirkt, aber man konnte sich wenigstens vorstellen, dass es Bier war.

Um nochmal auf Österreich zurückzukommen. Im etwa gleichen Zeitraum wie ihr wurden auch Bands wie Wanda oder Bilderbuch richtig groß – vielleicht sogar etwas größer als ihr.

K: Zweifellos größer. Die sind auch auf einem Major. Was an sich nichts zu bedeuten hat, aber die Musik ist deutlich mainstream-orientierter.

Habt ihr von diesen Bands für euch selbst etwas mitgenommen? Habt ihr überhaupt Interesse, euch dort etwas abzuschauen?

K: Der Sänger von Wanda hat eine coole Stimme und er weiß sie einzusetzen. Aber ich verfolge diese Bands nicht so wirklich, wir haben sie auch nie getroffen. Ah doch, zwei Leute von Bilderbuch saßen bei einem Festival mal mit uns am Frühstückstisch ...

J: Ich fand die zwei Bilderbuch-Singles »Maschin« und »Plantsch« coole Stücke Popmusik. Auch wenn es nichts Neues ist, weil sie Kanye West so ein bisschen ins Deutsche übersetzen.

Nicht wenigen Leuten ist die so genannte neue Austropop-Welle ja eher ein wenig suspekt ...

J: Ist mir ehrlich gesagt auch suspekt.

M: Da sieht man, wie die Maschinerie funktioniert. Die kann in einem Moment jemanden ausspucken und im anderen Moment wieder verschlucken. Eigentlich wollen wir das ja nicht. Wir wollen keinen Hype planen und ich weiß auch nicht, wer überhaupt seinen Hype plant ...

J: ... Viele tun das.

M: Man wird sehen, wie es da weitergeht. Warten wir mal ab, was aus Wanda und Bilderbuch wird ...

K: Wir sind eigentlich viel mehr d‘accord mit der Wolfgang-Möstl-Connection.

J: Ja, es gibt auf jeden Fall einige geilere Sachen aus Österreich als Bilderbuch und Wanda. Ich verstehe, dass diese Austropop-Geschichte in Österreich umstritten ist. Mir sind zum Beispiel Kraftklub suspekt ...

M: ... Die wollen‘s halt auch wissen!

J: Crack Ignaz und Young Hurn find ich wiederum geil! So Hustensaft-Codein-Rap. Das ist für mich eine der momentan aufregendsten Sachen in der deutschsprachigen Musik. Young Hurn macht einfach so ein Low-Fi-Trash-Dada-Zeug, das es aber oft auf den Punkt bringt.

Der Dada-Gedanke hat für den Popstandort Deutschland ja ansonsten nicht so eine große Bedeutung.

J: Für mich ist das, was Young Hurn macht, auf jeden Fall mehr Dada, als wenn die Einstürzenden Neubauten irgendwelche Gedichte vortragen. Der sagt einfach so oft ›Nein‹, bis er in Trance ist.

Weg von Österreich und zu eurem Herkunftsort Stuttgart. Da ist in den letzten Jahren rund um euch, Human Abfall, Karies und anderen eine lebhafte Szene entstanden. Entwickelt sich da so etwas wie eine Stuttgarter Schule?

K: Die gibt es schon seit 2014!

J: Die ist entstanden und eigentlich schon wieder vorbei. In Stuttgart ist ja niemand mehr, wir sind alle nur noch auf Tour (lacht).

Welche Rolle spielte bei dieser Entwicklung das Prinzip des Do-It-Yourself?

M: Das ist immer ein Mittel zum Zweck. Wenn man irgendwas machen will, schaut man erstmal, welche Mittel man hat. Und tja, dann läuft‘s relativ schnell im Sinne von Do-It-Yourself. Stuttgart hat für uns zu einem gewissen Zeitpunkt ziemlich wenig geboten, aber wir hatten Lust irgendwas zu machen. Und dann haben wir‘s halt gemacht. Ob man das jetzt DIY nennt oder nicht, spielt keine Rolle. Es kommt darauf an, dass man es macht und dass man sich dabei nicht aufhalten lässt.

J: Das ist ja genau der Gedanke davon und den finde ich sehr wichtig. Ich hatte schon eine Band vor Die Nerven und ich wollte immer etwas machen. Es war total befreiend, dass es Orte gab, wie die Waggons am Nordbahnhof, wo man tatsächlich auch machen konnte! Dort konnte man sich ausprobieren und was die Leute davon gehalten haben, war erstmal komplett egal.

Im Video zu »Angst« wurdet ihr einst von Tocotronic gedoubelt. Was habt ihr generell für ein Verhältnis zu Tocotronic und welche Rolle haben sie für euren Werdegang gespielt?

M: Rick McPhail kommt oft zu uns in den Backstage, trinkt das Bier weg und quakselt irgendwas daher. Wenn der Rick da ist, dann wird der Abend gut. Ich freue mich, wenn er da ist! Er erzählt dann meist über die neuen Röhren und Verstärker, die er sich gekauft hat.

J: Letztlich kennt er uns ja nur, weil ich ihn mal besoffen zugelabert habe.

M: Stimmt, davon redet er immer, dass der Julian ihn mal zwei Stunden lang zugelallt hat.

Wie kam es dazu?

n1.jpgJ: Das war auf einer Party von unserer Booking-Agentur. Für mich war der Abend ein Traum, weil alle meine Helden da waren. Ich hab mit einem nach dem anderen gesprochen und am Ende war ich bei Rick McPhail angelangt. So besoffen wie ich war, hatte ich dann auch den Mut ihn anzuquatschen.

M: Dirk von Lowtzow kommt hingegen nie, der macht sich rar ...

J: Ich glaub‘, der ist auch eher so ein Eremit. Wir haben letztes Jahr zwei Festivals mit Tocotronic gespielt und ich mag sie alle total gern. Jeder ist irgendwie ganz er selbst und ich habe das Gefühl, dass sie sich in über 20 Jahren Rock-Business nie wirklich verstellt haben. Und natürlich waren sie für unsere musikalische Sozialisation sehr, sehr wichtig. Ich weiß nicht, ab wann man anfangen kann, davon zu sprechen, dass eine Band eine ›befreundete‹ Band ist. Aber wahrscheinlich zählt Tocotronic dazu. Was irgendwie auch ein wenig komisch ist, weil ich sie früher so verehrt habe.

K: Dirk von Lowtzow hat in einem Interview mit »Intro« gesagt, dass Tocotronic mit Die Nerven befreundet sind!

M: Ich glaube er sagte sogar, dass wir gut befreundet sind!

K: Wenn Dirk das sagt, dann ist es auch wahr!

Was sind für euch weitere musikalische oder allgemein künstlerische Referenzen?

Max: Bei mir ändert es sich die ganze Zeit. Das ist auch ganz gut so, weil man kann sich selbst immer wieder mit etwas anderem abgleichen. Es kann aber auch sein, dass ich mal ein paar Wochen gar keine Musik höre.

Tatsächlich?!

M: Jaja ...

J: Das kommt bei mir auch vor. Gerade nach einer Tour habe ich Musik manchmal ein wenig satt. Ich freue mich dann wieder, von vorne anzufangen und was Neues zu entdecken. Und das ist bei mir gerade dieses Cloud-Rap-Zeug.

Eure Albumtitel, »Fluidum«, »Fun«, »Out«, und auch viele eurer Songtitel erscheinen auf den ersten Blick ein wenig einsilbig. Wie kommt es zu dieser Einsilbigkeit?

K: Das funktioniert eigentlich immer ganz gut. Stell dir mal vor ... Bei einem Namen wie Godspeed You! Black Emperor oder so – wenn die ein Interview führen gehen wahrscheinlich zehn Minuten dafür drauf, dass die ganze Zeit nur der Bandname gesagt wird (lacht). Es ist gut, wenn das Ganze eher kurz und schmerzlos ist.

J: Im Diskurs werden lange Albumtitel eh immer abgekürzt. Ich finde es gut, kurze Wörter zu haben, die trotzdem mehrere Bedeutungen haben. Ich war für die letzten drei Albumtitel zuständig. Es war zwar nie so festgelegt, dass das allein meine Ideen sind, aber es hat sich nun mal so ergeben. Mir war wichtig, dass die Wörter mehrere Bedeutungen tragen können. Das sind Wörter, die kommen erstmal so und dann beginnt man mehr darüber nachzudenken, was sie eigentlich bedeuten können.

Eure Texte sind nicht explizit politisch, aber durchaus politisch interpretierbar. Inwiefern stellt eure Musik eine subjektive Vertonung von gesamtgesellschaftlichen Bruchstellen dar?

J: Ja das stimmt schon. Wir versuchen das auch oft so zu erklären, wenn uns jemand sagt, dass wir eine politische Band seien. Was wir wirklich vertonen, sind die Dinge dazwischen, die Befindlichkeiten, die Gedanken, das Individuelle. Also, dass alles irgendwie politisch ist und gleichzeitig auch wieder nicht unbedingt politisch. Das trifft es sehr gut, wenn man sagt, dass wir gesellschaftliche Bruchstellen vertonen.

Geratet ihr auch manchmal in Versuchung, euch explizit politischer zu äußern?

M: Nein!

Was hält euch davon ab?

M: Meiner Meinung nach darf ein Text nicht zu konkret werden, weil dadurch die Deutungsfreiheit eingeschränkt wird. Uns geht es darum, Interpretationen zu ermöglichen. Die Leute sollen und dürfen damit was eigenes anfangen. Das ist auch einer der Gründe, warum die Albumtitel so kurz sind. Es gibt wenig, woran man sich festhalten kann und jeder kann etwas anderes darin sehen.

J: Es soll gleichzeitig nichts- und vielsagend sein.

M: Es soll ein offenes System sein, in dem jeder seinen eigenen Platz finden kann.

In welche Richtung soll es für euch künftig gehen? Ihr seid nun erstmal wieder auf Tour, aber was kommt danach?

M: Erstens machen wir demnächst Musik fürs Theater und zweitens werden wir wahrscheinlich bald zu einer Fusion-Jazz-Band ...

J: Eine Art-Rock-Band!

M: Genau, eine Art-Rock-Band! Das ist die Idee.

J: Eine Mischung aus den Flaming Lips und Talk Talk, nur auf deutsch.

Gibt es noch andere musikalische Wege, die euch reizen würden?

M: Das sind eigentlich die zwei Dinger, damit fangen wir auch gerade erst an. Das kann in alle Richtungen gehen.

J: Vielleicht wird‘s auch total eingängig!?

Ist das eine Strategie sich von von der breiten Poplandschaft in Deutschland abzugrenzen, die teilweise einen nationalistischen Kurs eingeschlagen und sich affirmativ entwickelt hat? Bei euch kann man ja rauslesen, dass ihr an sich nicht so zufrieden seid mit den gesellschaftlichen Verhältnissen.

M: Das ist keine bewusste Strategie. Aber wir waren auch nie wirklich am deutschen Musikmarkt interessiert. Wir wollen einfach gute Musik machen, die nicht nur der deutsche Bürger gut findet.

J: Mir persönlich ist es komplett Wurst, ob die Musik aus Österreich, Israel, Serbien oder den USA kommt. Hauptsache es gefällt mir und berührt mich. Und so will ich Musik machen.

K: Gerade in Deutschland legen die Leute allzu großen Wert auf die Texte und deren vermeintliche Bedeutung. Die Musik an sich bleibt auf der Strecke. Heute ist alles so voller Pathos. Nicht alles, aber zumindest das, was so an die Oberfläche dringt.

Da wird sich gerne auf ein diffuses, kollektives ›Wir‹ bezogen.

M: Ja, das ist richtig schlimm. Es gibt eben kein kollektives ›Wir‹.

J: Wir beziehen uns mehr auf das Individuelle. Ich fühl mich wohler, wenn ich die Musik für diejenigen mache, die nicht zu diesem kollektiven ›Wir‹ dazu gehören wollen.


Text: Jannik Eder | 09.03.2016

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