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Filipe Felizardo

»Volume IV – The Invading Past and Other Dissolutions« - Three:Four

Text: Holger Adam | 27.01.2016

»This album was thought of and recorded while [...] taking long walks and producing some land-art in the shape of rock paintings,« gibt Filipe Felizardo zu Protokoll und damit Hinweise – ach was: Steilvorlagen! – der mäandernden Musik, gespielt auf einer elektrisch verstärkten Gitarre, mit Worten beizukommen. Man mag sich vorstellen, wie der portugiesische Musiker unter dem Eindruck sonnendurchfluteter Landschaften seinem Instrument die Akkorde und Töne entlockte, die für die Dauer von fast eineinhalb Stunden auf »Volume IV – The Invading Past and Other Dissolutions« festgehalten sind. Eine elektrische Klanglandschaft, mitgebracht von Draußen und als Musik für Spaziergänge oder das Kopfkino eingefleischter Stubenhocker bestens geeignet. Ein atmosphärisch dichter, impressionistischer Soundtrack, der zwangsläufig an ein im musikalischen Mainstream bekanntes Vorbild erinnert: Neil Youngs Score zu Jim Jarmuschs »Dead Man«. Der Vergleich drängt sich auf. So wie Young unter dem Eindruck der Bilder von Jarmuschs Film – der elegischen Darstellung eines immer weniger wilden, sterbenden Westens – diesem seinen akustischen Stempel aufdrückte, so ist auch Felizardos Musik Ausdruck einer musikalischen Auseinandersetzungen mit (inneren und äußeren) Landschaften. Wir sehen nur den Film nicht und machen uns daher unsere eigenen (inneren und äußeren) Bilder. Musik als Einladung, sich gehen zu lassen, sich zu verlieren – und wieder nach Hause zu kommen. »A Sentimental Journey«, auf Schallplatte und, aller vermeintlichen Fremdheit zum Trotz, zugänglich. Soul, gewissermaßen. Die darüber hinaus gehenden Insider-Gags, wie etwa die Covergestaltung in Anlehnung an Les Rallizes Dénudés und ein über Neil Young hinweg reichendes musikalisches Referenzsystem sollen an dieser Stelle einmal nicht davon ablenken, dass »Volume IV – The Invading Past and Other Dissolutions« ein beeindruckendes instrumentales Gitarrenalbum ist, das auch in gewissermaßen nicht Szene nahen, offenen Ohren einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Warum nicht?



Text: Holger Adam | 27.01.2016

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