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Various Artists

»Autopilot« - Albumlabel//Morr Music

Text: Heinrich Deisl | 22.07.2015

Autopilot ist der 1997 vom Berliner Musiker und Promoter Guido Möbius gegründete Musikverlag. Autopilot wird also heuer volljährig. Ursprünglich eine Adresse für Songschreiber diversester Couleur, wurde im Lauf der Jahre daraus eine Plattform, deren Profil vor allem von ihrer Unvorhersehbarkeit lebt. Dabei ist diese Compilation-CD nicht als ein quasi Label-Querschnitt zu verstehen, sondern viel mehr als eine Werkschau von befreundeten Musikern. Sie rutscht in dreizehn Tracks durch die Boxen wie ein Mixtape für gute Freunde oder wie eine Radioshow an einem gut abgehangenen Abend. Wer sagt denn, dass Blues nur mit rostigen Gitarren gespielt werden kann? Auch eine 8-Bit-Maschine hat Gefühle. Heruntergedrosselte Geschwindigkeit, viel Raum macht sich breit, Musik, die viel zu schade zum Nebenbeihören ist, die es aber schafft, auch solches in jeder Minute spannend zu halten. Ideen von in die Länge gezwirbelten, jazzigen, beinahe Neo-Klassik-Phrasen, Drone-Flächen treten schalk- haft auf den Plan, wabernde Gitarren. Überhaupt ist »Autopilot« eine Angelegenheit, bei der trotz oder vielmehr gerade wegen der heftigen Inkorporation augenzwinkernder Momente Pop mit Kapitallettern buchstabiert wird. Mesak (Harmönia) und Guido Möbius machen eine Bearbeitung eines Spirituals x-ter Ordnung im Stoner-Club-Format, Lars Paukstat (von Faust) liefert eine tricky Rock-Schmacht- nummer, bei Sicker Mans »Boo« setzen sich Cello-Loops und Metallperkussion gegenseitig unter Strom, Transformer di Roboter malträtieren die Spielkonsole und quetschen ihr eine durchgedrehte, perfekte Pop-Nummer aus den Schaltkreisen und Black To Comm entführt uns mit rückwärts laufenden Tape-Loops in psychotrope, regenprasselnde Ambient-Landschaften. Es sind Tracks, die von Spielwitz, abgefeimten Experimenten, Gefühlswallungen, lauschigen Hinterhofgesprächen mit einem Glaserl Wein oder dem Vorbeidriften erzählen. Moment, es war schön mit dir, verweile noch ein bisschen.


Text: Heinrich Deisl | 22.07.2015

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