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Wieman

»Trenkel« - Kvitnu

Text: Heinrich Deisl | 16.04.2015

Wieman ist das Duo Frans de Waard und Roel Meelkop, beide sind auch Kapotte Muziek und auch Goem. Was tun Namen hier also schon zur Sache außer zur Orientierung, schließlich sind beide Niederländer seit den frühen 1980er Jahren an einer schier unüberschaubaren Vielzahl an Musik- formationen beteiligt. Man könnte sagen, für Wiemans Vorgänger-Platte »The Classics Album« (Baskaru 2014) sind sie irgendwo falsch abgebogen, denn als Goem spielen de Waard/Meelkop seit 1996 ultrareduzierte Analog-Pulse, waren damals sozusagen die Ambient-Variante von PanSonic und veröffentlichten u. a. auf Staalplaat, 12k, mego und ihrem eigenen Label Audio.nl. Goem war auch der erste Raster-Noton-Release einer nichtdeutschen Band.
»Trenkel« ist nun ein achtteiliger Ausschnitt einer Probe-Session im Geluidwerkplaats Extrapool für ein Konzert, das sie als Wieman im Mai 2013 im Trenkel Studio in Nimwegen spielten. Hier wird fortgesetzt, was das ukrainische Label Kvitnu mit der Veröffentlichung »Oksastus« von PanSonic von 2013 begonnen hatte: weg von Studio-Alben, rein in die direkte Energie der Live-Recordings. So könnte man »Trenkel« als die andere Seite der Medaille von »Oksastus« sehen: Während PanSonic dem Hörer einen vor den Latz knallen, haben Wieman/Goem eine einladende Schrulligkeit, deren Stilsicherheit sich nichts (mehr) beweisen muss. Wenn man sich den Maschinen-Dub auf Track 2 anhört, ließe sich damit eine Brücke eben zwischen PanSonic und Rhythm & Sound legen. Weg mit dem ganzen überflüssigen Musikproduktionsplunder. Ein durchgehender Beat, minimalst variiert, scharfe Snares, wohlig wummerndes Feedback-Bass-Grollen, Schluss. Weg mit dem Herumgedaddel mit zig Soundebenen.
Natürlich wird auf »Trenkel« das Rad nicht neu erfunden und klar gibt es Längen; Indes ist es eine Session, der jeder Zeit anzuhören ist, dass die beiden Musiker ›gesprächstechnisch‹ auf Augenhöhe sind. Eine Unterhaltung in Sound von zweien, die wissen, wie man spannend Geschichten erzählt. Hinter dem freundlichen Grummeln verbergen sich allerdings auch abgefeimte Schalkhaftigkeiten: Vorsicht mit der Lautstärke, diese Pulsationen haben enormen Körper. Hinzuweisen ist schließlich auf die von Zavoloka ansprechend designte CD-Verpackung.



Text: Heinrich Deisl | 16.04.2015

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