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Ariel Pink

»Pom Pom« - 4AD//Beggars Group//Indigo

Text: Gabriel Mayr | 14.02.2015

Ich bin zu versext. Das neue Album von Ariel Pink hört auf den Namen »Pom Pom«, mit »Pom« wie in »Pombären«. Doch jedes Mal, wenn mir der Titel unterkommt, identifiziere ich ihn fälschlich als »Porn Porn«. (Jetzt verrate ich Ihnen mal ein schmutziges Geheimnis: meine Freundin liest bei den laktosefreien Milchprodukten im Supermarkt auch immer »free porn« statt »free from« und ich - seit sie mir unumwunden diese von mir als Zeichen sexueller Sehnsucht gedeutete Tatsache eröffnete - ebenso). Vielleicht sind Supermarktketten und Ariel Pink aber einfach auch durchtriebene Adjutanten kapitalistischer Marktlogik, die sich an Lustschweinen wie mir eine goldene Nase verdienen wollen. Bei so viel Porno gilt es auf dem Quivive zu sein! Allerdings muss die Causa Ariel Pink in dieser Hinsicht mit besonderer Sensibilität erörtert werden, beherrschte der 36-jährige die Schlagzeilen zuletzt doch eher mit unglücklich formulierten sexistischen Ausfällen, statt mit seiner Musik. Und selbst wenn »Pom« statt »Porn« vorne draufsteht, so ist das Doppelalbum doch stellenweise spitzbübisch explizit. Ariel Pink in der Frank Zappa-Falle? Tatsächlich könnten Songtitel wie »Nude Beach A Go-Go« oder »Sexual Athletics« auch von Zappa stammen und Stücke wie »Black Ballerina« sind von dessen infantilem Klamauk der Marke »Wet T-Shirt Night« nicht weit entfernt. Freilich hat Pink im Gegensatz zum 1993 verstorbenen musikalischen Scherzartikelhändler nicht Jazz Rock-Blut geleckt, sondern es sich weltanschaulich zwischen Bay City Rollers und Slayer ungemütlich gemacht. Tauscht man dann noch George Duke durch einen japanischen Sound-Programmierer alter Arcade-Games aus, so kommt man den Klangwelten von »Pom Pom« schon ziemlich nahe. Und es wird noch bunter: »Goth Bomb« vereint Kindergartenpädagogik mit Uriah Heep-Rollator-Hardrock. »Lipstick« klingt wie der Versuch einer Zeitenwanderung in die 1950er, nur um sich aus der Perspektive der Vergangenheit dann wiederum die Sounds der Zukunft vorzustellen, die in etwa der Landschaftsästhetik auf den Buchdeckeln solch schundiger Sci-Fi Romane wie jenen der »Terra«-Reihe entsprechen. Und diese trugen Titel wie »Aufstand Der Mutanten« und »Die Pyramiden Von Metos«. Ganz schön abstrus? Aber ja, das ist immerhin die Welt von Ariel Pink. Und die ist manchmal sehr, sehr anstrengend.

Text: Gabriel Mayr | 14.02.2015

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