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Gudrun Gut // Hans Joachim Irmler // Jacki Liebzeit

»500m« / »Flut« - Bureau B.//Klangbad

Text: Heinrich Deisl | 04.10.2014

Zwei ähnliche Grundkonstellationen, zwei höchst unterschiedliche Alben. Während Faust- und Klangbad-Label-Chef Irmler die elektronische Orgel bedient, stammen die Beats einmal von Guts Drum-Programming und einmal von Liebezeits Improvisationen. In einem Interview mit der »SZ« vor drei Jahren hatte Liebezeit, laut »NME« einer der besten Schlagzeuger der Welt, auf die Frage, wer für ihn der beste Schlagzeuger der Welt sei, als Antwort: die Drum-Machine Roland 808. Man könnte sagen, die TR-808 stellt als gespenstischer Wiedergänger nicht nur zwischen zwei (die Artists der beiden Alben) sondern auch mindestens drei (dem Zuhörerpublikum) Generationen eine Verbindungsklammer her. Und überhaupt mag es Irmler, mit Perkussionisten - siehe F. M. Einheit, Christian Wolfarth oder Z'EV - zu hantieren. Während diese Zusammenarbeiten am ehesten in Richtung Klangimprovisationen gingen, ist es bei »500m« und »Flut« der Umgang mit »Motorik«: einmal als Gründungssituation, einmal als deren Techno-Aktualisierung. Forschungsleitende Frage hier: was ist Repetition? »Flut« kartografiert ein Mäandern, einen konstanten Strom jenseits von Zeit und Raum. Das Schöne ist, die Platte verhandelt nicht aus, ob sie aus Krautrock-Zeiten stammt oder von 2014. Eine von beiden Seiten konzise Unterhaltung mit Mitteln von Rhythmus und Sound und deren jeweiligen Verweigerungen.
Bei »500m« scheinen die »Gesprächs«-Partner wohl noch so einiges auszudiskutieren. Nachdem Gut 2011 beim Klangbad-Festival gespielt hatte, stand diese Kollaboration zumindest in der Erwartungshaltung. Jene, die dabei von »Krautrock meets Techno« schwadronieren, machen es sich weit zu einfach: denn was bedeutet das, was haben wir davon? »Parfum« ist ein feiner Mid-Tempo-Techno-Kracher mit allerlei flächigen Sperenzien, abgesehen davon geht es recht verhalten auf dieser Scheibe zu, Gut im flüsternden Sprechgesang. Irmler versucht immer wieder ein abgeklärtes »Lass' mal laufen«, indes: es will einfach nicht so richtig flutschen. Zu starr wirkt die rhythmatische Grundkonstellation, zu unflexibel die Beatkonstruktionen. Während »Flut« Repetition zu bewusstseinserweiternden Sphären erweitert, zieht sie sich bei »500m« in sich zusammen. Eben zweimal ähnliche Ausgangslagen mit recht unterschiedlichen Ergebnissen.


Text: Heinrich Deisl | 04.10.2014

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