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Der Nino Aus Wien

»Träume« - Problembär Records

Text: Steffen Greiner | 16.08.2014

Ach, würden sich diese zwei doch finden! Der slackige Lausbub mit der Zahnlücke und der manisch-depressive Lausbub aus Notwehr und aus Wien. Rauchen könnten die zwei, eine nach der andern, aufm Spielplatz hinten am Bach oder wo. Viceroy heißt die Zigarettenmarke - die Billig-Zigarettenmarke natürlich - die Mac DeMarco in einem der schönsten Songs des 2012er Albums »2« besingt, ohne die er early in the morning die Augen nicht aufkriegt: »Don't let me see you crying, cause, oh, honey - I'll smoke until I'm dying.« Und Der Nino aus Wien antwortet gleich auf seinem aktuellen, grandiosen Album »Träume« mit der lakonisch verhusteten Liste seines Tagesbedarfs: »Jeden Tag Kautabak, ein Kilogramm, jeden Tag Schnupftabak, soviel man kann, ein Leben lang« ... Auf »Salad Days«, dem neuen Album Mac DeMarcos, geht der Slack-Revisionist allerdings ein Stück weit weg von kleinen, Pop-Verweis-satten Alltagsgeschichten, von der Hypersubjektivität des Suburb-Rimbaud zu größeren Adoleszensreflektionen, zu Allgemeingültigkeit. Dadurch geht ein bisschen was an Reiz verloren, keine Frage, nur noch manchmal, etwa auf dem wunderschönen »Let My Baby Stay« blitzt die alte Unweisheit auf: »Half of my life, I've been an addict, and she's been good - far as I can tell, she's happy, living with her monkey.« Groß in ihrer licks-lastigen Entspanntheit ist hingegen wieder die Musik: Far as I can tell ist die große Liebe des Mac DeMarco wohl doch seine Gitarre, mit der er auch auf »Salad Days« die schönsten Duette niedelt. Der Nino spinnt währenddessen auf »Träume« (Part of a Doppelschlag, parallel erscheint das songwriterige, beinahe dylaneske »Bäume«) die wirrsten Seilschaften. Hier gibt es keinen, keinen einzigen Song, der nicht an irgendeiner Stelle völlig freidreht. Nicht, dass sie in ihrer Fragmentiertheit skizzenhaft wären, nein, daher rührt's nicht - alle Teile passen doch in der Ordnung höheren Chaos' bestens zusammen. Es sind eher die Stimmen der Anderen, die irritieren: Wo das tocotronische »Mein Tod« mit überhöhter Geschwindigkeit, aber schratig gewandelt in die Richtung der düsteren Doors abbiegt, die Königin der Nacht bei der »Allerbesten Sängerin« vorbeischaut oder »Fantasy Dreamz« das Reden über Musik gleich über die Musik legt. Schratigkeiten eh die große Stärke dieser Lieder, gerne auch mit generationellen Signifikanten (»Oh wie glücklich und wunderschön mein Leben ist«, »Grant«): Der Nino aus Wien, aber auch der Mac aus Duncan: Zwei, deren Stimme man nun im Ohr haben sollte, wenn die Stimme ihrer Generation zur Debatte steht.


Text: Steffen Greiner | 16.08.2014

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