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Elektro Guzzi

»Observatory« - Macro

Text: Heinrich Deisl | 01.07.2014

Letztes Jahr bespielten Elektro Guzzi das Sónar, heuer das Mutek Festival, und für die Releaseparty ihrer aktuellen Scheibe hatten sie, mit Unterstützung von DJ Marcelle und Patrick Pulsinger, ins Wiener Flex geladen. »Observatory« ist ihre vierte Veröffentlichung für das Berliner Label Macro. Seit dem Vorgänger »Parquet« sind drei Jahre vergangen, in denen sie einmal mehr an der Verfeinerung des speziellen »Guzzi-Sounds« getüftelt haben. Waren ihre früheren Alben deswegen so gelobt worden, weil hier drei Musiker das klassische Bandformat in den Technokontext transferiert hatten - also so klangen, »als ob« mit »echten« Instrumenten Techno gemacht würde -, zeichnet sich bei »Observatory« eine Rekonstruktion nach der Dekonstruktion ab. Natürlich könnte man weiterhin bei schnellem Hinhören meinen, das sei eine Ambient-Electronica-/Disco-House-Platte. Indes machen Strukturen und Dramaturgie deutlich, wie brüchig die weiland Unterscheidung zwischen »organischen« und »maschinellen« Klangexerzitien ist. Man könnte sich den Spaß einer Bachelorarbeit machen, in der das Mensch-Maschine-Interface bei Elektro Guzzi verhandelt würde. Denn spätestens mit »Observatory« wird klar, dass unter bestimmten Konfigurationen weder das eine noch das andere als solches identifizierbar ist. Abgesehen von diesem Diskurs (als sozusagen die andere Seite der Medaille von Bauchklang), haben wir es mit Musik zu tun, die den marktschreierischen Affirmationen: »Techno mit echten Instrumenten!« endlich den Garaus macht und für sich allein als gute Musik stehen kann. Rein als dieses genommen, muss man allerdings relativierend feststellen: als Rock 1A, als Techno na ja. Live funktioniert dieses Konzept sehr gut, als sie das Beste aus beiden Welten - Rockband und Technoparty - vereinen. Auf Platte dagegen macht sich des Öfteren ein Zwischenstadium breit, das ob eines gewissen need for speed dem unter Elektronikprämissen gelesenen rhythmischen und klanglichen Experiment zu wenig Raum lässt.


Text: Heinrich Deisl | 01.07.2014

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