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Fire!

»(without noticing)« - Rune Grammofon

Text: Heinrich Deisl | 10.01.2014

Sie wollen Krach, Lärm, Chaos und Ordnung? Suchen Sie nicht weiter. Vier Jahre nach dem ebenfalls auf Rune Grammofon erschienenen Debüt »You Liked Me Five Minutes Ago« wartet dieses Wahnsinnstrio - Mats Gustafsson, Johan Berthling und Andreas Werliin - mit dem Ende letzten Jahres in Stockholm eingespielten Nachfolger auf. Sozusagen dazwischengeschoben waren Scheiben mit Jim O'Rouke (2011) und Oren Ambarchi (2012), und Anfang des Jahres machte das dreißigköpfige Fire!-Ensemble mit »Exit!« von sich reden. Gustafsson gibt mittlerweile den Multiinstrumentalisten, er bedient neben seinen Saxophonen auch Elektronik, Orgel und Fender Rhodes. Der Noise der ersten Nummer muss wohl sein, um den Zuhörer in diese enigmatischen Soundwelten zu schleusen. Diesmal fallen die Stücke wesentlich kürzer aus, »Molting Slowly« sticht mit seinen zehn Minuten heraus. Worin besteht der Unterschied zu »Five Minutes«? Dieses Album war für mich eine der besten Rock-Rekonstruktionen via Jazz seit sehr Langem gewesen. »(without noticing)« bringt die Musiker in gewisser Weise in ihre Stammterritorien zurück: enervierende, nervöse Patterns, ein akustischer Anschlag, der selten Verschnaufpausen zulässt, heftige und präzise getimte Stimmungsschwankungen, weiterhin tief in Kraut- und Psychedelicrock watende Rhythmusverschiebungen. »Would I Whip« setzt mit einer repetetiven Bassfigur ein, man macht sich fürs Headbangen in Slow Motion bereit. »Tonight. More. Much more« steigert sich trotz oder gerade wegen der spärlichen Blues-Phrasen zu einem Drahtseilakt zwischen Eruption und Meditation, bei dem das Feedback der Orgel den doppelten Boden unter den Füßen aushebelt. Die »innere Ruhe«, von der in einigen Rezensionen zu lesen war, erschließt sich mir indes nur teilweise. Klar balanciert sie das sonstige angewandte Berserkertum des Trios aus, aber genau ihre Vermeidung ließ den Erstling so stimmig erscheinen. »(without noticing)« ist richtig gut, es macht sich jedoch die Crux der zweiten Platte nach einer sehr guten ersten Platte bemerkbar.


Text: Heinrich Deisl | 10.01.2014

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