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The Real McCoy

Dancefloor-Jazz, House-Partys & B-Girls

Text: Hans Grausgruber | 03.07.2013
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DJ Black Coffee

article_7152_high_fly_240.jpgTHE HI-FLY ORCHESTRA ist eine der besten deutschen Bands im Bereich Jazz, Funk, Soul & Latin. »Get Ready« (Agogo/Hoanzl), ihr drittes Album, wurde wieder ganz konventionell eingespielt: alle Instrumente (E-Piano, Kontrabass, Drums, Percussion, diverse Blasinstrumente) sind akustische. Die eine Hälfte der zwölf Songs sind Instrumentals, die anderen stammen von routinierten Gastsängern bzw. -sängerinnen wie der brasilianischen Chanteuse Paula Morelenbaum, die auf »Sambinha« singt. Sambinha ist ein brasilianischer Musikstil. Mit »Roda de Samba«, »Forró« oder »Jequibau« sind drei weitere Songtitel brasilianischen Rhythmen entlehnt. Die Band spielt sie mit einer Routine, wie man das von den besten Brasil-Bands nicht besser erwarten könnte. Aber auch die anderen Songs, egal ob bluesiger Jazz oder souliger Jazz-Funk sind mit beeindruckender Routine und Verve gespielt. Hier sind eindeutig keine Copycats am Werk.

»The Djoon Experience« (bbe/Hoanzl) ist eine Doppel-CD, von der je eine CD von House-Legende JOAQUIN »JO« CLAUSSELL und dem südafrikanischen DJ BLACK COFFEE abgemischt wurde. Wie immer verfolgt Claussell einen schwer percussiven Tribal-House-Stil, die Palette reicht von Ron Trents souligem »Cross Roads (feat. Tkumah Sadeek)« über Gregory Porters bass-schweren Jazz-Dub »1960 What?«, Seun Kutis Afrobeat-Update »Set Me Free« bis zum kurzen finalen »The Djoon Experience«, einem Modern Spiritual. CD2 blubbert für meinen Geschmack Beat-mäßig viel zu lau bzw. loungig dahin. Der einzige Track, der mich wirklich überzeugt, ist Black Coffees Bar-jazziges »We Are One (feat. Hugh Masekela)«.

Muggs.jpg»The Muggsy Story - The Real House Sound of the New York Underground« (bbe/Hoanzl) versammelt einige der Underground-Hits dieses Henry-Street-Sublabels der Neunziger. Die Intention von Labelgründer Johnny D war es, auf Muggsy harten Tribal House zu verlegen, tatsächlich gingen einige Tracks in Richtung Rock, wie schon die ersten zwei Songs - »Black Jack«, eine House-Version des Steely-Dan-Klassikers, und »Woman of Angels« mit dem Doors-Sample - belegen. Im Übrigen reicht die Palette von skelettiertem Tribal House wie Kenny Dopes »And There Aint« bis zu Latin-House wie Ralphie Rosarios »You Used to Hold Me«. Tight & tough! 

MC MELODEE aus Amsterdam (mit dem spanischen Produzenten Cookin' Soul) veröffentlicht mit ihrem Debütalbum »My Tape Deck« (Jakarta/Hoanzl) ein Old School-Album, wie man es eigentlich nicht mehr erwartet hätte: Wäre es irgendwann Mitte der Neunziger erschienen, hätte es niemanden verwundert - aber es wäre wohl auch damals schon wegen seines relaxten Groove und coolem Flow aufgefallen. Am Cover sitzt Melodee vor einigen LPs der Sternstunden des 90s-HipHop wie dem Brand-Nubian-Debüt »One For All« (gerade reissued!). It doesn't get much better than this.


Text: Hans Grausgruber | 03.07.2013

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