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Keith Fullerton Whitman

»Generators« - Editions Mego

Text: Holger Adam | 07.04.2012

Ein Livealbum, das auf den beiden Seiten der LP jeweils verschiedene Versionen derselben halb-automatischen Komposition vereint. Eine reichliche abstrakte und von den HörerInnen Konzentration - genauer: Anteilnahme - verlangende Angelegenheit. Was passiert da, unter welchen Voraussetzungen und mit welchem Ergebnis? Ein miteinander verschaltetes System (modularer) Synthesizer und anhängender elektronischer Geräte generiert akustische Signale, die Whitman Knöpfchen drehend modifiziert und moduliert, die er aber gleichzeitig nicht vollständig ihrem Klang-Ergebnis nach kontrollieren kann. So entstehen halb absichtsvoll hervorgebrachte und halb dem Zufall überlassene Klangflächen. Live gibt es da, ähnlich wie bei Musik, die mit dem Laptop gemacht wird, nicht viel zu sehen - es sei denn, man hat ein Faible für Elektrotechnik. Und dieser eher einer Versuchsanordnung im Physikunterricht anmutende Aufbau des Live-Sets rückt die Performance und die Musik in die Nähe des Experiments, der Klangforschung in Echtzeit und unter Beteiligung des Publikums. Klingt reichlich abstrakt, wie gesagt, aber es klingt auch unwahrscheinlich gut. ?berlässt man sich nämlich den zunächst vielleicht chaotisch anmutenden Tönen, die aus Whitmans Versuchsanordnung entweichen, so bilden sich aus den Signale sendenden Maschinen und in den Ohren der ZuhörerInnen Strukturen heraus. Keine Melodien oder Tracks, aber auditive Näheverhältnisse. Die Musik liegt so aufgefasst im Prozess der Interaktion zwischen den aktiv Zuhörenden, der Kontrolle Whitmans und den sich dieser Kontrolle teilweise entziehenden Klangmaschinen. Die Erfahrung dieser Näheverhältnisse ist flüchtig und die Musik vom Zerfall in einzelne akustische Signale bedroht - sie aber im Hören zu wiederholen und damit zu bewahren, darin liegt eine faszinierende Aufgabe, wenn auch nicht für jeden Tag.


Text: Holger Adam | 07.04.2012

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