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Oval

»DNA« - Shitkatapult

Text: Adrian Flux, Michael-Franz Woels | 28.11.2011

Der Mensch bleibt bei aller Unterlegenheit doch immer noch Herr der Technik in dem Maße, dass Technik ohne Menschen sinnlos und unkontinuierbar wäre. Keine Maschine läuft ewig ohne den Menschen. Wenn der Mensch sich selbst auslöscht, dann löscht er die Maschine mit aus, dahingehend bleibt die Maschine immer noch abhängig vom Menschen. Markus Popp alias Oval - der Mann mit Aplomb, der die internationale zeitgenössische Elektronik-Musik ohne sein Zutun azephal, also kopflos, erscheinen lassen würde, der mit seinem akustischen Design als Wegbereiter der Glitch-Generierenden vor allem dem prozesshaften der Musikerzeugungstechnik Aufmerksamkeit schenkt -, mit dem Philosophen Günther Anders gehört, führt zu folgenden Gedankenketten, einem Sich-Wiederfinden in der A-Synchronizität des Menschen und der Dinge: Der Mensch kann mit der Maschine rein körperlich nicht mehr mithalten; nicht nur, weil die Maschine stärker, genauer und ausdauernder wäre, sondern weil der Mensch allein schon mit der Geschwindigkeit unserer wichtigsten Güter nicht mehr mithalten kann. Die Güter sind Informationen und die bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit durchs Netz. Dadurch, dass der Mensch in seine Endzeit eingegangen ist, es nur noch dauert, bis er sich selbst zerstört, ist die Geschichte entrhythmisiert worden. Das Tick-Tack der Geschichte wurde durch einen Schock, eine permanent immanente Bedrohung der Möglichkeit der Selbstzerstörung - ein Tick ohne Tack: Wir befinden uns nach der Anders?schen Musiktheorie in der Pause zwischen einem Tick, das noch verklingt, das aber von keinem Tack mehr gefolgt wird. Der Mensch hat sich das Stück von John Cage (»4:33«) als letztes aufgelegt: Der Klavierdeckel wird geschlossen, die Allheit der Umgebungsgeräusche erklingt und wenn der Klavierdeckel wieder geöffnet wird, dann ist es vorbei, das letzte Stück ...
Die Kunst ist bei Anders das Produkt, das selbst kein Produktionsmittel mehr ist. Das Schaffen der Kunst erfüllt nur noch den Selbstzweck, geschaffen zu werden. Diese Nischenrolle kann der Anders?schen Apokalypse entgegengestellt werden, da sie der Falle der Technologisierung und des Austausches der Zweck-Mittel-Beziehungen, die für Anders zur Hoffnungslosigkeit führt, entgehen kann. Die Kunst muss ihren ontologischen Nischenstatus ausnutzen, um der Hoffnungslosigkeit des Allgemeinen zu begegnen. In diesem Sinne, Anders hören und Oval lesen ...


Text: Adrian Flux, Michael-Franz Woels | 28.11.2011

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