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Arabian Waltz feat Dunja // Bradley Jones // Max Nagl // Otto Lechner // Sigi Finkel

»White Caravan« | »Flamingos« - www.homebase-records.com

Text: Alfred Pranzl | 14.07.2004

Spekulation mit Verkaufszahlen ist wohl schon dabei, die Produktion kommt ja immerhin aus dem Hause des Austropop-Produzenten Christian Kolonovits. Bauchtänzerin Dunja verziert auf einer Video-CD die jazzige Annäherung mit morgenländischen Floskeln. Doch kommen glücklicherweise eigentlich nur die libanesisch-ägyptischen, also orientalischen Tanzwurzeln der Tanzkoryphäe zum Vorschein, denn das Jazztrio um Initiator Raoul Herget (tuba) hat so etwas wie einen Fake konstruiert. Eigentlich handelt es sich um eine subjektive Imagination des Orient. Also bleiben auch Sigi Finkel (comp., tenor/sopransax) sowie Richard Filz eher bei den Jazzleisten, mehr als bei Finkels Projekten mit afrikanischen Musikern. Deshalb klingt die Musik eher euroamerikanisch, obwohl sich durchaus eine orientalische Aura breit macht. Musik in-between, die nicht authentisch nach arabischen Skalen sucht, sondern irgendwo dazwischen zu liegen kommt. Max Nagl, der einst mit einem offensichtlichen Rootsprojekt aufwartete - spektakuläre Austroblasmusik-»Doubles« auf »Wumm Zack«) - spielt wohl in einer anderen Liga. Kompagnon Otto Lechner sorgt für luftige Einwürfe, die in Echos Volksmusik nachklingen lassen, weil sein Hauptinstrument das Akkordeon ist. Es seufzt in der historischen Aneignung »The Work Song and Haitian Fight Song«, und legt eine kleine Spur frei von einen französischen Kontratanz, den sich dort versklavte Afrikaner angeeignet haben mögen. Das Stück funktioniert auch als Porträt von Mingus und ist auch eine Coverversion desselben. Nagl ist vor dieser Einspielung sehr in die Mingus-Alben »Pre-Bird« und »Live at Café Bohemia« abgetaucht und überträgt dessen Spirit in seine Musik. Kontrabassist Bradley Jones ist ein wunderbarer Exekutor, der zwar Mingus Geist in sich trägt, jedoch ebenso Texturen webt, die auch um Be Bop, Free Jazz und das Danach wissen. Die Musiker verschlingern behend im Triospiel und kreieren einen non-linearen Sound, der in seiner eleganten Intensität besticht. Post-Mingus, wenn Sie wollen!

Text: Alfred Pranzl | 14.07.2004

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