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Various Artists

Politronics - Onitor

Text: Didi Bruckmayr | 27.03.2004

Vorliegende Zusammenstellung diverser, mehrheitlich bundesdeutscher, elektronischer Musik diskutiert die Bedeutung und Problematik der Formulierung politischer Inhalte im Spannungsfeld von Pop, Ökonomie und natürlich Politik. Der einleitende programmatische Text verwehrt sich gegen explizite inhaltliche und stilistische Manifestationen von Politik im Pop. Die politsche Botschaft möge stattdessen durch Ironie, Humor und Understatement verschlüsselt oder getarnt und durch Kontext, Biographie der Künstler und fallweise durch dezente Urheberrechtsverletzung im Wege von Sampling, sowie durch field recordings politischer Ereignisse konkretisiert werden. Gegen derartige Positionen ist nichts einzuwenden. Allerdings tarnt sich der Großteil der vorliegenden Stücke zu gut. Wären nicht einzelne Samples, sparsam verwendete, recht phrasenhafte Vocals und das umfangreiche Booklet, der Hörer würde sich auf einer recht beliebigen, wenig unterhaltsamen Zusammenschau gegenwärtiger elektronischer Musiken vom reduzierten House, über Trash-Elektro bis zu abstrakten Klängen wieder finden. Diese Zusammenschau dürfte ihren Weg lediglich in die Wohnzimmer jener finden, die ohnehin wissen wo es lang geht, den Distinktionsgewinn anstreben, dem abgeklärten Understatement frönen und sich nach dem Proseminar mit einem Zielkauf ein wenig Identität stiften wollen. Es regieren spröde Konzepte, Lebensfreude und Lust tänzeln derweilen nach Montreal.
Dort editieren die zwei Mitglieder des renommierten Multimediaprojekts Crackhouse Stephen Beaupre und Scott Monteith auf »deadbeat vs. Stephen beaupre' - it`s a crackhouse thing« (Onitor/Kompakt/Ixthuluh) versierte Beats und interessante Samples zu treibenden Techno- und House-Tracks, die selbst Prothesen und Bleifüsse in Bewegung bringen sollten. Hier sind Klang- und Beat-Tüflter am Werk, die ihre Freizeit jedoch offenkundig gerne auf Tanzveranstaltungen verbringen. Vorliegende Platte stellt einen beeindruckenden Mix aus unter eigenem Namen oder als Deadbeat veröffentlichtem Material der Soloprojekte und aus Soundtracks für Crackhouse-Projekte dar. Im Info wird als Freund und Referenz Akufen aus Montreal angeführt. Ein herrlicher Mensch, dessen Veröffentlichungen gleichfalls hochnotwendig sind.

Text: Didi Bruckmayr | 27.03.2004

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