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The Steve Miller Band

Young Hearts. Complete Greatest Hits - Capitol

Text: Didi Neidhart | 19.02.2004

1966 ging ein Texaner nach Kalifornien, der Chicago Blues mit Betonung auf dessen rhythmische Qualitäten und ohne überflüssige Soli spielen wollte.
Heraus gekommen ist dabei eine frische Mischung aus Hippie-Exploitation, Instant-Psychedelic, Designer-Freak Outs und Beatles-Pfeffer. Alles in höchster und damals in Rockmusikreisen noch eher unbekannter High Fideltity-Stereo-Supersoundperfektion (exemplarisch nach zuhören auf den beiden 1968er Pop-Collage-Meisterwerken »Children Of The Future« und »Sailor«).Verantwortlich dafür war einerseits Steve Miller selber, andererseits ein ausgeklügelter Vertrag mit Capitol, der nicht nur den Zugang zu all den Hi-Fi-Wahnsinnigkeiten der schon im Ausklingen befindlichen Exotica-Ära bedeutete (und wir reden hier von Acts wie Les Baxter, Nelson Riddle, Sam Butera, Yma Sumac, Dean Martin und Martin Denny), sondern für Miller auch einen gleich um das dreifache Erhöhten Tantiemenanteil (zusätzlich Vorauszahlungen). Soundeffekte und ein spezifisch trockener Disco-Rock waren es dann auch, die Miller zu einem grundlegende HipHop-Basis-Materiallager in Sachen Rhythms & Sounds machten wobei eigentlich unnötige Intro-Synthesizer-Bleeps wie bei »Jungle Love« plötzlich zu ungeahnten Ehren kamen (vom knapp 20minütigen Groove-Klassikaner »Macho City« - hier leider nicht enthalten - ganz zu schweigen). Wegen dieser für damalige Begriffe unkonventionelle Studiotechnik, die bis zum zersplitterten superlegendären Gitarren-FX-Solo bei »Abracadabra« (1982) anhielt, wurde hier auch immer wieder das Missverständnis eines Cosmic-, Electronic- bzw. Future-Blues neu aufgewärmt. Dabei war Miller mit Hits wie »The Joker« (1973) oder »Fly Like An Eagle« (1976) am ehesten die prototypische 70er-Ausgabe eines White Synthesized Southern/Country-Funk mit Song, die nicht selten wie die abgespecktere und genauer/ generalstabsmäßiger konzipiertere Versionen von schon bekannten Hits klangen. So erinnert »Take The Money And Run« schwer an »Sweet Home Alabama« und biegt »Rockin' Me« wie ein »All Right Now« für Trucker um die Ecke. Alles in alles superber Silikon Valley-Rock und irgendwie auch so was wie der in "The Virgin Suicides" nicht gespielte Soundtrack der Jungs.

Text: Didi Neidhart | 19.02.2004

Referenzen:

  • Artist: The Steve Miller Band
  • Label: Capitol
  • skug : 57

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