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Various Artists

Flowers In The Wildwood. Women In Early Country Music - Trikont

Text: Didi Neidhart | 11.12.2003

Country ist schon die Pest. Die Hölle sowieso. Vergnügen? Vergiss' es! Erlösung? Vergiss' es! Ewige Verdammnis? Aber sicher! Frauen haben es in solchen Gesellschaften nicht gerade leicht ihren Stimmen Geltung und Gehör zu verleihen. So verwundert es aber auch nicht, dass diese Wildblumen mitunter sehr selbstbewusst relativ schnell die auch emazipatorischen Möglichkeiten von Schallplatten (damals noch Schellacks) und vor allem dem Radio als minoritäre Sprachrohre erkannten und dementsprechend nutzten. Was aber gleichfalls eine (positive) Unterstellung einer rückwirkend gewünschten Selbstermächtigung sein kann. Ähnlich dem weiblichen Fundus des US-amerikanischen Gründermythos der beherzten, tapferen und sich für das Gemeinwohl (die USA) aufopfernden Lehrerin, Farmersfrau und Hure mit Herz. Interessant ist jedenfalls die fundamentale Radikalität mit der hier Themen behandelt werden. Denn wie bei Jerry Lee Lewis gibt es hier nur heiß oder kalt. Zwischentöne sind etwas für verweichlichte Großstädter (und würden wohl auch weniger Gehör finden). Also gibt es neben (wenigen) selbstbewussten Wunschphantasien wie »Wish I Was A Single Again« (Lulu Bell & Scotty) vor allem fatalistische Lebenseinsichten, die mitunter einen heftig sublimen Flirt mit masochistischen Begehrlichkeiten und Genüssen austragen. Gefährliche Liebschaften, die sich als Abschieds-, Toten-, oder Grab-Lieder auch immer aus den zerbrochenen Träume und Utopien Amerika betreffend nähren. Erklingen tut dabei eine Art Western Gothic zwischen »Night Of The Hunter« und Raul Walshs Horror-Mystery-Psycho-Western »Pursued« (beide übrigens mit Robert Mitchum in der Hauptrolle), bei der sich aber auch die Bilder des legendären Depressionszeit-Fotografen Walker Evans (vor allem seine 1936 im total verarmten Hale County/Alabama gemachten Arbeiten) wie von selbst in Erinnerung rufen. Dafür liefern Wanda & Ruth Neal mit »Round Town Girls« den Blueprint zu Malcolm McLarens »Buffalo Gals« aus 1982.

Text: Didi Neidhart | 11.12.2003

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